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Polzins Plan nimmt Formen an: So will der neue HSV spielen

Im Trainingslager wird immer deutlicher, auf welches System Merlin Polzin in der neuen Spielzeit setzen möchte.
Merlin Polzin setzt auch in der neuen Saison auf eine Dreierkette
Merlin Polzin setzt auch in der neuen Saison auf eine Dreierkette | picture alliance/GettyImages

Die Konturen der neuen HSV-Mannschaft werden immer klarer. Im Trainingslager in Österreich offenbarte Merlin Polzin, auf welches System er in der Bundesliga setzen will. Die neue Spielweise beeinflusst laut Hamburger Abendblatt nicht nur die weitere Transferplanung, sondern könnte auch für einige Spieler zur entscheidenden Weichenstellung werden.

Polzin setzt auf Dreierkette – weitere Verstärkungen gefragt

In den bisherigen Testspielen setzte Polzin erneut auf eine Dreierkette. Im Vergleich zur vergangenen Saison hat der HSV das System jedoch leicht angepasst und agiert nun überwiegend in einem 3-4-2-1 statt im bisherigen 3-4-1-2. Zuletzt bildeten Jordan Torunarigha, Nicolas Capaldo und Warmed Omari die Dreierkette, wobei für die zentrale Position weiterhin ein neuer Innenverteidiger gesucht wird.

Auf den Schienen kamen Bakery Jatta rechts und Nachwuchstalent Louis Lemke links zum Einsatz. Der erst 16-Jährige wusste im Trainingslager zu überzeugen, dennoch bremst Polzin die Erwartungen bewusst. "Mir geht es erstmal darum, dass ihm der Sprung aus dem Jugend- in den Herrenbereich gelingt", erklärte der HSV-Coach nach dem Test gegen Heidenheim. Langfristig ist auf der linken Seite ohnehin WM-Rückkehrer Miro Muheim gesetzt, sofern der Schweizer den Verein nicht noch verlässt. Deshalb fahndet Sportdirektor Claus Costa weiterhin nach einem Schienenspieler, der idealerweise beide Außenbahnen besetzen kann.

Im zentralen Mittelfeld vertraute Polzin zuletzt auf Nicolai Remberg und Albert Sambi Lokonga als Doppelsechs. Mit den Sommer-Neuzugängen Kofi Amoako und Bilal Nadir stehen weitere Optionen bereit. Hinter Mittelstürmer Patson Daka, der bei seinem Debüt mit drei Torbeteiligungen überzeugte, agierten Albert Grönbaek und Martin Adeline auf den offensiven Halbpositionen.

Dompé droht der System-Verlierer zu werden

Die neue Grundordnung könnte vor allem für Jean-Luc Dompé zum Problem werden. Klassische Flügelstürmer spielen in Polzins System kaum noch eine Rolle, stattdessen müssen die Außenbahnspieler enorme Laufarbeit verrichten und sowohl defensiv als auch offensiv agieren. Genau dieses Profil entspricht nicht den größten Stärken des Franzosen.

Hinzu kommt, dass Dompé wegen Adduktorenproblemen einen Großteil des Trainingslagers verpasste. Sollte ein passendes Angebot eintreffen, gilt ein Abschied des 30-Jährigen deshalb weiterhin als wahrscheinlich.

Parallel arbeitet der HSV unabhängig vom Poker um Fabio Vieira am Kader weiter. Da ein Transfer des Portugiesen weiterhin offen ist (90min berichtete), planen die Hamburger zweigleisig. Neben einem möglichen offensiven Mittelfeldspieler soll bis zum Pflichtspielstart im DFB-Pokal zudem noch ein weiterer Stürmer verpflichtet werden. Damit dürfte sich im Kader der Rothosen bis Ende der Transferperiode noch einiges bewegen.


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