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Champions League

Die 20 spektakulärsten Spiele im Halbfinale der Champions League

Christian Gaul
Apr 28, 2021, 1:36 PM GMT+2
Liverpool holte 2019 ein 0:3 auf - und wie!
Liverpool holte 2019 ein 0:3 auf - und wie! / Tom Jenkins/Getty Images
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Die Champions League hat schon viele spektakuläre Endspiele erlebt, doch auch in den Halbfinals kam es oft zu außergewöhnlichen Erlebnissen. Aufgrund der Hin- und Rückspiele boten die Vorschlussrunden nicht selten einen höheren Unterhaltungswert, als das jeweils folgende Finale.

Werfen wir einen chronologischen Blick auf 20 Halbfinal-Spiele der Königsklasse, die man wohl nie vergessen wird.

1. Ajax Amsterdam - FC Bayern 5:2 | Rückspiel | 1995

VI-Images Archive
Louis van Gaal ärgerte den FC Bayern gewaltig / VI-Images/Getty Images

Im April 1995 reiste der FC Bayern mit einem mageren 0:0 aus dem Hinspiel im Gepäck nach Holland. Ajax ging bereits nach zwölf Minuten durch Jari Litmanen in Führung, doch durch den Ausgleichstreffer von Marcel Witeczek wähnten sich die Münchner in der 36. Minute aufgrund des Auswärtstors im Finale.

Finidi George und Ronald de Boer sorgten allerdings noch vor der Pause für klare Verhältnisse. Marc Overmars und Litmanens zweites Tor sorgten am Ende für eine ordentliche 5:2-Klatsche - der Ehrentreffer durch Mehmet Scholl war nur Kosmetik geblieben.

Die Mannschaft von Louis van Gaal besiegte danach im Endspiel die AC Mailand mit 1:0 durch den goldenen Treffer von Patrick Kluivert.

Weitere Ajax-Spieler damals: Nwankwo Kanu, Clarence Seedorf, Frank Rijkaard und Edwin van der Sar. Beim FC Bayern stürmten Alex Zickler und Witeczek, im Tor stand Sven Scheuer...

2. Dynamo Kiew - FC Bayern 3:3 | Hinspiel | 1999

Alexei Guerassimenko and Paulo Sergio
Der FC Bayern kämpfte sich in Kiew zurück / Phil Cole/Getty Images

Vier Jahre später bekam der FC Bayern die Ukrainer von Dynamo Kiew zugelost, welche zuvor schon Real Madrid aus dem Turnier warfen.

Zwar standen diesmal Spieler wie Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Stefan Effenberg auf dem Feld in der Ukraine, doch ein 23-jähriger Stürmer namens Andriy Shevchenko netzte in er ersten Hälfte gleich zweimal für den Außenseiter. Michael Tarnat sorgte mit einem Freistoß-Geschoss quasi mit dem Halbzeitpfiff für den Anschluss, Vitaliy Kosovskyi staubte aber nur fünf Minuten nach Wiederbeginn zum 3:1 für die Hausherren ab.

In der Folge vergaben die Ukrainer mehrere Hochkaräter, auch weil der "Titan" auf Temperatur gekommen war. Effenbergs frecher Freistoß in der 78. Minute sorgte für Hoffnung beim FC Bayern und kurz vor Abpfiff gelang tatsächlich noch das 3:3 - Carsten Jancker wuchtete sich um seinen Verteidiger herum und kämpfte den Ball in die Maschen.

Im Rückspiel siegten die Deutschen durch den goldenen Treffer von Mario Basler mit 1:0 und alle freuten sich auf das Endspiel gegen Manchester United...

3. FC Valencia - FC Barcelona 4:1 | Hinspiel | 2000

Barca v Valencia X
Der Valencia setzte sich im rein spanischen Duell durch / Graham Chadwick/Getty Images

Im Jahr 2000 standen gleich drei Spanier im Halbfinale, mit dem FC Valencia und dem FC Barcelona trafen zwei davon naturgemäß aufeinander.

Trotz einiger Top-Leute im Team galten die "Fledermäuse" als klarer Außenseiter gegen van Gaals Barcelona um Kluivert, Rivaldo und Pep Guardiola.

