Rocco Reitz galt lange als absoluter Fanliebling. Seit seiner Kindheit steht er für Borussia Mönchengladbach, durchlief alle Jugendmannschaften und war eine absolute Identifikationsfigur. Dazu zog er mit seiner Energie auf und neben dem Platz immer mehr Sympathien auf seine Seite.
Umso größer ist jetzt der Bruch. Denn ausgerechnet Reitz, der bei der Borussia sogar die Kapitänsbinde trägt, wechselt im Sommer zu RB Leipzig. Ein Verein, der bei vielen Bundesliga-Fans, insbesondere aber bei den Anhängern der Borussia, einen extrem schlechten Ruf hat und in Fußballdeutschland seit Jahren polarisiert.
Ultras mit klarem Statement
Genau diese grundsätzliche Ablehnung gegenüber RB bekam Reitz nun deutlich zu spüren. Beim 0:1 in Leipzig gab es Pfiffe und Schmäh-Plakate mit Botschaften wie: "Keine Akzeptanz für Reitz" oder "Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein!"

Die Botschaft dahinter ist klar: Das Konstrukt RB Leipzig wird von vielen als Problem für die Liga angesehen. Neben den Reitz-Protesten riefen die Ultras zudem dazu auf, mit ausbleibender Stimmung und einem Bratwurstboykott ein Zeichen gegen den Milliardenkonzern Red Bull zu setzen.
Muss Reitz Konsequenzen ziehen?
Nach der offenen Ablehnung stellt sich umso mehr die Frage, wie der 23-Jährige mit dem Gegenwind umgeht. Sportlich gilt Reitz weiterhin als Lichtblick und absoluter Schlüsselspieler im Abstiegskampf. Gleichzeitig kann es für einen Kapitän zur echten Belastung werden, wenn die eigene Kurve öffentlich die Akzeptanz entzieht. Ob der 23-Jährige wegen der Vorfälle jetzt sogar die Binde abgeben muss, ist noch nicht bekannt. Reitz selbst äußerte sich bislang nicht zu dieser Thematik.
Mannschaft stellt sich hinter ihn
Innerhalb der Mannschaft ist der Ton dagegen eindeutig. Die Teamkollegen machten klar, dass sie hinter Reitz stehen, und betonten, dass für Gladbach aktuell der Abstiegskampf die realere Bedrohung ist als ein Transfer-Thema.
Philipp Sander sagte gegenüber der Bild: "Dass er für diesen Wechsel auch Gegenwind bekommt, war klar, aber für uns sind die Pfiffe überhaupt kein Thema. Wir stärken Rocco den Rücken." Moritz Nicolas ergänzte: "Im Abstiegskampf sollten Mannschaft, Verein und Fans komplett zusammenstehen. Rocco ist unser Kapitän!"
