Er holte Costa und Coman: Der beste Scout der Liga, den fast niemand kennt

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Es war der Sommer 2014, als der FC Bayern eine der wichtigsten Verpflichtungen der letzten Jahre bekannt gab. Die Rede ist nicht von Weltklasse-Trainer Guardiola, Goldjunge Mario Götze oder Tiki-Taka-Perfektionist Thiago, die in jenem Sommer an die Isar wechselten. Es war Michael Reschke, die wohl unterbewertetste Größe der Bundesliga und einer der besten Kaderplaner, die es derzeit in Deutschland gibt.

Foto: Gettyimages

Der technische Direktor des FC Bayern ist kein Mann, der gerne vor die Kameras tritt. Spricht man von legendären Managern der Liga, denkt man oft an Namen wie Hoeneß, Calmund, Assauer, Netzer und wie sie alle heißen. Es waren Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, echte Typen eben.  Auch Sportdirektor Matthias Sammer, der das Spiel mit den Medien ebenso beherrscht wie die genannten Bundesliga-Legenden, ist eine eher auffällige Persönlichkeit der deutschen Fußballbranche und gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge federführend bei den Transferplanungen dabei. 

Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Transfer-Schlager des Deutschen Rekordmeisters, führen die Spuren immer wieder auf den Kaderplaner hinter den Kulissen. Es war Michael Reschke, der während der Copa America 2015 einen Spieler ganz besonders ins Visier nahm. Keinen geringeren als Douglas Costa, der jahrelang beim ukrainischen Dauer-Champions-League-Teilnehmer wirbelte und doch keinem europäischen Spitzenklub gut genug war -  bis Reschke kam. Heute wird kaum ein Fußballexperte bestreiten, dass er mit einer Ablöse von 30 Millionen Euro zu den lohnenswertesten Geschäften des letzten Sommers zählt.

Neben Costa überraschen derzeit auch zwei Youngster beim FC Hollywood, denen keiner einen so schnellen Sprung im Star-Ensemble des FC Bayern zugetraut hat. Da wäre zum einen Kingsley Coman, den Reschke bei der U19-EM in Griechenland beobachtete und den Bayern umgehend empfahl und zum anderen Joshua Kimmich, dessen Transfer ebenfalls auf das Näschen des Super-Scouts zurück zu führen ist. "Joshua wer?", fragten sich viele Bayern-Fans vor der Saison und wunderten sich über die hohe Ablöse von 8,5 Millionen Euro für einen U21-Nationalspieler, der noch nicht eine Bundesliga-Minute auf dem Buckel hatte. Heute spielt Coman als schnellster Spieler der Bundesliga regelmäßig die gegnerischen Abwehrreihen schwindelig und Kimmich gilt bereits als nächster Bastian Schweinsteiger, der derzeit als Boateng-Ersatz in ungewohnter Verteidiger-Position den Laden der Bayern dicht hält.

Die Verantwortlichen des Rekordmeisters, denen Reschke von keinem geringeren als Leverkusen-Sportchef Rudi Völler empfohlen wurde, wussten genau, wen sie sich ins Haus holten. Reschke war schon bei Bayer Leverkusen der Mann für die wichtigen Transfers und lotste unter anderem Spieler wie Rene Adler, Stefan Kießling, Bernd Leno, Arturo Vidal, Emre Can, Christoph Kramer, Renato Augusto, Lars Bender und viele mehr zur Werkself. Bei den Namen dieser heutigen Stars will man sich gar nicht ausmalen, welchen Mehrwert Reschke für Bayer in seiner herausragenden Karriere darstellte. Nur aufgrund der unerlässlichen Dankbarkeit gegenüber Michael Reschke sahen sich die Bayer-Bosse gezwungen, ihrem Erfolgsgaranten auf den internationalen Fußballtribünen seinen Traum zu erfüllen und ließen ihn zum Konkurrenten aus dem Süden ziehen. 

Es ist keine gute Nachricht für die Spannung der Liga, dass der Rekordmeister seit 2014 nicht nur den besten Torhüter, die beste Abwehr, das beste Mittelfeld und den besten Sturm in seinen Reihen hat, sondern nun auch den besten Scout Deutschlands. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Schattenmann der Bundesliga ein weiteres Mal zuschlägt - der Name des nächsten Talents steht wahrscheinlich schon auf seinem Zettel.