Doch Valencia erwischte einen Sahne-Tag und fertigte den Favoriten mit 4:1 ab. Gefeierter Held war Miguel Ángel Angulo - der Stürmer machte zwei Buden selbst und holte zudem den Elfmeter zum 3:1 durch Gaizka Mendieta heraus. Der Argentinier Claudio López setzte den Schlusspunkt, das Eigentor von Verteidiger Pellegrino fiel nicht ins Gewicht.

Denn im Rückspiel reichte ein 1:2 im Camp Nou, um das Finale gegen Real Madrid, welches zuvor den FC Bayern eliminierte, zu erreichen. Allerdings setzte es dort ein klares 0:3 für Valencia.

4. Juventus Turin - Real Madrid 3:1 | Rückspiel | 2003

SOCCER-JUVENTUS-REAL MADRID
Alessandro del Piero freute sich wie ein Schneekönig / PAOLO COCCO/Getty Images

Mit 1:2 verlor Juventus Turin das Hinspiel 2003 bei Real Madrid, doch die Italiener steckten nicht auf.

Im Rückspiel brannte man dann ein Feuerwerk ab, die beiden Tore durch David Trézéguet und Alessandro del Piero waren bis zur Pause noch schmeichelhaft für die Spanier gewesen.

Pavel Nedved sorgte schließlich in der 78. Minute für die Entscheidung, der Anschluss durch Zidane kam für Madrid zu spät.

Im Finale unterlag Juve dann aber den Landsleuten von der AC Mailand im Elfmeterschießen.

5. AS Monaco - FC Chelsea 3:1 | Hinspiel | 2004

AS Monaco forward Jerome Rothen (R) and
Die AS Monaco jubelte gegen Chelsea / PASCAL GUYOT/Getty Images

Die AS Monaco konnte bereits im Viertelfinale 2004 ein 2:4 aus dem Hinspiel gegen Real Madrid mit einem 3:1 im Rückspiel überwinden.

Im Halbfinale wartete nun der FC Chelsea um Frank Lampard auf die Monegassen. Im Fürstentum legte man stark vor, Dado Prso sorgte bereits nach 17 Minuten für die Führung der Hausherren. Allerdings glich Hernan Crespo noch vor der Pause aus und Chelsea drückte bis zur Halbzeit auf die Führung.

Im zweiten Durchgang flog der Grieche Akis Zikos nach einem Wischer über den Kopf von Chelseas Claude Makélélé in der 53, Minute mit Rot vom Feld und Monaco stand vor einem bitteren Abend. Doch ein Konter über Fernando Morientes und die Fußspitze des eingewechselten Shabani Nonda schossen in Unterzahl ein 3:1 heraus und Monaco jubelte erneut.

Im Rückspiel reichte ein 2:2 zum Eintritt in das absolute Außenseiter-Finale gegen Mourinhos FC Porto. Monaco unterlag dort mit 0:3.

6. AC Mailand - Manchester United 3:0 | Rückspiel | 2007

Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo konnte die AC Mailand nicht stoppen / Etsuo Hara/Getty Images

2005 kassierte die AC Mailand die wohl denkwürdigste Niederlage in einem Finale, als man gegen den FC Liverpool eine 3:0-Führung verspielte.

Zwei Jahre später bot sich die Chance für die Revanche, allerdings mussten die Italiener vorher noch gegen Manchester United antreten. Das Hinspiel im Old Trafford ging mit 3:2 an die Engländer - Wayne Rooney per Doppelpack und ein 22-Jähriger namens Cristiano Ronaldo trafen für die Red Devils.

Milan benötigte also ein "perfektes Spiel", um noch in das Finale gegen Liverpool einziehen zu können. Die Mission gelang erstaunlich gut. Denn obwohl den Italienern ein 1:0 gereicht hätte, stand es am Ende des Rückspiels sogar 3:0 für die Rossoneri. Besonders der Brasilianer Kaká und der Holländer Clarence Seedorf nahmen Man United regelrecht auseinander.

Liverpool wurde danach im Finale mit 2:1 abgefertigt.

7. FC Chelsea - FC Liverpool 3:2 n.V. | Rückspiel | 2008

Chelsea v Liverpool - UEFA Champions League Semi Final 2nd Leg
Der FC Chelsea und der FC Liverpool schenkten sich nichts / Etsuo Hara/Getty Images

Die Blues um Lampard und Ballack hatten 2008 im Halbfinal-Hinspiel immerhin ein 1:1 in Liverpool erreicht. Im Rückspiel an der Stamford Bridge ging Chelsea durch Didier Drogba in der 33. Minute auch in Führung, doch Fernando Torres glich in der 64. Minute aus.

