Während seine Teamkollegen den 3:2-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim bejubelten, saß Filippo Mane bedient in der Kabine. Der 21-jährige Italiener hatte sich nach rund einer halben Stunde ohne gegnerische Einwirkung auf den Sinsheimer Rasen gesetzt. Sofort war klar, dass es nicht weitergeht. In der 32. Minute musste der Innenverteidiger mit einem dick bandagierten Oberschenkel den Platz verlassen und wurde durch Arsenal-Leihgabe Ethan Nwaneri ersetzt, der dadurch zu seinem BVB-Debüt kam.
Kovač ratlos: "Der Körper spielt verrückt"
Die erste Diagnose aus dem BVB-Lager verheißt nichts Gutes: Es handelt sich abermals um eine Muskelverletzung. Für Cheftrainer Niko Kovač (54) ist der Ausfall ein absolutes Rätsel. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte der Coach: "Der Junge macht einen richtig guten Job, arbeitet fleißig und ist ein echter Musterprofi. Aber der Körper spielt bei ihm immer wieder verrückt", erklärte der Coach nach dem Abpfiff.
Die Krankenakte des Defensivtalents, das erst im Juni dieses Jahres für die italienische A-Nationalmannschaft debütierte, liest sich dramatisch. In den vergangenen Jahren verpasste Mane aufgrund ständiger Muskel-, Waden- und Oberschenkelprobleme rund 500 Tage. Beim BVB sucht man nun fieberhaft nach der Ursache für die extreme Verletzungsanfälligkeit. "Wir haben es schon ein bisschen reduzieren können, aber es ist immer noch nicht optimal. Daran arbeiten wir", so Kovač.
Die BVB-Abwehr geht auf dem Zahnfleisch
Der erneute Rückschlag ist sportlich wie menschlich extrem bitter. Mane galt als einer der großen Gewinner der Vorbereitung, hatte sich einen Stammplatz in der Dortmunder Dreierkette erkämpft und begeisterte seinen Trainer im Vorfeld noch mit seiner "Wucht und Power".
Für die Borussia spitzt sich der personelle Notstand in der Defensive durch Manes Ausfall nun dramatisch zu. Kovač muss in den kommenden Wochen bereits auf Kapitän Emre Can (Kreuzbandriss), Nico Schlotterbeck (Innenbandanriss im Sprunggelenk) und Ramy Bensebaini (Rippenprellung) verzichten. Bestätigt sich bei Mane eine schwerere Muskelverletzung, gehen dem BVB endgültig die etablierten Abwehrspieler aus.
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