Dieses Pokalfinale werden einige wohl nicht so schnell vergessen. In einer hoch spannenden Partie im Berliner Olympiastadion gewann Eintracht Frankfurt mit 3:1 (1:0) und holt sich damit gegen den FC Bayern München den DFB Pokal. 


Bayern: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Martinez - Thiago, James - T. Müller, Ribéry - Lewandowski

Frankfurt: Hradecky - Abraham, Hasebe, Salcedo - da Costa, Mascarell, de Guzman, Willems - K.-P. Boateng, M. Wolf - Rebic


Von Beginn an zeigten beide Mannschaften, dass sie den Titel unbedingt holen wollen. Zwar gab es in den ersten paar Minuten, bis auf einen Freistoß von Robert Lewandowski, der in der achten Minute an die Latte knallte, keine großen Torchancen, doch das Spiel war umkämpft, kein Zweikampf wurde vermieden. Das nahmen sich vor allem die Frankfurter zur Brust und attackierten früh. In der elften Spielminute bedrängte Ante Rebic Bayerns Mittelfeldstrategen James Rodriguez so stark, dass ihm der Ball versprang und in die Füßen von Kevin Prince-Boateng gelang. Der steckte den Ball durch auf Rebic, der aus 20 Metern vor Sven Ulreich in die rechte untere Ecke zum 1:0 aus Sicht der Hessen einschieben konnte. 

Die Führung der Frankfurter war somit nicht unverdient, auch auf den Rängen gaben die vielen tausend Fans den Ton an, doch der Rekordmeister ließ sich das natürlich nicht gefallen und drückte. So kamen die beiden deutschen Nationalspieler Thomas Müller (17.) und Joshua Kimmich (24.) zu zwei guten Kopfballchancen, doch der Ball wollte nicht in den Kasten und die Frankfurter konnten somit ihre frühe Führung weiterhin behalten. 


Effiziente Frankfurter gehen mit einer Führung in die Pause


Und so entwickelte sich das Spiel immer weiter. Die Bayern drückten, hatten zur 30. Spielminute 5:1-Torschüsse, doch die Schwarz-Weißen waren effektiver und konnten den Ball ins Netz versenken. Und mitspielen wollte man dann trotzdem irgendwie doch noch. So kam Torschütze Rebic übe die linke Außenbahn, tanzte Verteidiger Niklas Süle aus, doch Jonathan de Guzman rechnete nicht mit dem Querpass und der FC Bayern konnte den Ball klären. 


So blieb es bei der Frankfurter 1:0-Führung. Die Adler kämpften von Beginn an, kamen zwar nur zu zwei Chancen, präsentierten sich aber effektiv und defensiv sehr stabil. Die Bayern taten sich in der ersten Halbzeit schwer, hätten jedoch auch schon treffen können. 

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Präsentierten zu Beginn der Partie ein Fahnenmeer: Die Frankfurt-Fans 



Der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich um fünf Minuten, da die Anhänger beider Klubs in großer Menge Pyrotechnik zündeten und der Platz mit Nebel bedeckt war. Nach dieser Unterbrechung machte die Eintracht direkt Druck und kam durch Boatengs Kopfball (47.) zu einer guten Chance, doch Sven Ulreich parierte. 


Doch das beeindruckte die Münchener nicht. Im Gegenteil: Nach einem Steilpass von Niklas Süle auf Joshua Kimmich, kam der Ball geschickt quer in die Mitte gelegt. Robert Lewandowski antizipierte diese Situation und konnte den Ball ins kurze Eck zum 1:1-Ausgleich einschieben. 

​​Ein Treffer, der sich vor allem in der ersten Halbzeit schon abzeichnete. Doch Eintracht Frankfurt brachte das keineswegs aus der Spur und drückte extrem. So zog Omar Mascarell ab, Ulreich konnte den Ball nur wegfausten, daraufhin entwickelten sich drei Ecken für die SGE. Doch es entstand keine gefährliche Situation daraus (66.). 


Hochspannendes Finale - Rebic macht den Unterschied aus


Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen den beiden Finalisten. So kamen beide Teams zu mehreren kleinen Möglichkeiten: Bayern mit Lewandowski (76.) und Hummels (79.) zu zwei Großchancen, Rebic, der wohl das beste Spiel seiner Karriere absolviert hat, zu einer guten Kontermöglichkeit (80.). 


Doch wenn jemand tatsächlich treffen sollte, dann sah es eher nach den Münchenern aus. Doch der kroatische Nationalspieler Ante Rebic sah dies nicht so. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld konterte die SGE über Rebic, der Mats Hummels alt aussehen ließ und vor Sven Ulreich zum 2:1 einschob. 

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Man of the Match: Ante Rebic 



Hitzig wurde es nochmal zu Ende der Partie. Nach einem vermeintlichen Foul an einen Bayern-Spieler forderte der Rekordmeister den Foulelfmeter, doch Schiedsrichter Felix Zwayer entschied auf Eckstoß; eine zweifelhafte Entscheidung! Der Eckstoß brachte nichts ein und die SGE konnte noch einmal kontern! Mijat Gaćinović rannte auf das leere Tor der Bayern zu und entschied die Partie endgültig: 3:1 für Frankfurt! Schluss, Aus, Vorbei!