Skip to main content

Nach WM-Blamage: Kroos und Ballack ätzen gegen DFB-Stars

Beide sehen grundlegende Probleme sowohl bei der Qualität des Kaders als auch bei der Mentalität auf dem Platz.
Weltmeister Toni Kroos äußert scharfe Kritik am DFB
Weltmeister Toni Kroos äußert scharfe Kritik am DFB | Europa Press Sports/GettyImages

Das erneute frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft sorgt weiter für Diskussionen. Mit Toni Kroos und Michael Ballack haben sich nun auch zwei ehemalige DFB-Kapitäne kritisch zur aktuellen Entwicklung geäußert. Beide sehen grundlegende Probleme, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Kroos vermisst Weltklasse und Mentalität

In seinem TikTok-Format Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe fand der Weltmeister von 2014 deutliche Worte. "Wir haben aktuell keinen einzigen Weltklasse-Spieler", erklärte Kroos. Zwar verfüge Deutschland über Akteure mit großem Potenzial, doch der Unterschied sei entscheidend: "Die Weltklasse-Spieler entscheiden gerade die ganzen WM-Spiele. Da haben wir keinen einzigen."

Auch mental sieht der Ex-Profi Defizite. Bei erfolgreichen Turnieren habe seine Generation stets das Gefühl gehabt, "noch einen Gang hochschalten" zu können. Dieses Selbstverständnis fehle der aktuellen Mannschaft. Als Ursache nennt Kroos unter anderem Unsicherheit und Selbstüberschätzung: "Wir glauben, dass wir besser sind als Paraguay – wir werden schon irgendwie gewinnen."

Ballack vermisst die alten Tugenden

Auch Michael Ballack übte deutliche Kritik. Aus Sicht des früheren DFB-Kapitäns ist vor allem die klassische deutsche Mentalität verloren gegangen. "Unsere Tugenden, die Deutschland immer ausgezeichnet haben, sind ein bisschen verloren gegangen", sagte Ballack.

Besonders auffällig sei für ihn, wie schnell die Mannschaft nach Rückschlägen den Faden verliere: "Mit der ersten Aktion, wo wir vielleicht ein Tor kassieren oder einen Fehler machen, bricht das Kartenhäuschen zusammen."

Die Hauptverantwortung sieht Ballack dabei nicht ausschließlich beim Bundestrainer. "Ein Trainer ist unheimlich wichtig, aber die Spieler regeln auch ziemlich viel selbst auf dem Platz", betonte der 49-Jährige. Gerade in schwierigen Momenten müsse die Mannschaft mehr Eigenverantwortung übernehmen und als Einheit auftreten.


Weitere News zum DFB-Team lesen:

Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu