Nach dem Rheinderby und vor der Länderspielpause hat Thomas Kessler beim 1. FC Köln die Trainer-Reißleine gezogen. Lukas Kwasniok wurde freigestellt, sein bisheriger Co-Trainer Rene Wagner soll die Mannschaft vorerst als Chefcoach übernehmen.
Der 37-Jährige schlüpft nach seiner zweiten Amtszeit als Assistent bei den Geiböcken erstmals in die Rolle als Profi-Cheftrainer. Sportchef Thomas Kessler sprach Wagner für die kommenden Aufgaben im Abstiegskampf deutlich das Vertrauen aus:
"Wir sind überzeugt, dass Rene gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird. Dafür bringt unser Team die Qualität, die Mentalität und die notwendige Bereitschaft mit. [...] Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen."
Wagner mit viel Lob für Kwasniok
Wagner war im Sommer nach Köln zurückgekehrt, wo er schon unter Steffen Baumgart als Co-Trainer fungierte. Zwischenzeitlich war Wagner als Assistent von Baumgart mit zum HSV und Union Berlin gewechselt. Am Dienstag sprach der 37-Jährige erstmals mit der Presse über seine neue Aufgabe.
Dabei hatte er zunächst viel Lob für Vorgänger Kwasniok übrig: "Ich habe unheimlich viel von Lukas mitgenommen. Er ist ein Trainer, der inhaltlich unfassbar gearbeitet hat, der Fußball jeden Tag, jede Sekunde, jede Millisekunde im Leben gelebt hat. Das ist etwas, was ich definitiv mitnehmen werde und auch muss."
So will Wagner die Effzeh-Wende schaffen
Wie lange Wagner Chefcoach bleibt – und ob aus der Interimslösung eine dauerhafte wird, hängt natürlich von den kommenden Ergebnissen ab. Auch deshalb wolle Wagner noch nicht zu weit voraus blicken: "Jetzt geht es darum, die Aufgabe zu erfüllen. Nichts anderes beschäftigt mich. Ich bin da relativ klar. Alles andere wird so kommen, wie es kommen soll. Ich habe die größte Chance, wenn alle anderen Erfolg haben. Das heißt: Ich kümmere mich jetzt darum, dass es den Jungs gut geht und dem Staff, und wir gemeinsam Spiele gewinnen."
Wagner müsse sich zunächst noch an die neue, ungewohnte Rolle gewöhnen. Mit dem Ziel Klassenerhalt klar im Blick: "Ich kenne die Mannschaft, ich kenne die Jungs. Ich war zweimal im Verein, ich kenne die Stadt – daher macht es mich auch stolz. Aber darum geht es jetzt gar nicht, sondern nur darum, eine Aufgabe zu erfüllen. Das ist jetzt das Ziel in den nächsten Wochen", betonte er.
Wie das gelingen soll, erklärte Wagner auch: "Wichtig ist es, jetzt Ruhe zu bewahren. Logischerweise wird von außen jetzt viel auf uns einprasseln. Ein Trainerwechsel ist ja normalerweise nie etwas Gutes. Für uns ist es jetzt wichtig, uns auf das zu fokussieren, was uns gegen Frankfurt helfen kann."
Nach der Länderspielpause geht es für die Eintracht Anfang April zunächst nach Frankfurt. Im Anschluss stehen zwei entscheidende Duelle gegen die direkte Konkurrenz Bremen und St. Pauli an. Spätestens nach diesen drei Spielen dürfte auch klar sein, ob Wagner länger als Cheftrainer im Amt bleibt.
Der Kölner Rest-Spielplan 25/26
Gegner | Datum |
|---|---|
vs. Frankfurt (A) | So., 5.4. - 17:30 Uhr |
vs. Bremen (H) | So., 12.4. - 15:30 Uhr |
vs. St. Pauli (A) | Fr., 17.4. - 20:30 Uhr |
vs. Leverkusen (H) | noch offen |
vs. Union Berlin (A) | noch offen |
vs. Heidenheim (H) | noch offen |
vs. FC Bayern (A) | Sa., 16.5. - 15:30 Uhr |
Profitieren wollen er und seine Mannschaft zunächst von den üblichen Effekten eines Trainerwechsels. Die Spieler machen auf Wagner einen freieren Eindruck: "Das Gefühl habe ich definitiv. Das bringt ein Trainerwechsel ja mit sich. Es gibt immer Jungs, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind."
Bei einigen Spielern wurde der Trainerwechsel aber vielleicht nicht so positiv aufgenommen, erklärte Wagner. "Es gibt auch Spieler, die super zufrieden waren. Um die gilt es sich auch zu kümmern. Spieler, die eine tragende Rolle gespielt haben, geht es vielleicht nicht so gut mit dem Trainerwechsel. Die wissen nicht, was passiert, ob sie noch die gleiche Position haben. Es gibt nicht immer nur Jungs, die mit einer breiten Brust rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, die sich jetzt Gedanken machen, was mit ihnen passiert", führte Wagner aus.
Bis zum 5. April, wenn es in Frankfurt für Wagner erstmals als Chef um drei Punkte geht, muss er mindestens elf Spieler finden, die mit breiter Brust auflaufen.
