Skip to main content

Neue Enthüllungen zur WM-Blamage: Kimmich-Ärger, Neuer-Ruhe & Ego-Shooter

Das frühe Aus des DFB-Teams hatte viele Gründe. Innerhalb der Mannschaft von Julian Nagelsmann gab es wohl zahlreiche Störthemen. Das hat der Spiegel jetzt von Insidern erfahren.
Aleksandar Pavlovic mit Joshua Kimmich
Aleksandar Pavlovic mit Joshua Kimmich | picture alliance/GettyImages

Bereits im Sechzehntelfinale scheiterte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2026. Zuvor wurde das DFB-Team zwar Gruppensieger, zeigte aber wackelige Leistungen. Gegen Paraguay kam die Mannschaft von Julian Nagelsmann dann nicht über ein Unentschieden hinaus, sodass schlussendlich das Elfmeterschießen entscheiden musste. Es folgten eine erneute WM-Blamage und der wohl doch etwas widerwillige Rücktritt des Bundestrainers. Den erneuten Umbruch soll nun Jürgen Klopp anleiten.

In einer Rekonstruktion des erneut frühen Ausscheidens bei der Weltmeisterschaft hat der Spiegel nun einige spannende und brisante Informationen ans Tageslicht befördert, zudem mit verschiedenen Insidern gesprochen.

Schwache Kommunikation von Nagelsmann & "zu viele Ego-Shooter"

"Man merkt, dass aus manchen Talenten Ich-AGs mit tausend Ablenkungen von außen gemacht werden."
anonymer Insider (Spiegel)

Dabei ging es natürlich auch um Nagelsmann selbst, dem eine gewisse "Harmoniebedürftigkeit" attestiert wurde. Was sich hier und da schon angedeutet hatte, betonte auch der Spiegel: Der Coach habe insbesondere bei Enttäuschungen, also beispielsweise einer Nicht-Startelf-Nominierung, so gut wie gar nicht mit seinen eigenen Spielern kommuniziert. Diese hätten sogar oftmals von sich aus das Gespräch mit ihm suchen müssen, um überhaupt etwas zu erfahren. Nagelsmann habe sie wiederum hingehalten und teilweise sogar ignoriert, zuweilen auch mehr versprochen, als er überhaupt halten konnte. Der offenbar krampfhafte Versuch, alle Spieler bei Laune zu halten, ging nach hinten los.

Zusammen mit dem Faktor, dass sich wohl verschiedene Spieler mehr mit sich selbst als mit der Mannschaft oder dem Turnier beschäftigt haben, ist das eine gefährliche Mischung. Von "zu vielen Ego-Shootern" sei beispielsweise die Rede gewesen. Einen anderen anonymen Insider zitiert der Spiegel wie folgt: "Man merkt, dass aus manchen Talenten Ich-AGs mit tausend Ablenkungen von außen gemacht werden. Da gerät das Spiel an sich aus dem Fokus."

Auch die Kommunikation nach außen, also vorrangig von Nagelsmann mit der Presse, sorgte für Verstimmungen. Mit seiner gefühlten Dauer-Kritik an Deniz Undav etwa schaffte er ein Störthema, das bei allen Partien eine Rolle spielte – etwa in der Frage, wie denn die Startelf dieses Mal aussehen würde.

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann hat den DFB mittlerweile verlassen | Wu Zhizhao/GettyImages

Kimmich-Ehrgeiz nervte die Kollegen

"Aber manchmal ist er einen Tick drüber, sodass manche abwinken."
Insider über Kimmich (Spiegel)

Einzelne Spieler haben offenbar auch mit ihrem eigenen Verhalten nicht zu einer bestmöglichen WM beigetragen. Joshua Kimmich ist sein großer Ehrgeiz keineswegs abzusprechen, doch sei das dem Spiegel zufolge dem ein oder anderen Mitspieler frühzeitig etwas viel gewesen. So habe der Kapitän zwar nichts von anderen verlangt, was er nicht auch einbringen würde. "Aber manchmal ist er einen Tick drüber, sodass manche abwinken", formulierte es eine der Quellen.

Sorgte Goretzka für miese Stimmung?

Leon Goretzka wiederum wurde bereits zuletzt eine schlechte Stimmung attestiert, was auch der Spiegel untermauert. Bereits unmittelbar nach dem 7:1-Auftaktsieg gegen Curacao sei er, aus Frust über den fehlenden Startelf-Platz seinerseits, schlecht gelaunt gewesen. Diese schlechte Laune habe er zuweilen sogar "zur Schau gestellt" und sei so auffällig gewesen, dass er von mehreren Teamkollegen darauf angesprochen wurde.

Ex-Kapitän Neuer kein Lautsprecher

Auch bei Manuel Neuer, dessen gesamtes Comeback ja schon ein riesiges Thema war, gab es wohl etwas Verwunderung. Angesichts seiner Rückkehr als Nummer eins war wohl intern erwartet worden, dass der 40-jährige Keeper dann auch eine wichtige Führungsrolle übernehmen würde. Dem war aber wohl gar nicht so: Stattdessen habe er sich eher zurückgehalten, was für viele eine Überraschung gewesen sein.

Insgesamt viele Faktoren, die zusammen das Bild einer Nationalmannschaft ergeben, die auch gar nicht dafür bereit war, über ein Sechzehntelfinale hinauszukommen. Umso mehr Hoffnung liegt nun in Jürgen Klopp, der als nächster Bundestrainer nicht nur für bessere Stimmung, sondern auch für eine bessere Kommunikation und insbesondere beständige und gute Resultate sorgen soll.


Weitere Nachrichten rund um das DFB-Team:

Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu