Mitchell Weiser muss sich nach seinem Comeback Kritik von seinem Trainer gefallen lassen. Pal Dardai haderte nach der 0:2-Pleite mit dem Auftritt des U21-Europameisters und will ihn vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub Bayern München wieder "in die Spur bringen". Weiser müsse nach der doppelten Verletzungspause wieder zu sich finden.


Rechter Verteidiger oder offensiver auf dem Flügel - bei Hertha BSC musste man sich in dieser Saison nur fragen, wo und nicht ob Mitchell Weiser spielt. 13-mal brachte ihn Pal Dardai bislang hinten rechts in der Viererkette, fünfmal durfte er offensiver als rechter oder linker Außenspieler ran.


Vor der Winterpause fiel der U21-Europameister allerdings wegen einer Sprunggelenksverletzung aus und musste auch nach dem Rückrundenstart zwei Spiele im neuen Jahr pausieren - ein Muskelfaseriss im Oberschenkel stoppte den 23-Jährigen. ​Gegen Mainz wurde Weiser zum ersten Mal wieder eingewechselt​Sein Trainer zeigte sich nach der Partie unzufrieden mit seinem eigentlichen Stammspieler. 

"Ich habe gegen Mainz nicht gespürt, dass er nach seiner Einwechslung was geändert hat", sagte der Ungar dem kicker. Gut eine halbe Stunde vor Schluss durfte Weiser für den defensiven Mittelfeldspieler Per Skjelbred in die Partie. Kurz darauf fiel das 0:2 und die Hertha hatte in der Folge nichts mehr entgegenzusetzen.

"Ich habe Mitch im Training genauso gesehen wie im Spiel. Er ist von einer Verletzung zurückgekommen, aber ich sehe noch nicht, dass er sich anbietet. Es fehlt irgendwas, die Power, das Eins-gegen-eins sieht nicht so ordentlich aus. Es ist unsere Aufgabe, ihn in die richtige Spur zu bringen", befand Dardai und lederte dann auch gegen die Erwartungen in den Medien. "Wir müssen auch nicht immer erzählen, dass Mitch Weiser Zehner spielen soll und ich weiß nicht, was ich schon alles gelesen habe: Mitch Weiser Rechtsverteidiger, Mitch Weiser rechter Flügel, linker Flügel - erst mal muss er sich selber finden", so der Ungar gewohnt knallhart.


Am kommenden Samstag reist die Hertha zu Weisers Ex-Arbeitgeber Bayern München (15.30 Uhr). Vielleicht schafft es Dardai, dass der 23-Jährige dort zu sich selbst zurückfindet.