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"Nicht hilfreich": So wehrte sich Nagelsmann höchstselbst gegen die Neuer-Debatte

Vor einem halben Jahr wehrte der Bundestrainer sämtliche Diskussionen um eine Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Tor ab, kritisierte sie gar und verteidigte Oliver Baumann hartnäckig.
Julian Nagelsmann wehrte sich vor einem halben Jahr selbst noch gegen die Neuer-Debatte
Julian Nagelsmann wehrte sich vor einem halben Jahr selbst noch gegen die Neuer-Debatte | HANNES P. ALBERT/GettyImages

Am Donnerstag hat Julian Nagelsmann es dann auch offiziell gemacht: Manuel Neuer kehrt in die Deutsche Nationalmannschaft zurück und wird zugleich als Nummer eins mit zur Weltmeisterschaft fahren. Lange hatten sich alle Beteiligten in entsprechenden Interviews dumm stellen und ausweichen müssen – nun herrscht endlich Gewissheit.

Bei der Kaderzusammenstellung habe man versucht, "alle Topspieler zu nominieren", so Nagelsmann. Der Bundestrainer betonte: "Bei den Torhütern ist es so, dass du nur drei mitnehmen kannst. Hauptaufgabe ist es, die Besten des Landes mitzunehmen. Zu denen gehört Manuel Neuer."

So simpel fiel die Erklärung von Nagelsmann dafür aus, sich schlussendlich doch gegen Oliver Baumann als Nummer eins zu entscheiden. Wenngleich er es sicherlich eher als eine Entscheidung für Neuer bezeichnen würde.

"Ich wundere mich...": Nagelsmann selbst blockte jede Neuer-Diskussion ab

Im vergangenen Oktober klang Nagelsmann aber noch ganz anders, als er bereits zum damaligen Zeitpunkt auf diese etwaige Torwart-Rochade angesprochen wurde, die er nun selbst befürwortet, durchgezogen und erklärt hat.

Nach dem knappen 1:0-Sieg über Nordirland (13. Oktober) hatte er es als "nicht zielführend" und "nicht hilfreich" bezeichnet, wenn über ein Comeback von Neuer gesprochen wird, während er sich bereits für Baumann entschieden habe. "Jeder, der Mensch ist, kann sich sicher vorstellen, dass es ihn nicht kalt lässt", verteidigte Nagelsmann den Keeper der TSG Hoffenheim bei RTL und führte sogar noch aus: "Wir haben von den letzten zehn Spielen keines verloren, weil wir einen schlechten Torhüter drin hatten."

Oliver Baumann
Oliver Baumann im Einsatz gegen die Schweiz (März 2026) | Alex Grimm/GettyImages

Die gesamte Diskussion sei daher "nicht von Vorteil". Weder für das DFB-Team, noch für Baumann oder auch für Neuer persönlich. "Meines Wissens ist Manu zurückgetreten. Ich wundere mich, dass wir trotzdem jede Woche diskutieren", gab sich der Bundestrainer gar genervt von diesem Thema. Wenige Monate später, längst nicht erst zur Kader-Nominierung an diesem Mai-Donnerstag, sorgte er dann selbst für genau diesen Wechsel.

Nun mag jeder seine eigene Meinung zum Neuer-Comeback und der Ausbootung von Baumann haben. Ist die Entscheidung richtig? Ist sie vernünftig kommuniziert? Ist der Zeitpunkt richtig gewählt? Fragen, die gestellt werden sollten. Doch auch die Aussagen von Nagelsmann höchstselbst, dem Entscheider und damit auch Verteidiger dieses zweifelsfrei kontroversen Entschlusses, sollten dabei keineswegs vergessen werden.

Hoffenheims Sportchef Andreas Schicker kommentierte die Torwart-Kehrtwende derweil gegenüber der Bild wiefolgt: "Am Ende ist es selbstverständlich die Entscheidung des Bundestrainers, wen er nominiert beziehungsweise aufstellt. Was die Kommunikation und den Stil betrifft, kann sich jeder selbst ein Urteil bilden."


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