​Durch den 2:0-Sieg der Niederlande gegen den frischgebackenen Weltmeister Frankreich am Freitagabend, ist der Abstieg der ​deutschen Nationalmannschaft aus der A-Gruppe der Nations League nicht mehr abzuwenden. Selbst bei einem Sieg ​gegen die Elftal am letzten Spieltag, muss der Weltmeister von 2014 nach der Schmach von Russland mit dem nächsten Imageverlust leben. Dennoch könnte der Abstieg jedoch auch einen positiven Effekt haben.


Die Mannschaft von Bundestrainer J​oachim Löw konnte auch in dem neu ins Leben gerufenen Wettbewerb nicht an den Glanz der Vorjahre anknüpfen. Vor allem die 0:3-Niederlage im Hinspiel gegen die Niederlande war dabei jedoch auch für den Coach ein Augenöffner. Hatte er zuvor trotz des historischen Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft an seinen Weltmeistern von 2014 festgehalten, war er nach der deutlichen Niederlage gegen ein hungriges Team von Bondscoach Ronald Koeman zum Umdenken gezwungen.

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Youngster Leroy Sane wusste zuletzt zu überzeugen



Bereits beim darauffolgenden Spiel gegen Frankreich schenkte der 58-jährige Fußballlehrer vielen Hoffnungsträgern für die Zukunft das Vertrauen. Dieser Trend setzte sich nun auch beim Sieg gegen Russland fort, bei dem vor allem die junge Offensive in der ersten Halbzeit Mut machte. Die Nations League wird nach dem Spiel gegen Oranje nun zunächst einmal bis nach der EM 2020 pausieren. Wenn es bei dem für viele Fans noch unbeliebten neuen Wettbewerb wieder weitergeht, müssen sich sowohl die Anhänger, als auch Trainer und Mannschaft auf eine neue Kategorie von Gegnern einstellen.


In der B-Gruppe nämlich, warten auf das einstige Schwergewicht mit Nationen wie Polen oder Wales nicht mehr Teams vom obersten Regal. Angesichts des Umbruchs bei der DFB-Elf könnte dies jedoch auch ein Vorteil sein. Zwar ist es mit Sicherheit kein Fehler, sich regelmäßig mit den besten Mannschaften zu messen, ein kontinuierlicher Aufbau könnte gegen vermeintlich schwächere Gegner aber womöglich reibungsloser verlaufen. Dies mag freilich nicht dem Anspruch der deutschen Fanseele entsprechen, angesichts des unterm Strich katastrophalen Kalenderjahres 2018 tut etwas Demut jedoch ganz gut.

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Bundestrainer Joachim Löw setzt vermehr auf die Jugend



Das miese Abschneiden bei der Weltmeisterschaft und der Abstieg in der Nations League sind so zwar einschneidende Ereignisse für den deutschen Fußball. Nationen wie die Niederlande oder auch England haben es jüngst aber bereits vorgemacht, wie man aus einer Krise herauskommen kann. Eingefahrene Strukturen beim DFB beginnen sich langsam wieder zu lockern und auch der Bundestrainer strahlte zuletzt wieder mehr Zuversicht aus. Bei den kommenden Turnieren könnte es also zu einer Renaissance der DFB-Elf kommen.