Aufstiegsfavorit Hannover 96 hat einen Fehlstart in die neue Zweitliga-Saison hingelegt. Nach fünf Spieltagen liegen die Niedersachsen mit vier Zählern nur auf Rang 15. Zuletzt musste 96 eine 1:2-Pleite in Nürnberg hinnehmen. Die Konsequenz: Cheftrainer Christian Titz musste gehen.
Am Montagabend wurde die Freistellung offiziell kommuniziert. Zuvor waren bereits heiße Gerüchte um den Nachfolger im Umlauf. Jetzt steht fest: Es wird Sandro Wagner.
Der 38-jährige Ex-Stürmer übernimmt seinen dritten Posten als Cheftrainer im Profifußball. Nach Stationen in der Regionalliga in Unterhaching und einem glücklosen Intermezzo in der Bundesliga beim FC Augsburg versucht sich der ehemalige Nagelsmann-Co beim DFB nun an der Leine. Trotz des schwachen Saisonstarts dürfte Wagners Ziel in Hannover klar sein. Nach Rang vier in der vergangenen Saison soll es 26/27 nach acht Jahren im Unterhaus endlich wieder zurück ins Oberhaus gehen.
Die Stimmen zum Wagner-Hammer
Sandro Wagner: "Hannover 96 ist ein Klub mit Wucht – mit einer großen Tradition, einer sehr lebendigen Fankultur und einem erfolgshungrigen Umfeld. Natürlich habe ich genau überlegt, was mein nächster Schritt im Fußball sein soll. Schon nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen hatte ich das Gefühl, dass es mit 96 wirklich sehr gut passt. Der strukturierte, professionelle Prozess in den vergangenen Tagen hat diese Gedanken bestärkt. Ich freue mich total auf die Aufgabe, weil ich davon überzeugt bin, dass wir hier mit der richtigen Energie sehr viel Gutes bewegen und erreichen können. Von daher möchte ich den Weg, der jetzt beginnt, gerne als Team gemeinsam gut bestreiten – mit den Fans, mit allen Mitarbeitern. Wir wollen mutig und geschlossen als Einheit agieren."
Hannovers Geschäftsführer Sport Jonas Boldt: "Nach der Entscheidung zum Trainerwechsel am vergangenen Wochenende war es uns wichtig, uns die notwendige Zeit für die Regelung der Nachfolge zu nehmen. Wir haben sehr genau abgewogen, wer zu uns passt und was derjenige in der aktuellen Situation, aber natürlich auch perspektivisch mitbringen muss. Sandro Wagner ist sicherlich eine Persönlichkeit, die man im deutschen Fußball kennt. Was uns extrem überzeugt hat, war, dass er sich wirklich intensiv mit Hannover 96, unserem Kader und dem bisherigen Saisonverlauf auseinandergesetzt hatte und so in den Gesprächen außergewöhnlich gut vorbereitet war. Er ist ein Typ, der akribisch arbeitet und für die Aufgabe brennt. Der Austausch ging dementsprechend schnell in die Tiefe, sodass wir sehr klar zum Entschluss gekommen sind, dass Sandro der richtige Mann für uns ist. Mit ihm gemeinsam wollen wir die sportliche Zukunft von Hannover 96 erfolgreich gestalten."
96-Sportdirektor Ralf Becker: "Sandro Wagner hat in seinem ganzen Werdegang als Spieler und als Trainer unfassbar viel gesehen und erlebt. Er hat den Fußball in sehr vielen Facetten kennengelernt und bringt dementsprechend einen breiten Erfahrungsschatz mit. Er hat auf seinem Weg als Trainer immer viel und gern mit jungen Spielern gearbeitet und diese weiterentwickelt. Sein fußballerischer Ansatz ist offensiv, intensiv und mutig mit aggressivem Pressing. Beides passt sehr gut zu uns und unserem Kader."
