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"Nicht bundesligatauglich" – Kult-Trainer gibt die Schalker Partybremse

Auf Schalke wird nach dem Bundesliga-Aufstieg ausgiebig gefeiert. Parallel zu den Feierlichkeiten warnt Kult-Trainer Neururer den Zweitliga-Meister.
Wenn es nach Peter Neururer geht, steht Schalke vor einer schweren Saison
Wenn es nach Peter Neururer geht, steht Schalke vor einer schweren Saison | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Mit dem 1:0-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf machte der FC Schalke 04 den Aufstieg in die Bundesliga klar und einen Tag später stand auch die Meisterschaft in der 2. Bundesliga fest. Während alle die es mit den Königsblauen halten in Party-Stimmung sind, blickt Peter Neururer in einem Interview mit Absolut Fussball warnend auf die kommende Spielzeit.

Neururer sieht großen Handlungsbedarf bei S04

"Die Mannschaft ist nicht bundesligatauglich."
Peter Neururer

Auf der einen Seite betont der 71-Jährige, dass sich die Schalker "mit einer großartigen Leistung den Aufstieg mehr als verdient" haben. Auf der anderen Seite stehe dem Verein nach dem ehemaligen Trainer der Königsblauen eine riesengroße Aufgaben in Hinblick auf die kommende Saison bevor.

"Die Mannschaft ist nicht bundesligatauglich", wird Neururer eindeutig und ergänzt: "In jedem Teil der Mannschaft brauchen sie große Verstärkung." Anschließend rudert der Kult-Trainer zurück, zumindest was die Torhüterposition betrifft: "Dort ist man gut und absolut bundesligatauglich besetzt.

Unabhängig von den beiden Keepern Loris Karius und Kevin Müller sieht der 71-Jährige allerdings eine Menge Handlungsbedarf, wenn der Klassenerhalt im deutschen Oberhaus gelingen soll: "Hinten braucht man mindestens zwei Neue. [...] Man müsste die gesamte Mannschaft halten plus sechs, sieben Verstärkungen, um sicherzugehen, drinzubleiben und nicht vom ersten bis möglicherweise letzten Spieltag gegen den Abstieg zu spielen."

Vergleich zum HSV und Köln

Was das Unterfangen betrifft, die Mannschaft entsprechend zu verstärken, zieht Neururer den Vergleich zu den zwei Aufsteigern aus der vergangenen Saison: "Jeder Aufsteiger, egal wer, ob Köln oder der HSV - und die haben andere finanzielle Mittel - hatte Schwierigkeiten, die Liga zu halten. Die konnten aber investieren."

Für den ehemaligen Bundesliga-Trainer geht es deshalb bei den Königsblauen vor allem um die Beantwortung der folgenden Fragen: "Was kann Schalke investieren? Wen muss ich verkaufen, um was zu erlangen? Wie sieht die Lizenzierung aus und kann ich einen Mann wie Moussa Ndiaye, der ja nur von Anderlecht ausgeliehen ist, halten?"

Neururer sieht Gefahr durch Schalke-Umfeld

"Ansonsten haben wir aufgrund der hohen Emotionslage auf Schalke möglicherweise ganz, ganz große Probleme."
Peter Neururer

Neururer bezeichnet den Aufstieg des FC Schalke 04 zwar als "Segen für die ganze Region", warnt aber auch davor, wie schnell die Stimmung wieder kippen kann: "Dieselben Fans, die jetzt inbrünstig gejubelt haben, waren es auch, die im vergangenen Jahr nach dem letzten Heimspiel gegen Elversberg die eigene Mannschaft und den Verein verhöhnt haben. Und das vergessen einige nicht."

Der 71-Jährige führt fort: "Was ist denn, wenn diese Fans mitbekommen, dass diese Mannschaft aufgrund der finanziellen Not in der Bundesliga nicht wettbewerbsfähig ist?" Gerade deshalb sei es entscheidend, die Chancen auf einen Bundesliga-Verbleib unter anderem durch ein kluges Kadermanagement so hoch wie möglich zu halten.

"Ansonsten haben wir aufgrund der hohen Emotionslage auf Schalke möglicherweise ganz, ganz große Probleme", warnt Neururer. Für ihn gehe es dennoch darum die Euphorie mitzunehmen, sich gleichzeitig aber auch einzugestehen: "Diese Mannschaft, die aufgestiegen ist, hat keine Chance, in der Bundesliga zu bestehen."


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