Beim 2:2-Unentschieden des FC Bayern in Augsburg gab Manuel Neuer gar keine gute Figur ab. Der Torhüter patzte nach wenigen Sekunden folgenschwer und ermöglichte FCA-Profi Robin Fellhauer das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte. Beim zweiten Gegentreffer sah Neuer ebenfalls nicht gut aus, auch wenn er die Schuld in diesem Fall nicht bei sich sah.
Die Folge: Erstmals in seiner Karriere erhielt Neuer vom Fachmagazin kicker die Note 6!
Der schwache Auftritt der Torhüter-Legende hat Diskussionen angeheizt, ob der FC Bayern den Generationswechsel zwischen den Pfosten nicht schon früher vollziehen sollte. So plädierte Ex-Profi Steffen Freund beispielsweise dafür, Jonas Urbig im Laufe der Saison zum neuen Stammkeeper zu ernennen und nicht erst bis zum kommenden Sommer zu warten, wenn Neuer seine Karriere mutmaßlich beenden wird.
Kurzfristig muss Bayern-Trainer Vincent Kompany diese Frage glücklicherweise gar nicht erst moderieren, da Neuer mit einer Fußverletzung ausfällt. Somit wird Urbig im Champions-League-Spiel gegen Viking Stavanger das bajuwarische Tor hüten (90min berichtete).
Matthus hält fest zu Neuer
Für Lothar Matthäus gibt es aber ohnehin keinerlei Zweifel daran, dass Neuer bis zu seinem Karriereende unangefochten bleibt. "Neuer ist die Nummer eins, Jonas Urbig wird seine Spiele bekommen", unterstrich der TV-Experte in seiner Sky-Kolumne.
"Aufgrund der Strahlkraft von Neuer und Bayern München wird die Situation speziell beäugt, aber auch das Innenverhältnis der beiden spielt eine wichtige Rolle. Urbig wird sich Hoffnung auf Einsätze machen, aber er weiß genau, wie die Rollenverteilung ist", führte Matthäus aus. "Weil er intelligent ist, wird Urbig jetzt nicht auf Einsätze pochen, nur weil Neuer einen Fehler gemacht hat."
Der deutsche Rekordnationalspieler weiß (sicherlich auch aus eigener Erfahrung), dass sich der Wind sowieso wieder schnell drehen kann: "Wenn Neuer in den nächsten Spielen wieder drei Weltklasseparaden macht, fordern die 80 Prozent, die gestern noch anonym gegen ihn abgestimmt haben, morgen schon wieder seine Vertragsverlängerung."
Die Wertschätzung für Urbig ist trotzdem sehr groß, da dieser laut Matthäus' Einschätzung "bei den meisten anderen Klubs die Nummer eins wäre". "Wahrscheinlich sogar in der Nationalmannschaft, wenn er im Verein den Spielrhythmus hätte", ergänzte der 65-Jährige. "Jürgen Klopp hält sehr viel von ihm und hat ihn in den letzten beiden Länderspielen ins Tor gestellt." In München muss er allerdings noch bis zum kommenden Sommer warten.
