Den Start in die neue Saison hat sich RB Leipzig etwas anders vorgestellt. Nachdem die erste Hürde im DFB-Pokal souverän genommen und daheim ein 3:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach am ersten Spieltag gefeiert werden konnte, gab es zuletzt zwei ernüchternde Niederlagen. Zunächst bei Werder Bremen und am Donnerstagabend in der Champions League, bei der 1:4-Pleite gegen Como.
Anscheinend sah sich Marcel Schäfer schon jetzt dazu genötigt, öffentlich Stellung zu beziehen und dabei auch Martin Demichelis als neuen Cheftrainer in Schutz zu nehmen. "Die beiden letzten Ergebnisse entsprechen nicht unserem Anspruch - das wissen wir und das reden wir auch nicht schön. Damit setzen wir uns intern sehr klar auseinander", betonte der Sport-Geschäftsführer in einem seitens des Klubs veröffentlichen Statements.
Nun werde man bei RBL "ruhig, fokussiert" bleiben und "als Club zusammen[stehen]", so Schäfer weiter. Dazu heißt es: "Das gilt für alle Mitarbeiter, die Mannschaft und das gesamte Trainerteam. Jeder hat unsere Unterstützung und unser Vertrauen."
Eine neu formierte Mannschaft brauche etwas Anlaufzeit, führte Schäfer aus und bezeichnete diese Ausgangslage, in der also etwas Geduld gefragt sein dürfte, als "die Realität". Und weiter: "Jetzt geht es darum, gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen, weiter hart zu arbeiten und die Entwicklung in den kommenden Wochen in die richtige Richtung zu lenken."

Kommentar: Schäfer ruft die Leipzig-Krise eigenständig aus
Es bleibt offen, wieso sich Schäfer so unmittelbar vor dem dritten (!) Spieltag, an dem es vor heimischer Kulisse gegen einen bislang schwachen Hamburger SV gehen wird, gedrängt fühlt, sich mit einem solchen Bekenntnis zu Wort zu melden. Natürlich waren die zwei jüngsten Spiele in ihren Resultaten und auch den Leistungen enttäuschend. Nichtsdestotrotz macht der Sport-Chef somit höchstselbst ein Thema auf, das noch ebenso deutlich wie beinahe martialisch mit "Statement des Geschäftsführers Sport" betitelt und "Marcel Schäfer äußert sich zur aktuellen Situation" eingeleitet wird.
Es gab zwar erste Kritik, doch war bislang eher peripher auf Demichelis geschaut worden, sind doch erst vier Pflichtspiele ausgetragen. Dadurch, dass er dem Coach schon jetzt öffentlich (!) das Vertrauen ausspricht, lenkt er den Fokus auf das Wirken des 45-jährigen Argentiniers. Leipzig kommuniziert sich selbst und (noch) ohne Notwendigkeit in eine erste Krise.
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