Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Leverkusen nimmt Eintracht-Manager Fredi Bobic Stellung zum Kovac-Beben. Die Entscheidung seines Noch-Trainers akzeptiere er, die Vorgehensweise der Bayern nicht. "Sie haben nur an sich gedacht", wütete Bobic. Kovac erklärte zuvor, wie es zu seinem Wechsel nach München gekommen war.


"Unglücklich", "unprofessionell", "respektlos", "extrem bedenklich" - die Wut von Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic schien sich auf der Pressekonferenz am Freitag vor dem Duell in Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr) sekündlich zu steigern. Der Grund lag schon vor der Medienrunde auf der Hand, die von der Eintracht um zwei Stunden nach hinten verlegt wurde.


Trainer Niko Kovac wird den Verein ​dank einer Ausstiegsklausel ein Jahr vor Vertragsende verlassen und ​ab der neuen Saison bei Rekordmeister FC Bayern anheuern. Das deutete sich bereits am Donnerstagabend an und wurde am Freitagvormittag zur Gewissheit.

Dazwischen ging alles ganz schnell, wie Kovac neben seinem Noch-Vorstand sitzend bestätigte: "Ich habe vor einer Woche gesagt, dass es keinen Kontakt zu Bayern München gab. Das hat sich schlagartig geändert. Gestern kam eine Dynamik in den Tag, wie ich es in dieser Form noch nicht erlebt habe. Ich habe gestern ein Anruf aus München bekommen, bei dem ich ein Vertragsangebot erhalten habe. Das habe ich auch angenommen“, erklärte der Kroate.


Bobic macht Kovac keinen Vorwurf - den Bayern schon


Die Entscheidung des SGE-Trainers bedauerte Bobic sehr - sie war aber nicht der Grund für seine verbalen Attacken. "So ist das, da brauchen wir auch nicht über Moral reden“, meinte er. "Wir respektieren die Entscheidung von Niko, auch wenn sie uns gerade in dieser Phase überrascht hat." Vielmehr war seine Wut auf die Bayern-Verantwortlichen gerichtet, deren Vorgehensweise er als "extrem bedenklich und respektlos" empfindet: "In dieser Phase, die für Eintracht Frankfurt unheimlich wichtig ist, hat uns das sehr überrascht. Dieser Zeitpunkt ist für uns kein sehr glücklicher. Das Informationen nach außen geflossen sind, ist unglücklich, unprofessionell und respektlos. Die Infos kamen nicht aus Frankfurt. Wir würden das in Frankfurt nicht so pflegen. Deshalb auch die klare Kritik", machte der 46-Jährige deutlich.

„Das ist der komplett falsche Zeitpunkt, das ist klar. Die Bayern haben eben ihr Ding gemacht und nur an sich gedacht. Wir sitzen ein Tag vor einem sehr, sehr wichtigem Spiel, haben nächste Woche das Pokalhalbfinale bei Schalke und reden über gang, ganz andere Dinge“, legte er nach. Für die Eintracht geht es am Samstag im direkten Duell mit Leverkusen um die Qualifikation für den Europapokal. Die Champions League ist fünf Spieltage vor Schluss noch in Reichweite. Vier Tage später kämpft Frankfurt dann auf Schalke um den erneuten Einzug ins DFB-Pokalfinale.

Mit den Bayern habe es keinen Kontakt gegeben. Er habe in der Vergangenheit wenig über andere Vereine in der Öffentlichkeit gesagt. "Doch dieses Mal muss ich das mal tun. Ich respektiere die Leute in München, die dort einen großen Verein führen. Aber es ist doch so, dass man was von uns will. Es ist nicht passiert. Ich finde das respektlos und nicht in Ordnung", wiederholte er seine Kritik.