Ungeachtet der immer prekärer werdenden sportlichen Situation mit nun sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang haben sich die HSV-Fans​ beim Gastspiel in Bremen alles andere als mit Ruhm bekleckert. Zahlreiche Pyro-Vorfälle sorgten dafür, dass das Nordderby mehrfach unterbrochen werden musste. Szenen, die gleichermaßen auf Unverständnis wie Ohnmacht bei den Verantwortlichen stießen.


„Das war keine schöne erste Halbzeit“, gab entsprechend Frank Baumann zu Protokoll, der in erster Linie Schiedsrichter Zwayer für dessen „souveränen“ Umgang mit der Situation lobte. Ähnlich sah das Werder-Coach Florian Kohfeldt, der keinerlei Verständnis für die Randalierer zeigte. 

„Ich hatte vor allem Sorge um die Leute, die unterhalb des Gästeblocks saßen. Da sitzen Familien und es wurden gezielt Raketen in den Block geschossen“, erklärte der Fußballlehrer.

Auch an den Spielern gingen die Vorfälle nicht spurlos vorbei. „So etwas bringt den ganzen Rhythmus durcheinander“, kritisierte beispielsweise Maximilian Eggestein. Auch Zlatko Junozovic nahm die Szenen ähnlich wahr: „Das war schon sehr störend.“

Auch die Hamburger kritisierte das Verhalten ihrer Fans. „Das hat uns geschadet. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch“, erklärte Jens Todt. Und Heribert Bruchhagen fand deutliche Worte: „Das sind keine Fans, das sind Fußball-Zerstörer, die man nicht im Stadion haben will.“


Schiedsrichter Felix Zwayer hingegen erklärte, dass das Spiel „noch weit davon weg war, abgebrochen zu werden.“ Und der 36-Jährige lobte den professionellen Umgang aller Beteiligten mit der schwierigen Situation: „Alle waren sichtbar daran interessiert, das Spiel zu beenden.“