Die Frauen-Bundesliga will neue Wege gehen. Dafür hat man sich vom DFB gelöst und die FBL gegründet. Ab 2027/28 wird es auch einen neuen Zyklus für die TV-Rechte geben. Die aktuellen Verträge wurden noch vom Verband ausgehandelt und bringen seit 24/25 ingesamt 5,2 Millionen Euro.
Ab kommender Saison will die FBL nach Sport-Bild-Infos eine andere Vermarktungsstrategie fahren. Statt auf kurzfristige Mehreinnahmen zu schauen, fokussiert man sich auf Vergrößerung von Reichweite und Sichtbarkeit. So sollen künftig höhere Einnahmen auch beim Sponsoring und Ticketing generiert werden können.
FBL-Präsidentin Katharina Kiel habe in einer Arbeitsgruppe ein Konzept entwickelt, das der Zielgruppe der Frauen-Bundesliga gerecht(er) werden soll. Sie sei demnach "jünger, familienorientierter, markenaffiner und kaufkräftiger als die der Männer-Bundesliga". Entsprechend soll das auch bei der Auswahl der Plattformen, Sendezeiten und Formate stärker berücksichtigt werden.
Kompakter Spieltag – Männer-Pause soll ausgenutzt werden
Bezogen auf die TV-Vermarktung und Anstoßzeiten will man daher die Zerstückelung des Spieltages einschränken. 26/27 sind die Spieltage noch von Freitag- bis Montagabend gestreckt. Die fünf Partien am Samstag und Sonntag werden zudem alle zu unterschiedlichen Zeiten angepfiffen.
Künftig soll geplant sein, ein Topspiel am Freitagabend und am Samstagnachmittag stattfinden zu lassen. Die restlichen fünf Partien sollen am Sonntag angepfiffen werden und der Montag komplett wegfallen.
Zusätzlich soll es aber auch noch "Sonderspieltage" geben, vier davon in der Länderspielpause der Männer, um so mehr Sichtbarkeit zu generieren. Angekündigt werden soll die Rechteausschreibung Ende August. Auf der Mitgliederversammlung am 30. November sollen die 14 Bundesliga-Klubs dann eine Entscheidung treffen. Ausgeschrieben ist der neue TV-Zyklus wohl nur für zwei Jahre. Nach der WM 2027, Olympia 2028 und der Heim-EM 2029 hofft man, von weiter gestiegener Aufmerksamkeit profitieren zu können.
Revolutionäre Idee: Künftig Meister-Playoffs?
Für die Ausschreibung der neuen TV-Rechte soll aber auch eine revolutionäre Spielplan-Anpassung diskutiert werden. Nach der klassischen Saison mit Hin- und Rückrunde für die 14 Mannschaften im Oberhaus wird über ein Playoff-Format nachgedacht.
Sieben Extra-Spiele würden dann nach der regulären Runde hinzukommen. Dabei sollen die ersten vier Teams der Tabelle Meister und Champions-League-Teilnehmer ausspielen. Der Tabellenelfte und -zwölfte spielen ein Abstiegs-Playoff. Der Verlierer müsste sich dann noch gegen den Sieger aus dem Duell Dritter gegen Vierter der 2. Liga durchsetzen, um in der Bundesliga zu bleiben.
Bei den TV-Sendern und Plattformen soll zuvor aber erst abgefragt werden, welches Modell attraktiver ist: Ausschließlich eine reguläre Saison im Tabellen-Modus – oder mit Playoffs im Anschluss.
So würden die Playoffs laufen
- Zwei Halbfinals: Tabellenerster gegen -vierter und Zweiter gegen Dritter. Halbfinal-Sieger spielen im Endspiel den Meister aus. Halbfinal-Verlierer im Spiel um Platz drei den dritten CL-Platz
- Platz 13 und 14 steigen direkt ab. Platz elf gegen zwölf spielt ein Playoff-Duell. Der Sieger hat den Klassenerhalt sicher, der Verlierer muss ein weiters Playoff-Spiel absolvieren. Dann gegen den Gewinner aus dem Playoff-Duell zwiwschen dem Dritten und Vierten der 2. Liga
