​Nur wenigen Spielern gelang beim ​F​C Bayern München zuletzt den Sprung von der eigenen Jugend in die Profimannschaft. Das ist kaum verwunderlich, schließlich müssen sich die Talente dort mit einer Vielzahl von internationalen Stars messen und können im Gegensatz zu den Robbens und Riberys dieser Welt noch kaum Erfolge vorweisen. Auch ​Niklas Dorsch konnte nur kurz den Platz an der Sonne genießen und entschied sich im Sommer für einen Wechsel zum Zweitligisten ​1. FC Heidenheim. In einem Interview erklärte der 20-Jährige, wieso der FC Bayern kein idealer Verein für Jungprofis ist.


Bereits in jungen Jahren war Dorsch im Jahre 2012 von der Jugend des 1. FC Nürnberg an die Säbener Straße gewechselt. Nachdem er sich dort in mehreren Jugendmannschaften behaupten konnte, gelang ihm 2016 erstmals der Sprung in den Profikader. Sein einziges Pflichtspiel für die Münchener bestritt er jedoch erst im März 2018 beim Ligaspiel gegen Eintracht Frankfurt. Dem defensiven Mittelfeldspieler gelang dabei sogar prompt ein Treffer, dennoch blieb es sein bisher einziger Auftritt in der höchsten deutschen Spielklasse.

FC Bayern Muenchen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Niklas Dorsch konnte sich bei den Bayern nicht durchsetzen


Um endlich wieder regelmäßig sein Können unter Beweis stellen zu dürfen, entschied er sich daher in diesem Sommer für einen Neuanfang in Heidenheim. Unter Trainer Frank Schmidt blühte er dabei richtig auf und stand bereits in 13 Spielen auf dem Rasen. In einem Interview mit der tz erläuterte der Youngster nun, wieso er bei den Bayern den Durchbruch nicht packte. "Ich habe einfach keine faire Chance bekommen. Junge Spieler wurden nicht so beachtet. Wenn du einmal spielst und gleich ein Tor machst, ist das Gerede wieder groß. Davor hat es niemanden interessiert, was ich gemacht habe", so der ehemalige deutsche U20-Nationalspieler.


Dabei betonte der Mittelfeldspieler aber auch, dass er beim Rekordmeister eine Menge gelernt habe und sich die Trainingseinheiten mit den Profis durchaus ausgezahlt haben. "Dort sind Weltklasse-Spieler, die viel Erfahrung haben. Ich habe versucht, in jedem Training alles mitzunehmen", so Dorsch. Dennoch sei es für junge Spieler wichtig Spielpraxis zu sammeln. Ein Problem sei dabei auch gewesen, dass die Kommunikation zu den Cheftrainern der Bayern für junge Spieler nicht immer einfach sei. Dabei sei Jupp Heynckes jedoch eine positive Ausnahme gewesen und habe sich intensiv mit ihm beschäftigt.

1. FC Koeln v 1. FC Heidenheim 1846 - Second Bundesliga

In Heidenheim ist Niklas Dorsch (links) bereits eine feste Größe


Zuletzt stattete der Rekordmeister einige junge Spieler mit Profiverträgen aus. Dabei wollen die Bayern möglichen Interessenten zuvor kommen und die Talente langfristig an sich binden. Der Ex-Bayer sieht diese Entwicklung jedoch relativ kritisch und erwartet keine Revolution bei den Münchnern. "Denen wird es so gehen wie mir. Wenn man nicht die Chance bekommt, kann man sein Talent auch nicht unter Beweis stellen", so der Profi, der früher auch häufig als neuer Toni Kroos bezeichnet wurde.