Das Transferzeugnis beim 1. FC Köln: Die Noten der Sommer-Neuzugänge

Steffen Baumgart ist der wichtigste Neue beim Effzeh
Steffen Baumgart ist der wichtigste Neue beim Effzeh / Matthias Hangst/GettyImages
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Ausgaben in Höhe von schlappen 250.000 Euro standen beim 1. FC Köln in diesem Transfer-Sommer Einnahmen von 22 Millionen Euro gegenüber. Beim Effzeh war Sparen angesagt. Die finanziellen Daumenschrauben waren - auch aufgrund von Corona - heftig angezogen am Geißbockheim.

Entsprechend pessimistisch war die Stimmung bei vielen FC-Fans vor Beginn der Saison. Bekanntlich hat sich das aber schnell gedreht. Der wohl wichtigste Sommer-Transfer glückte dabei auf der Trainerbank. Mit einem deutlich offensiveren Ansatz und mit ganz viel Leidenschaft hat Steffen Baumgart mit seiner Truppe einen richtig starken Saisonstart hingelegt.

Ein großer Faktor spielte dabei auch der Verbleib von Ellyes Skhiri. Zum Glück, aus FC-Sicht, reichten die Angebote für den 26-jährigen Tunesier finanziell nicht aus.

Wir blicken nach den ersten sieben Spieltagen aber auf die tatsächlichen externen Neuzugänge. Wie haben sich die fünf neuen Spieler bislang geschlagen?

1. Luca Kilian

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Luca Kilian im Zweikampf mit Leipzigs André Silva / UWE KRAFT/GettyImages

Leihe von Mainz 05
Leihgebühr: 250.000 Euro

Einzig für Luca Kilian griff der Effzeh in diesem Sommer in die Tasche. Der 22-jährige Innenverteidiger kam per Leihe für eine Saison aus Mainz. Einen Stammplatz konnte sich der siebenfache deutsche U21-Nationalspieler in Köln noch nicht erkämpfen. Immerhin zweimal stand Kilian aber in der Startelf, zweimal wurde er eingewechselt.

Nach dem Verkauf von Sebastiaan Bornauw war der 22-Jährige ein kostengünstiger Ersatz, den Trainer Baumgart noch bestens aus Paderborner Tagen kannte.

Insgesamt eine Leihe, die Sinn macht, zumal das finanzielle Risiko überschaubar ist. Kilian ist zumindest eine gute Alternative und erhöht die Möglichkeiten im Abwehrzentrum. Gut möglich, dass er im weiteren Saisonverlauf noch eine größere Rolle spielt. Aktuell bleibt ihm aber nur die als Backup.

Note: 6/10

2. Timo Hübers

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Timo Hübers beim Bundesliga-Start gegen die Hertha / UWE KRAFT/GettyImages

Ablösefrei von Hannover 96
Vertrag bis 2023

Neben Kilian verpflichtete der Effzeh auch Timo Hübers für die Innenverteidigung. Der 25-Jährige kam ablösefrei von Hannover 96, wo er in Liga zwei zum absoluten Stammpersonal gehörte und in der abgelaufenen Saison einer der besten Abwehrspieler im Unterhaus war.

Der Transfer von Hübers war damit fast schon ein "No-Brainer", zumal die Verbindung zum Klub bereits bestand. 2015/16 lief er für die zweite Mannschaft auf.

Zum Bundesliga-Start spielte Hübers beim 3:1-Heimsieg gegen Hertha durch. Zuvor stand er die vollen 120 Minuten im Pokal gegen Jena auf dem Platz. Eine Blessur am Sprunggelenk verhinderte im Anschluss weitere Einsätze. Zuletzt saß er gegen Greuther Fürth auf der Bank.

Dennoch dürfte sich der Transfer für den Effzeh bezahlt machen. Hübers ist im besten Fußballer-Alter und hat zum Saisonstart gezeigt, dass er eine Verstärkung für die Mannschaft ist. Aktuell hat Baumgart aber die Qual der Wahl in der Innenverteidigung. Hübers muss sich erst wieder ins Team kämpfen.

Note: 7/10

3. Dejan Ljubicic

Dejan Ljubicic
Dejan Ljubicic konnte bislang im FC-Mittelfeld überzeugen / Matthias Hangst/GettyImages

Ablösefrei von Rapid Wien
Vertrag bis 2025

Der österreichische Nationalspieler wurde als Nachfolger von Skhiri verpflichtet. Nach dessen Verbleib in Köln spielt der 24-Jährige nun an der Seite des Tunesiers. Für den Effzeh ein wahrer Glücksfall!

Zumal Ljubicic im Zentrum neben Skhiri bislang überzeugen konnte. In sechs von sieben Bundesliga-Partien stand der Österreicher in der Startelf. Nur zuletzt gegen Greuther Fürth kam er von der Bank. Im Heimspiel gegen den Aufsteiger setzte Baumgart auf ein sehr offensives Mittelfeld mit Uth, Duda und Kainz vor Skhiri.

Insgesamt kann man sagen, dass Ljubicic voll eingeschlagen ist. Am 24-Jährigen dürfte man in Köln noch viel Freude haben. Bei einem möglichen Abgang von Skhiri ist man jedenfalls gut gerüstet.

Note: 8/10

4. Mark Uth

Mark Uth
Mark Uth bejubelt seinen Treffer gegen die Bayern / Alexander Hassenstein/GettyImages

Ablösefrei von Schalke 04
Vertrag bis 2023

Der "verlorene Sohn" ist erneut zurück. Nach seinen starken Vorstellungen in der Rückrunde 2019/20 als S04-Leihgabe hat sich der FC Mark Uth in diesem Sommer fest geschnappt.

Der Transfer war dabei eine taktische Meisterleistung. Statt eine Ablöse für den 30-Jährigen berappen zu müssen, pokerte man in Köln so lange, bis sich Schalke auf eine Vertragsauflösung hinreißen ließ - und man sich Uth im Anschluss kostenlos schnappen konnte!

Die ganz fetten Statistiken hat Uth zum Saisonstart noch nicht vorzuweisen (ein Tor bei den Bayern, eine Vorlage im DFB-Pokal). Dennoch ist der 30-Jährige im Baumgart-System ein ganz wichtiger Faktor. Zumal der neue Trainer Uth flexibel einsetzt. Als Zehner hinter der Doppelspitze - oder zuletzt sogar als linker Achter neben Duda und Kainz. Uth ist zudem noch eine gute Option für ganz vorne, wo Baumgart bislang auf die beiden Torjäger Andersson und Modeste setzt.

Note: 9/10

5. Marvin Schwäbe

Marvin Schwäbe im Pokal gegen Jena
Marvin Schwäbe im Pokal gegen Jena / Karina Hessland/GettyImages

Ablösefrei von Bröndby IF
Vertrag bis 2024

Der U21-Europameister von 2017 kam aus Dänemark nach Köln und sollte den Druck auf Stammkeeper Timo Horn erhöhen. Zum Rundenstart durfte Schwäbe im DFB-Pokal auch gleich zwischen den Pfosten stehen. In der Bundesliga ist der 26-Jährige allerdings nur zweiter Mann.

Nach Horns guten Leistungen zum Saisonstart dürfte das auch erstmal so bleiben. Dennoch hat der FC mit Schwäbe nun eine starke Nummer zwei in der Hinterhand.

Note: 7/10