Stolze 2,02 Meter misst Skelly Alvero offiziell. Damit war der Franzose in Diensten von Werder Bremen zu Beginn dieser Saison der größte Spieler der gesamten Bundesliga. Auf dem Platz stand er allerdings nur selten.
Nur zweimal durfte er in der Hinrunde für die Grün-Weißen auflaufen, sein letzter Einsatz datierte vom dritten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach. Es brauchte also eine Lösung, denn der 23-Jährige benötigt vor allem eins: Spielpraxis.
Im Winter dann bot sich ein Ausweg an. Alvero verließ die Hanseaten leihweise in Richtung Amiens. Der Klub aus der zweiten französischen Liga steckt wie Werder dabei knietief im Abstiegskampf. Als neuer Spieler also eine schwierige Situation – Clemens Fritz ist dennoch zufrieden.
Endlich Spielpraxis!
Zwar holte er sich am Wochenende gegen US Boulogne in der 36. Minute eine Rote Karte ab und schwächte sein Team damit nachhaltig. "Die Rote Karte ist bitter für ihn“, sagt Fritz gegenüber der DeichStube, erklärt aber gleichzeitig: "Dennoch hatte er zuvor in den ersten Wochen viel Einsatzzeit."
Das stimmt. In den fünf Ligaspielen seit seinem Wechsel nach Amiens, stand der 23-Jährige stets in der Startelf und lieferte direkt bei seinem Debüt sogar eine Torvorlage. Zwar konnte auch er die sportliche Situation nicht entschärfen – Amiens gewann nur eins der fünf Spiele mit Alvero –, das primäre Ziel der Leihe wird allerdings erfüllt.
Und im Sommer?
"Uns war klar, dass Skelly zu einem Verein mit einer angespannten Situation kommt", sagt Fritz und ergänzt: "Für uns stand aber im Fokus, dass er Spielpraxis sammelt." Auf diese muss er nach seinem Platzverweis zunächst zwar verzichten, dennoch macht er deutliche Schritte nach vorne.
Wie es im Sommer mit dem Franzosen weitergeht, ist dabei noch völlig offen. Das hat aber auch mit den sportlichen Situationen in Bremen und Amiens zu tun. Bei beiden Teams ist noch nicht klar, in welcher Liga sie in der kommenden Saison antreten werden. "Für eine Entscheidung über seine Zukunft ab dem Sommer ist es noch zu früh", sagt auch Fritz. Der Vertrag von Alvero an der Weser läuft dabei noch bis 2028.