Das Spiel ging in eine dramatische Verlängerung. Michael Essien sorgte in der 95. Minute mit einem schönen Schuss von der Strafraumkante für das vermeintliche 2:1 für Chelsea, doch Schiedsrichter Roberto Rosetti nahm den Treffer wegen einer sichtbehindernden Abseitsstellung zurück - wohlgemerkt noch lange vor dem VAR.

Doch Chelsea blieb dran und kam nur wenige Minuten später durch Lampards verwandelten Elfmeter, Hyypiä hatte zuvor Ballack gefoult, doch noch zum 2:1. Drogbas zweiter Treffer in der 105. Minute sorgte für die Entscheidung, doch Liverpool gab nicht auf.

Drei Minuten vor dem Ende sorgte Ryan Babel - unter tatkräftiger Mithilfe von Chelseas Keeper Petr Cech - tatsächlich noch einmal für Hochspannung, als er einen Kracher aus 35 Metern im Tor der Blues unterbringen konnte. Doch Chelsea überstand die letzten Sekunden schadlos und erreichte das erste CL-Finale der Vereinsgeschichte. Dort musste man sich jedoch Man United geschlagen geben, weil John Terry im Elfmeterschießen nur den Pfosten traf.

8. FC Chelsea - FC Barcelona 1:1 | Rückspiel | 2009

Michael Ballack, Tom Henning Ovrebo
Michael Ballack versteht die Welt nicht mehr / Tom Jenkins/Getty Images

Auch ein Jahr später stand der FC Chelsea wieder im Halbfinale, diesmal lauerte der von Guardiola trainierte FC Barcelona um Lionel Messi auf die Blues.

Im Hinspiel in Spanien erkämpften sich die Engländer ein 0:0 und das Rückspiel an der Stamford Bridge startete spektakulär. Michael Essien nahm das Leder in neunten Minute aus 20 Metern mit seinem schwachen linken Fuß volley und hämmerte es in den linken Knick.

In der Folge stand dann besonders Schiedsrichter Tom Henning Övrebö im Fokus. Erst verweigerte der Norweger den Blues zwei klare Elfmeter, bevor er in der 66. Minute Anelkas Stolpern über die eigenen Beine als Notbremse von Barcas Abidal bewertete und die Rote Karte zückte.

Alles lief also in Chelseas Richtung. In der 82. Minute hätte es sogar den dritten Elfmeter für die Gastgeber hageln müssen, doch Övrebö übersah Piques Handspiel im eigenen Strafraum völlig - Ballack rannte danach wild dem Schiedsrichter hinterher und sorgte damit für unvergessene Bilder. Es kam, wie es kommen musste. Iniesta traf mit der letzten Aktion des Spiels sehenswert zum 1:1 und Chelsea schied aus. Barca holte sich 2009 den Henkelpott nach einem 2:0 im Finale gegen Man United,

9. Inter Mailand - FC Barcelona 3:1 | Hinspiel | 2010

Inter Milan's Portuguese coach Jose Mour
Mourinho konnte Messis Barcelona bezwingen / JOSEP LAGO/Getty Images

Chelseas langjähriger Trainer José Mourinho stand 2010 mit Inter Mailand im Halbfinale gegen Barca.

Das Hinspiel in Italien wurde zum Festtag für die Nerazzurri, obwohl Pedro die Spanier in der 19. Minute in Führung schoss.

Denn ganz und gar untypisch für eine Mannschaft von Mourinho fackelte Inter in der Folge ein Offensiv-Feuerwerk ab. Wesley Sneijder sorgte noch vor dem Seitenwechsel für den Ausgleich, Maicon und Diego Milito machten im zweiten Durchgang das 3:1 perfekt. Dabei zeichnete sich auch Inters Schlussmann Júlio César regelmäßig mit spektakulären Paraden aus.

Im Rückspiel musste Inter einen frühen Platzverweis für Thiago Motta verdauen, ermauerte sich aber ein 0:1 im Camp Nou. Im Finale triumphierte Inter dann mit 2:0 über den FC Bayern und das Triple war perfekt.

