​Der Hamburger SV hat auf der Mitgliederversammlung am Sonntag die Weichen für die Zukunft gestellt und mit Bernd Hoffmann einen neuen Präsidenten gewählt. Wie der neue Verantwortliche ankündigte, wolle er die Institutionen bei den Rothosen noch einmal gründlich überdenken und das Personal überprüfen, damit man gemeinsam aus der Krise kommt und den fast schon unvermeidbaren Abstieg in die 2. Bundesliga womöglich doch noch verhindern kann. 


Die Mitgliederversammlung in der Veranstaltungshalle Kuppel Hamburg begann zunächst mit einer Rede von e.V-Präsident Jens Meier, der seine bisherige Amtszeit noch einmal Revue passieren ließ und dabei erklärte, in Zukunft "die Marke von 10000 Mitgliedern knacken" zu wollen. Dafür werde es unter anderem weitere Investitionen in die Infrastruktur als auch lebenslange Mitgliedschaften für alle Anhänger der Rothosen geben. 

Wenig später äußerte sich auch Vorstandsboss Heribert Bruchhagen zur aktuellen Situation im Klub und gestand, dass er es nicht geschafft habe, die geplante Strukturveränderung der Mannschaft umzusetzen. Dennoch müsse man auch im Falle eines Abstiegs das "Worst-Case-Szenario mittragen, wenn man HSV-Fan ist. Es hat eine Eigen-Dynamik des Misserfolges eingesetzt und dafür trage ich die Verantwortung."


Bernd Hoffmann neuer HSV-Präsident


Kurz darauf wurde der Antrag des Präsidiums angenommen, welches künftig für vier anstatt drei Jahre im Amt sein wird. Wie der ehemalige Vorstandsvorsitzende (2003-2011) Bernd Hoffmann anschließend in seiner Präsentationsrede erklärte, könne  es ein "Weiter-so nicht geben" und man brauche "dringend eine Trend-Umkehr." Obwohl er sich selbst auch Fehler in der Vergangenheit eingestand, sei er sich der Verantwortung bewusst und werde sich dieser auch stellen. "Schon nächsten Samstag kommen wir mit 4000 oder 5000 Hamburgern nach Bremen. Dann werden wir dort ordentlich aufmischen", schloss er unter tosendem Beifall. 


Wie der HSV schließlich am frühen Sonntagabend mitteilte, ist Hoffmann von den anwesenden Mitgliedern in einem knappen Voting mit sofortiger Wirkung zum neuen Präsidenten gewählt worden. Mit seinem Team um Thomas Schulz und Moritz Schäfer bekam er 585 und somit rund 51 Prozent der Stimmen und löst damit den bisherigen Amtsinhaber Jens Meier und seinen Vize Henning Kinkhorst sowie Schatzmeister Ralph Hartmann aus. Das Trio bekam 560 und somit rund 49 Prozent der Stimmen. 


Der Hamburger SV spielt die bislang schlechteste Saison der Vereinsgeschichte und steht nach 23 Spieltagen mit gerade einmal 17 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Somit droht dem Bundesliga-Dino wie schon in den letzten Jahren auch in dieser Spielzeit erstmals in seiner Historie der Abstieg in die 2. Bundesliga.