Gladbach: Die Verlierer des Fohlenaufschwungs - und ihre Zukunftschancen

Elf Spiele, 23 Punkte, Platz Zwei - Für Borussia Mönchengladbach läuft's einfach in dieser Saison! Die Fohlen sind hinter Tabellenführer Dortmund  aktuell das beste Team in der Bundesliga, haben die zweitmeisten Siege auf dem Konto. Dennoch gibt es auch am Niederrhein einige Sorgenkinder.


21 Profis hat Gladbachs Cheftrainer Dieter Hecking im Rahmen der laufenden Spielzeit eingesetzt. Während sich Youngster Andreas Poulsen bei der U23 an den deutschen Fußball gewöhnen soll und  Mamadou Doucouré nach diversen Verletzungen auf dem Weg ins normale Profi-Leben ist, blieben drei Akteure bislang komplett außen vor: Julio Villalba, Josip Drmic und Laszlo Benes.


"Alle drei Fälle sind ganz unterschiedlich gelagert", erklärt Hecking (via Rheinische Post). Wer von ihnen hat noch eine Zukunft in Gladbach?

1. Josip Drmic

Was den Schweizer betrifft, so Hecking, "haben wir mit offenen Karten gespielt". Dem Angreifer wurde vor Saisonbeginn erklärt, dass er fortan keine Rolle mehr in den Planungen der Borussia spielt. Eine Trennung der beiden Parteien stand unmittelbar bevor, doch sollte sich bis heute kein Abnehmer für Drmic finden. Allerdings: Einsatzbereit ist der 26-Jährige.


"Josip trainiert sehr, sehr gut. Wenn Not am Mann wäre, wäre er auch eine Alternative", betont der Coach. Aktuell ist dort aber Alassane Plea sowie Raffael und Lars Stindl. Und: "Auch Thorgan Hazard könnte ich in die Mitte ziehen." Nach wie vor keine guten Aussichten für Drmic! Eine Trennung im Winter wäre wohl für beide Seiten die beste Lösung.

2. Laszlo Benes

"Laci muss körperlich wieder richtig stabil werden und in den Rhythmus kommen", betont Hecking. Momentan hat Gladbach keine Verletzten, doch der erfahrene Fußballlehrer weiß, "dass man in einer Saison jeden Mann braucht." Benes kann im zentralen Mittelfeld jede Position spielen, bleibt für die Borussia ein interessanter Spieler.


Der Slowake selbst erklärt dazu: "Wenn ich nicht im Bundesliga-Kader bin will ich bei der U23 spielen, damit ich Spielpraxis bekomme. Ich bin jung, ich brauche das." Für Gladbachs Zweitvertretung absolvierte der 21-Jährige in dieser Saison bislang zwei Pflichtspiele. 


Dennoch lauert er weiterhin auf seine Chance bei den Profis: "Ich tue alles dafür. Was dann im Winter ist, werden wir sehen. Aber es ist nicht meine Aufgabe darüber zu reden, das müssen mein Manager und der Klub tun."


Klar ist, die Borussia hat alle Trümpfe in der Hand - der Vertrag läuft noch bis 2021. Beim vorhandenen Potenzial würde man Benes wohl nur bei einem finanziellen Top-Angebot im Winter ziehen lassen. Oder eben eine Leihe in Betracht ziehen.

3. Julio Villalba

Eine knifflige Situation besteht nach wie vor bei Julio Villalba. Der 20-Jährige dürfte aufgrund seines Alters zwar in der U23 spielen, da er allerdings aus Paraguay stammt verbieten es ihm die Liga-Statuten.


"Das ist ärgerlich für ihn. Er braucht eigentlich Spielpraxis. Die Testspiele, wie Donnerstag gegen Münster, sind eigentlich zu selten. Aber er muss auch in richtig guter Verfassung sein, wenn man über eine Ausleihe nachdenken will“, sagt Hecking, der den Angreifer aber eigentlich nicht voreilig abgeben will.


"Wir müssen genau überlegen, ob es für ihn nicht besser ist, ihn noch ein halbes Jahr hier zu behalten", so der Trainer. "Ich bin vorsichtig, was solche Modelle angeht." Heißt im Klartext: Bei Villalba ist alles offen.

Einschätzung: Bei Villalba und vor allem bei Benes wäre ein Leihgeschäft wohl eine sinnvolle Alternative. Sowohl im Sturm als auch im zentralen Mittelfeld ist die Borussia in diesem Jahr sehr breit aufgestellt und qualitativ hochwertig besetzt. Benes und Villalba haben kaum Chancen auf einen Einsatz bei den Profis. 


Bei Josip Drmic läuft derweil alles auf eine Trennung hinaus. Sollte sich im Winter kein Abnehmer finden, dürfte der Schweizer spätestens im kommenden Sommer weg sein. 

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