10. Real Madrid - FC Barcelona 0:2 | Hinspiel | 2011

Real Madrid's Portuguese defender Pepe g
Pepe flog gegen Barca vom Platz / LLUIS GENE/Getty Images

Ein Jahr später gab sich Mourinho erneut im Halbfinale die Ehre, diesmal allerdings als Trainer von Real Madrid. Im Duell gegen den Erzrivalen aus Barcelona lief das Hinspiel lange Zeit chancenarm und robust vor sich hin.

Erst als Reals Pepe wegen eines Trittes gegen Dani Alves von Schiedsrichter Wolfgang Stark in der 61. Minute vom Platz gestellt wurde, nahm die Partie an Fahrt auf.

Barca nutzte die Überzahl und Messi traf in der 76. und 87, Minute per Doppelpack zum 2:0-Endstand für Barca im Bernabeu - Ronaldo bleib dabei ohne Treffer.

Das Rückspiel endete 1:1, Barca stand im Finale. Dort holte man sich mit einem 3:1 über Man United den Titel.

11. FC Barcelona - FC Chelsea 2:2 | Rückspiel | 2012

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John Terry flog 2012 vom Platz / ADRIAN DENNIS/Getty Images

Wahnsinn im Camp Nou! Chelsea brachte ein 1:0 (Drogba) aus dem Hinspiel mit nach Spanien, doch die erste Hälfte des Rückspiels lief eher suboptimal. Nach nur zwölf Minuten musste Innenverteidiger Gary Cahill verletzungsbedingt ersetzt werden. Auf der Gegenseite erfuhr Gerard Pique 15 Minuten später dasselbe Schicksal.

Zehn Minuten vor der Pause schoss ausgerechnet Sergio Busquets die Führung für Barca. Zwei Minuten später flog John Terry nach einer Tätlichkeit gegen Alexis Sanchez vom Feld. Wiederum nur Minuten später stellte Iniesta auf 2:0.

Chelsea schien am Boden, doch Ramires konnte mit dem Pausenpfiff per Lupfer für den Anschluss sorgen. Chelsea war zu diesem Zeitpunkt im Finale, doch Barcelona hatte eine Halbzeit in Überzahl übrig.

Und die Katalanen waren wütend aus der Kabine gekommen. Kurz nach Wiederanpfiff gab es Elfmeter für die Hausherren, doch Messi scheiterte am Querbalken. Cech hielt die Blues lange in der Partie, so auch in der 82. Minute, als er einen Schuss von Messi mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkte. Der eingewechselte Fernando Torres besorgte mit dem Schlusspfiff noch das 2:2 und Chelsea sicherte sich in der Folge das "Finale dahoam" in München.

12. FC Bayern - FC Barcelona 4:0 | Hinspiel | 2013

Barcelona v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final: Second Leg
Der FC Bayern überrollte den FC Barcelona / David Ramos/Getty Images

Ein Duell auf Augenhöhe wurde erwartet, doch der FC Bayern dominierte Barca eindeutig.

Ohne Pep Guardiola an der Seitenlinie sollte Tito Vilanova die Katalanen zum nächsten Finale führen, doch es wurde ein Desaster.

Die Mannschaft von Jupp Heynckes überrollte die Spanier förmlich und ein Doppelpack von Thomas Müller, sowie die Tore von Mario Gomez und Arjen Robben, sorgten für einen klaren 4:0-Sieg im Hinspiel.

Auch das Rückspiel im Camp Nou gewannen die Deutschen - mit 3:0! Barca wurde gedemütigt und der FC Bayern holte sich danach den Pott in Wembley gegen den BVB.

13. Borussia Dortmund - Real Madrid 4:1 | Hinspiel | 2013

Robert Lewandowski
Robert Lewandowski zerlegte die Königlichen / Boris Streubel/Getty Images

Auch im anderen Halbfinale 2013 traf eine deutsche auf eine spanische Mannschaft. Dortmund ging eher als Underdog in das Duell mit Real, doch ein Pole sollte den Unterschied machen.

Bereits nach acht Spielminuten sorgte Robert Lewandowski für die Dortmunder Führung, doch Cristiano Ronaldo glich noch vor der Pause aus.

Im zweiten Durchgang gelang Lewandowski jedoch ein lupenreiner Hattrick innerhalb von 17 Minuten und schoss damit den BVB im Alleingang zum 4:1-Sieg.

Im Rückspiel zitterten die Dortmunder ein 0:2 im Bernabeu über die Ziellinie - das folgende Finale entschied dann Münchens Arjen Robben mit einem Gewaltroller.

