Es gab wohl nur zwei Szenarien für dieses Spiel, auf das wohl weder Frankreich noch England so wirklich Lust hatte: Entweder die Partie um den dritten Platz bei dieser Weltmeisterschaft langweilt einen in den Schlaf, oder aber es wird zu einem Spektakel – und glücklicherweise wurden die Zuschauer mit Letzterem belohnt.
England konnte sich dank eines ebenso kuriosen wie wilden 6:4-Sieges über Frankreich den dritten Platz sichern. Schon in die Halbzeitpause ging die Mannschaft von Thomas Tuchel mit einer 4:0-Führung. Frankreich konnte zwar noch bis auf ein zwischenzeitliches 4:3 und später 4:5 aufschließen, doch blieben die Three Lions cool und brachten den 10-Tore-Sieg über die Ziellinie.
"Das war kein richtiger Fußball": Pressestimmen zum England-Kracher
Der regelrecht wilde Spielverlauf mit dem kaum vorherzusehendem Ergebnis sorgte natürlich weltweit für entsprechende Schlagzeilen. Die Pressestimmen (zusammengefasst von Sky Sports) machen deutlich: Mit dieser Partie und ihrem Verlauf hat so wirklich kaum jemand gerechnet.
Stimmen aus England
The Sun: "Sak-re Bleu. Die Three Lions gewinnen das verrückteste WM-Spiel aller Zeiten in einem Zehn-Tore-Thriller und sichern sich das beste Abschneiden seit 1966."
The Guardian: "Das Spiel, das bedeutungslos ist, zählte zu den Höhepunkten des Turniers, in dem Rekorde purzelten. Es endete mit einer herzlichen Umarmung zwischen Thomas Tuchel und Didier Deschamps. Das war wirklich fantastisch."
Daily Mail: "Was ist denn hier los? Die Three Lions gewinnen ein Zehn-Tore-Spektakel in Miami, Jude Bellingham erzielt in den letzten Sekunden den Siegtreffer in einem verrückten Spiel. [...] Das war das Niveau eines Wohltätigkeitsspiels. Soccer Aid. Baller League. Kein richtiger Fußball. Es wurde zwar durch einige desaströse Abwehrleistungen begünstigt, aber das Angriffsspiel war umso brillanter."
The Times: "Es ist nicht sicher, was das alles zu bedeuten hat, außer dass England eine Bronzemedaille holt. Aber die Reaktion nach dem Schlusspfiff zeigt, dass die Fans den Sieg genossen haben, und zumindest mildert die Art und Weise des Sieges den bitteren Nachgeschmack der Halbfinalniederlage etwas ab."
Stimmen aus Frankreich
RMC Sport: "Ein Schiffbruch wie die Titanic. Die französische Mannschaft geht im Spiel um Platz drei gegen England unter. In Didier Deschamps' letztem Spiel nach 14 Jahren zeigten Les Bleus nichts, sodass die Partie bereits zur Halbzeit mit dem deutlichen 0:4 entschieden war."
L'Equipe: "Zum Abschluss ein Feuerwerk. Was als Hommage an Didier Deschamps nach 14 Jahren im Amt gedacht war, entwickelte sich zu einem der verrücktesten Spiele seiner Amtszeit. In seinem 185. und letzten Spiel als Trainer der französischen Nationalmannschaft erlebte er die mit Abstand schlechteste Halbzeit seiner Karriere."
Stimmen aus Spanien
AS: "Der Druck war weg und das merkte man, als die beiden Mannschaften uns in einem Spiel, das sich wie ein Freundschaftsspiel anfühlte, in Miami zehn Tore lieferten."
Marca: "Wer behauptet, das Spiel um Platz drei sei sinnlos? Frankreich und England lieferten uns womöglich das unterhaltsamste Spiel der Weltmeisterschaft!"
Stimmen aus Italien
Corriere della Sera: "Das Finale von Miami war weniger ein Spiel als vielmehr ein Flipper-Spiel: Nach der ersten Halbzeit führte England 4:0 gegen ein blamables Frankreich, das durchaus fünf oder sechs Gegentreffer hätte kassieren können."
Gazzetta dello Sport: "Eine unglaubliche Vorstellung in Miami in einem Spiel, das niemand sehen wollte. Sakas Hattrick besiegelte den Sieg. Didier Deschamps' Abschied war alles andere als würdig."
Stimmen aus Deutschland
kicker: "Didier Deschamps verabschiedet sich mit einem Spektakel nach 14 Jahren als Frankreichs Nationaltrainer. Thomas Tuchel holt sich mit Englands 6:4-Sieg Bronze."
Bild: "Die favorisierten Franzosen hatten im Spiel um Platz drei der Weltmeisterschaft eine erste Horror-Halbzeit hingelegt und schon zur Pause völlig verdient mit 0:4 zurückgelegen."
Sport1: "Zehn-Tore-Wahnsinn! Das absurdeste Spiel der WM – Frankreich und England liefern sich im kleinen Finale ein irrwitziges Fußballspektakel. Als Sieger des Zehn-Tore-Spektakels geht am Ende England hervor."
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