Manchmal fragt man sich, beispielsweise angesichts der jüngsten Aussagen von Uli Hoeneß, wieso Max Eberl und seine Arbeit beim FC Bayern so dermaßen kritisch angesehen, während aber zugleich so über den Trainer und die Mannschaft geschwärmt wird. Immerhin fällt die Transferplanung federführend in den Bereich des Sportvorstands, der ebenfalls Vincent Kompany als neuen Cheftrainer angeheuert hat.
Die Chancen stünden wohl "60 zu 40" für die Vertragsverlängerung mit Eberl, hatte Hoeneß kurz vor Titelgewinn im DFB-Pokal angedeutet. Eine Aussage, die den Bayern-Manager doch ehrlicherweise sehr überrascht und auch verwundert hatte (90min berichtete).
Doch bloß weil es Hoeneß war, der diese Aussagen getätigt hatte, gilt er intern nicht als Kritiker von Eberl. Eher im Gegenteil: Während der Ehrenpräsident eher den Ruf als Eberl-Befürworter inne hat, ist es laut der Bild wohl vorrangig Karl-Heinz Rummenigge, der das Wirken des 52-Jährigen kritisch betrachtet.

Zu viel, zu teuer, zu wenig Kommunikation: Mehrere Kritikpunkte stehen der Eberl-Arbeit gegenüber
Zwei Kritikpunkte stehen für den Aufsichtsrat, in dem Hoeneß und Rummenigge noch immer sehr mächtige Stimmen sind, demnach im Fokus. Einerseits geht es um den Vorwurf, Eberl wolle seine Transfers immer zu schnell abschließen, sodass er dazu neige, zu viel zu bezahlen. Auch die reine Anzahl der Transfers war wohl ein Thema, wollte er im letzten Sommer auch Xavi Simons und Jamie Gittens verpflichten – was der Aufsichtsrat aber aus finanziellen Gründen nicht abnickte.
Andererseits geht es um die Gehälter, die er bei immerhin wichtigen Vertragsverlängerungen (beispielsweise mit Jamal Musiala oder Joshua Kimmich) verspricht. Das Gehaltsvolumen soll verringert werden, was in diesen Deals aber nicht erreicht wird.
Grundsätzlich ist zudem das vermeintlich schlechte Vertrauensverhältnis zwischen Eberl und dem Aufsichtsrat ein Thema an der Säbener Straße. Der Sportvorstand kommuniziere in Sachen Transfer- und Kaderplanung zu wenig mit dem Kontrollgremium, so ein Vorwurf laut der Bild. Es heißt, er würde nur dann den Austausch suchen, wenn er final das Go brauche, um seine Deals finanziell abzusegnen.
Nebenbei gibt es anscheinend noch mehrere kleine, weniger inhaltliche Differenzen. Eberl nehme interne Kritik, die beim FC Bayern und vor allem zwischen Hoeneß und Rummenigge schonmal etwas derber im Ton ausfallen kann, zu häufig zu persönlich. Dass Eberl auch manchmal absichtlich nicht zu erreichen sei, etwa wenn er zu Sonntagsspaziergängen mit Frau und Hund das Handy bewusst zu Hause lässt, könne Hoeneß wiederum nicht wirklich nachvollziehen. Letzterer dürfte auch nicht allzu erfreut über den vergleichsweise seltenen direkten und vom Manager aus initiierten Austausch sein.
Weitere Nachrichten rund um den FC Bayern:
