Am Sonntag, den 14. Juni steigt die deutsche Nationalmannschaft um 19 Uhr in die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ein. Für das DFB-Team geht es am ersten Gruppenspieltag (Gruppe E) im NGR Stadium in Houston gegen Curaçao. Doch wer genau ist eigentlich der Auftaktgegner der Nagelsmann-Truppe?
WM-Qualifikation bereits eine Sensation

Beim Inselstaat aus der Karibik handelt es sich tatsächlich um den kleinsten WM-Teilnehmer aller Zeiten. Curaçao, welches als autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande gilt, beheimatet lediglich rund 150.000 Einwohner und ist mit 440 km² Fläche ungefähr halb so groß wie Berlin.
Der Nachfolgestaat der niederländischen Antillen ist das allererste Mal bei einer Weltmeisterschaft vertreten, dementsprechend ist die Qualifikation bereits eine Sensation. Diese gelang den Curaçaoern am letzten Spieltag der Concacaf-Quali mit einem 0:0-Unentschieden gegen Jamaika. Durch das torlose Remis sicherte man sich den ersten Platz in seiner Quali-Gruppe und somit den Startplatz bei der WM 2026.
Junge Historie
Die sportliche Historie des karibischen Inselstaates lässt sich relativ zügig wiedergeben. Vor der WM 2014 in Brasilien, in dem sich das DFB-Team bekanntlich zum Weltmeister küren konnte, nahm man überhaupt erstmals an einer WM-Quali teil. Im Jahr 2017 folgte die erste Qualifikation für den Concacaf-Gold-Cup.
Das bisher beste Abschneiden bei einem Turnier durften die Curaçaoer mit dem Viertelfinal-Einzug beim Gold Cup 2019 feiern. Dort scheiterte man nur knapp mit 0:1 an dem späteren Finalisten aus der USA.
Bei der denkwürdigen WM 2022 in Qatar wäre der Karibikstaat übrigens auch beinahe vertreten gewesen. Damals scheiterte man erst in der vorletzten Quali-Runde gegen Panama (1:2 nach Hin- und Rückspiel).
Aufschwung, aber auch günstige Gelegenheit
Schaut man auf die letzte Dekade ist also durchaus eine positive Entwicklung rund um die Nationalmannschaft Curaçaos zu erkennen. Dabei profitierte man natürlich auch von niederländischen Akteuren mit karibischen Wurzeln.
Bei der Qualifikation zur WM 2026 nutzte der Inselstaat eine günstige Gelegenheit, die mit Sicherheit dazu beigetragen hat, dass man nun erstmals beim Großturnier antreten darf. Denn als Ausrichter des Turniers hatten die USA, Kanada und Mexiko ihren Startplatz bereits sicher, dementsprechend offen ist das Feld in der Concacaf-Quali gewesen.
Trainer-Rochade kurz vor der WM

Was den Trainerposten betrifft, haben die Curaçaoer aufregende Monate hinter sich. Noch im Februar diesen Jahres trat der Niederländer Dick Advocaat aus persönlichen Gründen als Nationaltrainer zurück und sein Landsmann Fred Rutten übernahm. Dies allerdings nur für zwei Begegnungen. Denn Ende Mai trat auch Rutten zurück, woraufhin Advocaat in sein Amt zurückkehrte, nur wenige Wochen vor dem WM-Auftakt.
Für den 78-Jährigen wird es übrigens die dritte WM-Teilnahme an der Seitenlinie, das zweite Mal in der USA. Denn bei der WM 1994 betreute er die niederländische Nationalmannschaft. Bei der WM 2006 in Deutschland coachte er die Südkoreaner. Advocaat ist seit den 80ern als Trainer tätig, unter anderem mit einem kleinen Zwischenstopp bei Borussia Mönchengladbach (2004-2005).
Curaçaos WM-Team im Gegnercheck
Schaut man auf den Kader für das Großturnier in den USA, Kanada und Mexiko wird das Kräfteverhältnis zwischen Curaçao und dem deutschen Team schnell ersichtlich. So liegt alleine der Kaderwert der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann bei einem 38 Mal höheren Wert als bei den Curaçaoern (ca. 998 Mio. € stehen rund 25 Mio. € gegenüber).
Die wertvollsten Spieler im Team des karibischen Inselstaates sind Armando Obispo (PSV Eindhoven – 4 Mio. € Marktwert), Ex-Werder-Spieler Tahith Chong (Sheffield United – 3,5 Mio. € Marktwert) sowie Sonde Hansen (FC Middlesbrough – 3,5 Mio. € Marktwert). Ein paar Akteure im Team von Dick Advocaat liefen sogar schon mal in Deutschland auf, so wie beispielsweise Jürgen Locadia
(TSG 1899 Hoffenheim – Saison 2019/20; VfL Bochum – Saison 2021/22).
Auch wenn die deutsche Nationalmannschaft nicht nur auf dem Papier deutlich überlegen sein sollte, muss das DFB-Team dennoch aufpassen. Denn in den zehn Qualifikationsspielen zur WM 2026 zeigte Curaçao gute Leistungen und erzielte mit 28 Toren die meisten aller Concacaf-Teams. In der Endrunde kassierte man zudem lediglich drei Gegentore. Selbstverständlich waren die Gegner aber auf einem anderen Niveau als die deutsche Auswahl.
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