Die Nicht-Nominierung von Said El Mala sorgte rund um den 1. FC Köln für große Überraschung. Noch Anfang der Woche hatte der Kölner Stadt-Anzeiger und die Bild berichtet, dass der Shootingstar der Geißböcke im deutschen WM-Kader stehen soll.
Bei der offiziellen Bekanntgabe durch Bundestrainer Julian Nagelsmann fehlte der Offensivspieler am Donnerstag dann allerdings doch. Damit reist kein Spieler der Kölner mit zur Weltmeisterschaft in die USA, nach Kanada und Mexiko.
Nagelsmann erklärt El-Mala-Entscheidung
Julian Nagelsmann äußerte sich nach der Kaderbekanntgabe ausführlich zu den Entscheidungen gegen mehrere junge Talente. Neben Said El Mala wurden auch Tom Bischof und Assan Ouedraogo nicht berücksichtigt. "Hinter jeder Nominierung steckt eine Idee und hinter jeder Absage dann am Ende leider auch", erklärte der Bundestrainer.
Besonders bei El Mala fand Nagelsmann dabei sehr lobende Worte. Der Offensivspieler habe "eine tolle Rückrunde gespielt" und "sehr gut gescort." Gleichzeitig verwies der Bundestrainer jedoch auf taktische Gründe für die Nicht-Nominierung. El Mala passe aktuell "natürlich auch sehr gut zur Spielidee von Köln", erklärte Nagelsmann.
Dort habe der Angreifer viel Raum für Umschaltsituationen und Konterläufe. "Wenn man die Heatmap sieht in Köln, ist sie schon sehr nah am eigenen Tor", sagte der 38-Jährige. Genau deshalb müsse man beim DFB prüfen, "ob er schon so weit ist", auch in einer anderen Angriffshöhe und einem anderen Spielsystem konstant zu funktionieren.
Trotz der Absage machte Nagelsmann dem Kölner Talent gleichzeitig Hoffnung für die Zukunft. "Sie sind ein großes Zukunftsversprechen für den DFB", erklärte der Bundestrainer über El Mala und die weiteren nicht nominierten Talente. Zudem betonte er: "Seine Zukunft wird kommen." Gleichzeitig räumte Nagelsmann offen ein, dass solche Gespräche immer schwierig seien: "Klar, er hätte es generell verdient."
Darum erhielt Beier den Vorzug
Statt Said El Mala nominierte Julian Nagelsmann unter anderem Maximilian Beier für die Weltmeisterschaft. Der Bundestrainer erklärte die Entscheidung ausführlich und lobte dabei vor allem die Mentalität und Arbeitsweise des Dortmunders.
Besonders in Umschaltsituationen sehe er beim 23-Jährigen große Qualitäten. "Wir haben für den Konter Maxi Beier dabei", erklärte Nagelsmann. Gleichzeitig betonte er, dass der Angreifer "eine tolle Saison gespielt" habe und vor allem mit "extremem Fleiß" sowie einer "unfassbaren Mentalität" überzeuge.

Für den Bundestrainer sei dabei entscheidend, dass Beier "in jeder Spielsekunde immer an die Grenzen geht". Genau diese Intensität passe aktuell perfekt zur Spielidee der deutschen Nationalmannschaft. Zwar sehe Nagelsmann Deutschland nicht als klassische Kontermannschaft, trotzdem brauche man gerade in engen Spielen Spieler mit hoher Dynamik und Aggressivität gegen den Ball.
Besonders begeistert zeigte sich Nagelsmann dabei von Beiers Mentalität. "Er ist immer auf dem Gaspedal", sagte der Bundestrainer über den BVB-Stürmer. Zudem verkörpere Beier "viel von dieser deutschen Arbeitermentalität". Weiter erklärte Nagelsmann: "Er marschiert, er gibt Gas – so wie wir die Nationalmannschaft sehen wollen."
Auch statistisch habe sich Beier seine WM-Nominierung laut Nagelsmann verdient. Der Angreifer habe in dieser Saison "eine ordentliche Quote" aufgelegt und sich dadurch nachhaltig empfohlen. Gerade die Mischung aus Tempo, Intensität und defensiver Arbeitsweise gab am Ende offenbar den Ausschlag gegenüber El Mala. Beide zu nominieren schien für Nagelsmann indes nicht infrage zu kommen...
