FC Bayern: Mit der Doppelsechs aus der Krise

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​Der FC Bayern München hat offenbar wieder zurück in die Spur gefunden. Nach dem ​klaren 5:1-Heimerfolg in der Champions League gegen Benfica feierte der deutsche Rekordmeister am Samstag in ​Bremen einen verdienten 2:1-Auswärtssieg. Die jüngsten Erfolge sind zweifelsohne auch auf die Umstellung im Mittelfeld zurückzuführen.

Am zwölften Spieltag wurde deutlich, wo beim FC Bayern der Schuh besonders drückt. Beim 3:3-Unentschieden gegen ​Fortuna Düsseldorf zeigte sich die Mannschaft von Cheftrainer Niko Kovac in der Defensive äußerst anfällig. Nach dem enttäuschenden Remis gegen den Aufsteiger reagierte der FCB-Coach und stellte sein System um. Gegen Benfica wählte der 47-jährige Übungsleiter eine etwas defensivere Ausrichtung und setzte auf eine Doppelsechs mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka. 

Die Umstellung erwies sich bislang als wahrer Volltreffer. Die Bayern präsentierten sich in den letzten beiden Pflichtspielen deutlich stabiler. "Man hat schon gesehen, dass wir mit der Doppelsechs dann eine gute Balance hatten, was die Restverteidigung anbelangt", erklärte Kovac auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Bremen. An der Weser verteidigten die Münchner als geschlossene Einheit und zeigten sich sehr lauf- und zweikampfstark.

Spulte in Bremen knapp 13 Kilometer herunter: Joshua Kimmich

Kovac hat nicht nur mit der Umstellung, sondern auch bei der Besetzung der Doppelsechs ein gutes Händchen bewiesen. Der 47-Jährige beorderte zum einen Kimmich von der Rechtsverteidiger-Position ins defensive Mittelfeld, wo er zuletzt auch bei der Nationalmannschaft auflief. Der 23-Jährige war in Bremen der laufstärkste Spieler auf dem Platz und entschied 67 Prozent seiner Zweikämpfe für sich.

Kimmich wusste nicht nur defensiv, sondern auch als geschickter Ballverteiler (Passquote: 94 Prozent) zu überzeugen. Das erste Tor von ​Serge Gnabry bereitete der Nationalspieler vor. Mit Goretzka hat Kimmich eine gute Ergänzung neben sich. Der Neuzugang ist ebenfalls sehr laufstark und schaltet sich auch immer wieder mit in die Offensive ein. Mit seinen schnellen Antritten verleiht der Ex-Schalker dem Angriffsspiel der Bayern zusätzliche Geschwindigkeit. 

"In den letzten beiden Spielen war es außerordentlich gut", erklärte Kovac gegenüber Sky. "Kimmich und Goretzka ergänzen sich gut." Der Cheftrainer will in den nächsten Wochen an die jüngsten Erfolge anknüpfen. "Wir wollen jetzt bis Weihnachten alle Spiele gewinnen, das ist der Anspruch vom Klub und von mir", wird Kovac von der Bild-Zeitung zitiert. "Wir müssen kämpfen und hamstern, damit wir bis Weihnachten am besten alle Punkte einfahren." Mit seiner Systemumstellung hat der FCB-Coach dafür offenbar einen wichtigen Grundstein gelegt.