Die Gerüchteküche brodelt. Robert Lewandowski steht kurz vor seinem Vertragsende beim FC Barcelona und damit vor einer wichtigen Entscheidung, wo er den wohl letzten Kontrakt seiner Karriere unterschreibt. Die Katalanen wären dem Vernehmen nach bereit, mit dem 37-jährigen Stürmer zu geringeren Bezügen zu verlängern, Lewandowski stehen aber wohl auch andere Türen offen.
Sebastian Staszewski, der Autor der Biografie 'Lewandowski. Prawdziwy', glaubt, dass der Angreifer im Spätherbst seiner Karriere noch einmal ein neues Kapitel aufschlägt. "Es mag überraschend klingen, aber es scheint, dass ein Verbleib beim FC Barcelona für Lewandowski keine Priorität mehr hat", erklärt er im Gespräch mit dem Portal WP SportoweFakty.
Grund dafür ist seine veränderte Rolle im Team von Trainer Hansi Flick, die er so aus den vergangenen 15 Jahren seiner Karriere nicht kennt. "Robert ist sich also bewusst, dass Barça ihn nicht mehr wie seinen größten Star behandelt. Und das ist neu für ihn. Und unangenehm, denn Lewandowski kommt mit der Rolle eines Ersatzspielers sehr schlecht zurecht", erklärt Staszewski.
Hinzu kommt, dass Lewandowski laut Staszewski entgegen einiger Medienberichte noch kein konkretes Vertragsangebot von Barça vorliegt. "Sollte es jedoch dazu kommen – und das wird vermutlich der Fall sein –, wird das Robert angebotene Gehalt niedriger sein als seine aktuellen Einkünfte, die 26 Millionen Euro pro Saison betragen. Die spanische Presse berichtet, dass die Kürzung sogar die Hälfte dieses Betrags ausmachen könnte. Das ermutigt nicht dazu, in Katalonien zu bleiben", so der Autor.
Vorteil für das Nationalteam? Lewandowski-Wechsel in die USA oder Saudi-Arabien denkbar
Trotz der aktuell kursierenden Gerüchte glaubt Staszewski nicht daran, dass es Lewandowski im Sommer zur AC Mailand zieht. Stattdessen könnte es den früheren Bundesliga-Knipser nach Saudi-Arabien oder in die MLS ziehen. Dabei würde es in erster Linie aber nicht zwangsläufig darum gehen, die Karriere ausklingen zu lassen.
"Diese Orte sind in der Lage, ihm das zu geben, was er braucht. Vor allem Liebe, Bewunderung und regelmäßige Spielzeit, denn in beiden Ligen würde Robert als Star ankommen, als dreifacher Meister Spaniens", meint Staszewski. "Das würde sich wiederum positiv auf Lewy in der Nationalmannschaft auswirken, denn ich kann mir vorstellen, dass ein in Saudi-Arabien spielender Stürmer Tore schießt, von den Fans geliebt wird und in hervorragender Stimmung zum Trainingslager der Nationalmannschaft anreist – und nicht verärgert darüber ist, dass er ein weiteres Spiel auf der Bank des FC Barcelona verbracht hat."
"Genau das erleben schließlich auch Leo Messi und Cristiano Ronaldo, die dank der geringeren Intensität Stars ihrer Ligen geblieben sind und in den Nationalfarben weiterhin mit Freude spielen", vergleicht Staszewski. "Da ich weiß, wie wichtig die Nationalmannschaft für Robert ist, kann ich mir vorstellen, dass auch dieses Argument ernsthaft analysiert wird."
Nachdem Robert Lewandowski im März mit Polen das Playoff-Finale gegen Schweden mit 2:3 verlor und damit die WM verpasst hatte, wurde über einen Abschied des Stürmers aus der Nationalmannschaft spekuliert. Wie er selbst im Interview nach dem Spiel erklärte, steht eine Entscheidung darüber noch aus. Gut möglich, dass diese auch stark von seiner Zukunft im Vereinsfußball zusammenhängt.
