Das finale Testspiel und somit die Generalprobe für die Weltmeisterschaft konnte die Deutsche Nationalmannschaft mit einem 2:1 gegen die USA gewinnen. Zwischenzeitlich rang die Auswahl von Julian Nagelsmann etwas nach Kontrolle und Struktur, doch insgesamt geht der Sieg in Ordnung. Vor dem Start in die Gruppenphase am nächsten Sonntag war es wichtig, mit nun neun Siegen in Folge genug Selbstvertrauen tanken zu können.
Nagelsmann sieht gute Vorbereitung – und freut sich für Sané
"Es war ein perfekter Test für uns von den Witterungsbedingungen und vom Gegner, der emotional spielt. Wir haben jetzt zwei Siege in Folge [die Tests vor dem WM-Start], das musst du erstmal schaffen", gab es vom Bundestrainer bei RTL ein Lob für seine Mannschaft (via Bundesliga.com).
Zugleich mahnte Nagelsmann jedoch auch an (via Sky): "Wir hatten wieder eine sehr gute Anfangsphase, die ersten 15 Minuten waren sehr gut, aus so einer Überlegenheit müssen wir ein Tor draus machen. Dann wurde es offener, trotzdem müssen wir insgesamt noch ein bisschen klarer in unsere Abläufe kommen."

Im Fokus stand für Nagelsmann auch der Siegtreffer von Leroy Sané, der – natürlich auch begünstigt durch das verletzungsbedingte WM-Aus von Lennart Karl – direkt in die Startelf gerückt war und beim Jubel von seinen Teamkollegen regelrecht gefeiert wurde. "Er ist sehr beliebt und am Ende liegt es immer an ihm, wie er aufgenommen wird. Super feiner Kerl, er muss einfach an seine Grenze gehen", so Nagelsmann, der Sané ein "super Spiel" mit einem "wichtigen Tor" attestierte.
Allzu viel von seiner aktuellen Startelf wird der 38-Jährige auch nicht mehr abrücken wollen. "Man hat natürlich immer einen Plan. Aber man sieht es jetzt auch bei Lennart Karl, dass immer auch Dinge passieren, die man nicht vorhersehen kann", mahnte Nagelsmann auch die Bedeutung eines Plan B an. Dennoch gestand er ein: "Trotzdem hat man eine Idee gehabt, die man in den letzten zwei Spielen auch schon gesehen hat. Da werden jetzt von der Stamm-Elf nicht noch acht Spieler zur Startelf gegen Curacao wechseln."
Havertz: DFB-Auswahl hat die neuen Umstände gut angenommen
Einer derjenigen, die gegen die USA gestartet haben und auch von einem Stammplatz ausgehen können, ist Kai Havertz – der auch frühzeitig zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung einköpfen konnte. "Ja, ich glaube wir haben alles in allem ein gutes Spiel gemacht, ich glaube in der zweiten Hälfte waren wir noch mal besser. Wir können froh sein, gehen mit Selbstbewusstsein in das erste Gruppenspiel", zog auch er ein positives Fazit.
Dass noch nicht alles glatt läuft, sei seiner Ansicht nach aber "normal": "Jeder hat eine lange Saison hinter sich, wir sind jetzt erst in den USA angekommen, es ist das erste Spiel hier unter den Umständen, mit einer anderen Uhrzeit." Das haben die anderen Mannschaften aber auch, sodass das keine Ausrede sein sollte. Was Havertz jedoch nicht so zugesagt hat, war die Show vor dem Anpfiff, die weit über das bloße Rauslaufen mitsamt den Nationalhymnen hinausging: "Das war schon ein bisschen zu lang, ehrlicherweise. Trotzdem cool, das Ganze zu sehen. Ich weiß nicht, ob das bei den WM-Spielen auch so ist."

Baumann souverän im Tor – Nummer zwei will trotz Degradierung dem Team bestmöglich helfen
Auch Oliver Baumann konnte erneut Eigenwerbung betreiben, wenngleich ihm diese nicht mehr nützen wird. Mit seiner Leistung zeigte er sich "eigentlich sehr zufrieden", zur Leistung als Kollektiv merkte er an: "Gut, ich glaube wir haben etwas gebraucht, um uns ans Wetter zu gewöhnen und die Plätze sind auch ein bisschen anders als in Europa. Wir haben es sehr, sehr gut gemacht, auch die, die reingekommen sind, haben Gas gegeben und haben sehr viel wegverteidigt." Nun habe man "eine ordentliche Basis", auf der man aufbauen kann. Insgesamt sehe er die DFB-Auswahl deshalb auch "sehr positiv" vorbereitet.
Etwas kurios ist natürlich die Ausgangslage von Baumann: Obwohl er zur Nummer zwei degradiert wurde, musste bzw. durfte er nun die zwei finalen Testspiele bestreiten, weil Manuel Neuer noch immer nicht einsatzbereit war.
"Anfangs war es natürlich hart. Das war nicht ganz cool, von meinem Gefühl her. Aber mir war sofort klar, dass ich fürs Team da sein werde und mitgehe", berichtete der Keeper daher abschließend nochmal von seinen Gedanken rund um die Degradierung. Zugleich zeigte er sich aber als teamdienlicher Mitspieler: "Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, nicht mitzukommen. Es ist für mich ja auch eine WM. Ich möchte der Mannschaft helfen, so wie ich es schon immer gesagt habe, so ist es jetzt auch." Zu Neuer selbst habe er nach wie vor ein gutes Verhältnis.
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