14. FC Bayern - Real Madrid 0:4 | Rückspiel | 2014

Pepe, Toni Kroos, Gareth Bale, Sergio Ramos, Bastian Schweinsteiger, Jerome Boateng, Dante
Der FC Bayern ging diesmal gegen Real unter / Boris Streubel/Getty Images

Pep Guardiola war in München eingetroffen und sollte seine langjährige Clasico-Erfahrung im Halbfinale gegen Real einbringen. Das Hinspiel in Madrid verlor der FC Bayern jedoch mit 0:1 (Benzema).

Im Rückspiel in München musste nun also die Wende her, doch es kam ganz anders. Nach 20 Minuten stand es bereits 2:0 für Real - Sergio Ramos traf zweimal per Kopf nach Standardsituationen. In der 34. Minute legte Cristiano Ronaldo nach einem Konter das 3:0 nach und das Spiel war gelaufen.

Kurz vor dem Schlusspfiff sorgte Ronaldo mit einem frechen Freistoß unter der Mauer hindurch noch für das 4:0. Es war die perfekte Szene, um den an diesem Tag absolut chancenlosen Auftritt des FC Bayern zu beschreiben.

Real holte danach den Pokal im Finale gegen den Stadtrivalen Atlético.

15. FC Barcelona - FC Bayern 3:0 | Hinspiel | 2015

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Jerome Boateng wird von Messi düpiert / LLUIS GENE/Getty Images

Wieder der FC Bayern, wieder ein spanischer Gegner.

Diesmal bekam es Pep Guardiola mit seinem Ex-Klub zu tun und der FC Barcelona schien kein Mittel gegen die Deutschen zu finden.

Lange Zeit hielt der FC Bayern ein 0:0 im Camp Nou, doch Messi schnürte in der 77. und 80. Minute einen Blitz-Doppelpack. Erst donnerte der Argentinier einen Schuss von der Strafraumgrenze in die kurze Ecke, danach setzte er Jerome Boateng auf den Hosenboden und lupfte den Ball über Neuer.

Neymar setzte mit dem Schlusspfiff noch das 3:0 oben drauf. Im Rückspiel reichte den Katalanen ein 2:3 in München, um danach im Finale von Berlin die Italiener von Juventus zu schlagen.

16. Real Madrid - FC Bayern 2:2 | Rückspiel | 2018

Sven Ulreich
Sven Ulreich patzte schwer in Madrid / David Ramos/Getty Images

Im Hinspiel in München konnte Real mit 2:1 gewinnen, doch der FC Bayern gab sich nicht auf. Im Bernabeu sorgte Joshua Kimmich - wie schon in der ersten Begegnung - für das 1:0. Doch konnte kurz darauf durch Karim Benzema ausgleichen.

Der zweite Durchgang sorgte dann für die Szene des Spiels. Kurz nach Wiederanpfiff spielte Corentin Tolisso einen Rückpass auf Keeper Sven Ulreich, doch der Torwart rutschte in merkwürdiger Manier am Ball vorbei. Benzema bedankte sich mit dem 2:1 für Madrid.

James Rodriguez konnte jedoch in der 63. Minute das 2:2 erzielen und in der Folge drängten die Deutschen auf das Tor zum Weiterkommen. Am Ende wollte der entscheidende Treffer nicht fallen, doch es war mehr drin gewesen für den FC Bayern, der gleich zwei Elfmeter hätte bekommen müssen.

Schiedsrichter Cakir pfiff aber weder beim Foul von Ramos an Lewandowski, noch beim Handspiel von Marcelo. Real setzte sich danach mit 3:1 im Finale gegen den FC Liverpool durch.

17. FC Liverpool - AS Rom 5:2 | Hinspiel | 2018

Mohamed Salah
Der FC Liverpool fegte über die Roma hinweg / Clive Brunskill/Getty Images

Die Engländer mussten sich im selben Jahr mit der AS Rom messen, die zuvor den FC Barcelona historisch eliminierte.

Der FC Liverpool wollte im Hinspiel keine Zweifel aufkommen lassen, wer an der Anfield Road das Sagen hat.

Durch die beiden Doppelpacker Roberto Firmino und Mo Salah, sowie den Treffer von Sadio Mané stand es nach 70 Spielminuten 5:0 für die Reds.

Die beiden Treffer für die Italiener durch Edin Dzeko und Diego Perotti sollten dabei nicht mehr als Kosmetik bleiben...

18. AS Rom - FC Liverpool 4:2 | Rückspiel | 2018

FBL-EUR-C1-AS ROMA-LIVERPOOL
Die AS Rom gab sich nicht geschlagen / PAUL ELLIS/Getty Images

Im Rückspiel ging der FC Liverpool durch Mané in Führung, doch die Roma konnte durch ein Eigentor von James Milner ausgleichen - brauchte aber immer noch vier weitere Treffer.

Das änderte sich auch nicht, als die Engländer durch Wijnaldum erneut in Führung gingen. Dennoch war der Pausenstand von 1:2 schwer aufzuholen. Die Roma versuchte es aber. Dzekos Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel brachte neue Hoffnung, dabei hätten die Italiener vorher schon einen Elfmeter bekommen müsse. Schiedsrichter Skomina entschied jedoch fälschlicherweise auf Abseits.

Auch nach dem 2:2 blieb ein Pfiff des Unparteiischen aus, als Alexander-Arnolds Handspiel im eigenen Strafraum übersehen wurde. In der 86. traf Radja Nainggolan zum 3:2 und in der Nachspielzeit gab es dann tatsächlich einen Elfmeter für die Römer, den ebenso der Belgier verwandelte.

Liverpool rettete sich mit viel Glück in das Finale, das man dann gegen Real verlor.

19. Ajax Amsterdam - Tottenham 2:3 | Rückspiel | 2019

Lucas Moura, Dele Alli
Lucas Moura drehte in Amsterdam auf / Dan Mullan/Getty Images

Die Überraschungsteams von Ajax Amsterdam und Tottenham standen sich im Halbfinale gegenüber. Die Holländer um Ziyech, de Ligt, de Jong und van de Beek hatten zuvor schon Real und Juve eliminiert. Tottenham konnte zwar Manchester City aus dem Turnier kegeln, doch mit Harry Kane und Heung-Min Son fehlte den Londonern der komplette Sturm gegen Ajax.

Im Hinspiel setzte sich Amsterdam mit 1:0 (van de Beek) in England durch, nichts schien im Rückspiel für die Engländer zu sprechen. Besonders nicht, nachdem de Ligt und Ziyech zur Pause ein 2:0 für Ajax herausschossen. Doch "Not-Stürmer" Lucas Moura hatte sich mit dem Gedanken ans Finale angefreundet und brachte Tottenham in der 55. und 59. Minute per Doppelpack wieder heran.

Ajax schien das 2:2 nicht verwalten zu wollen und es entstand ein offener Schlagabtausch. Ziyech traf in der 80. Minute nur den Pfosten und verpasste damit die Entscheidung.

Als Ajax sich in den letzten Sekunden der Nachspielzeit schon im Finale wähnte, schlug Moura ein drittes Mal zu und brach damit alle Holländer Herzen. Im Endspiel unterlag Tottenham dem FC Liverpool.

20. FC Liverpool - FC Barcelona 4:0 | Rückspiel | 2019

Mohamed Salah, Jurgen Klopp
Der FC Liverpool vollbrachte das Wunder / Clive Brunskill/Getty Images

Die Reds mussten ihrerseits gegen den FC Barcelona antreten und nahmen ein 0:3 aus dem Hinspiel im Camp Nou mit nach Anfield. Es half also nur noch ein Wunder. Divock Origi nährte die Hoffnungen, als er nach sieben Spielminuten die Führung für Liverpool erzielte. Bis zur Pause wollte allerdings kein weiterer Treffer folgen.

Andrew Robertson musste verletzt in der Kabine bleiben und Georginio Wijnaldum kam stattdessen in der zweiten Hälfte auf das Feld. Dieser Wechsel sollte sich bezahlt machen, denn der Holländer köpfte in der 54. und 56. Minute zwei Bälle in die Maschen der Katalanen und egalisierte damit das Ergebnis des Hinspiels.

Was dann folgte, wird lange unvergessen bleiben. Ecke für Liverpool, Alexander-Arnold überrascht alle außer Origi mit einem schnell ausgeführten Flachpass, Liverpool macht das 4:0.

Barca hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen und die Reds feierten in der Folge den langersehnten Triumph in der Königsklasse, als man im Finale die Landsleute von Tottenham mit 2:0 besiegte.

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