In den Einsatzstatistiken von Florian Neuhaus kann ein glasklarer Bruch ausgemacht werden: Ausgehend vom Februar hat der Mittelfeldspieler bei Borussia Mönchengladbach unter Eugen Polanski keine Rolle mehr gespielt. Zehn Partien gab es seitdem, in nur zwei davon wurde er eingewechselt – ansonsten saß er dauerhaft auf der Bank, am vergangenen Wochenende schaffte er es gar nicht erst in den Kader.
Das ist zweifelsfrei ein neues Tief für Neuhaus, der sich eigentlich anschicken müsste, einer der Stammspieler und Leistungsträger der Fohlenelf zu sein. Das hätte wohl auch der Klub lieber, angesichts seines für Borussia-Verhältnisse sehr üppigen Jahresgehalts von rund vier Millionen Euro.
Polanski verteidigt Nicht-Nominierung von Neuhaus
Zur Entscheidung, Neuhaus gar nicht erst in den 20-Spieler-Kader zu berufen, wurde Polanski nach dem müden 1:1-Unentschieden gegen Mainz 05 seitens der Bild befragt. "Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass harte Entscheidungen anstehen, jetzt, wo Robin Hack und Nathan Ngoumou wieder zurück sind. Ich habe mit Flo gesprochen und auch zu ihm gesagt, dass das nur eine Entscheidung für das Mainz-Spiel ist", so die Erklärung des Cheftrainers.
"Es hat nicht mit schlechter Leistung zu tun, sondern es geht darum, wie ich den Kader bestücke. Jetzt in der kommenden Trainingswoche hat er wieder die Chance, sich für Wolfsburg zu empfehlen", thematisierte Polanski direkt das bevorstehende Auswärtsspiel. Ob die Spieler und in diesem Fall Neuhaus derartige Entscheidungen auch nachvollziehen können, sei derweil "eine andere Frage".
Zwischenzeitlich galt Neuhaus sogar als eines der Gesichter hinter dem temporären Aufschwung. Zunächst spielte er unter Polanski wieder eine prominente Rolle und wurde mit mehreren Statistiken, die seine Auftritte mit einem guten Punkteschnitt und einer verbesserten Tor-Quote der ganzen Mannschaft in Verbindung brachten, zu einem der wichtigen Gladbach-Akteure gemacht.
Diese Phase wirkt inzwischen, als sei sie aus einer ganz anderen Saison. Der 29-Jährige, der grundsätzlich für mehr offensive Kreativität steht und somit für etwas, das sein Team zuletzt so gut wie gar nicht ausstrahlte, scheint sich unter seinem Coach nicht mehr durchsetzen zu können.
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