Nur wenige Minuten nach dem verlorenen Elfmeterschießen der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay sorgte Julian Nagelsmann für Aufsehen. Trotz des Ausscheidens im Sechzehntelfinale der WM 2026 schloss der Bundestrainer seinen Rücktritt klar aus. "Wenn der DFB es möchte, bereite ich sehr gerne die EM und die Nations League vor. Wenn sie das nicht möchten, müssen sie es mir sagen", sagte der 38-Jährige.
Ob die Verantwortlichen um DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig mit Nagelsmann weitermachen wollen, ist unklar. Bislang habe der Coach bezüglich seiner Zukunft aber noch keine Signale vernommen. "Die drei Herren wissen, was ich für ein Trainer bin. Und wenn sie die Überzeugung haben, dass das das Richtige ist, dann werden sie mir das sagen. Und wenn sie die Überzeugung haben, dass ein anderer das besser macht, dann werden sie mir das auch sagen", so Nagelsmann.
Dass sich der Bundestrainer weigert, sein Amt niederzulegen, könnte auch mit seinem Vertrag zusammenhängen. Schließlich würde er damit auf sehr viel Geld verzichten. Wie die Bild berichtet, verdient Nagelsmann beim DFB sieben Millionen Euro pro Jahr. Bis zu seinem Vertragsende im Sommer 2028 stünden ihm somit noch 14 Millionen Euro zu, sofern er im Amt bleibt. Bei einem Rücktritt müsste er darauf verzichten.
Dass Nagelsmann seinen Job wohl nicht behalten wird, ist nicht nur aufgrund des frühzeitigen Ausscheidens bei der WM naheliegend. In den vergangenen Monaten leistete sich der ehemalige Trainer von Hoffenheim, Leipzig und Bayern München einige kommunikative Patzer, durch die er bereits vor dem Turnier in der Kritik stand. Noch dazu sorgten personelle Entscheidungen wie die kurzfristige Rückholaktion von Manuel Neuer oder die Jokerrolle von Deniz Undav für Unverständnis.
Wie Präsident Neuendorf am Dienstag erklärte, will sich der DFB in den kommenden Tagen zusammensetzen und anschließend über das weitere Vorgehen entscheiden. Es wäre eine große Überraschung, wenn Nagelsmann das Nationalteam auf die in zwei Jahren stattfindende Europameisterschaft vorbereiten dürfte.
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