Das Topspiel zwischen dem FC Bayern München auswärts bei Bayer Leverkusen war an Dramatik kaum zu überbieten. Der frühe Führungstreffer für Leverkusen, das erste aberkannte Tor durch Jonathan Tah, der Platzverweis gegen Nicolas Jackson, das zweite aberkannte Tor durch Harry Kane und dann der Schwalbenvorwurf samt Platzverweis gegen Luis Diaz.
Am Ende hatte Schiedsrichter Christian Dingert mächtig Erklärungsbedarf. Auch, weil aus Richtung der Bayern eine ganze Welle der Kritik gegen das Schiedsrichter-Team aufkam.
Uli Hoeneß wird überdeutlich
Ehrenpräsident Uli Hoeneß fand nach dem Spiel besonders klare Worte. Die BILD zitierte ihn mit: "Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe."
"Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe."Uli Hoeneß
Neben der bekannten Diskussion um die Handspiel-Regeln bei den aberkannten Bayern-Toren sorgte vor allem der Platzverweis gegen Luis Diaz wegen einer vermeintlichen Schwalbe für massiven Gegenwind. Zuvor hatten die Bayern bereits in Unterzahl den Ausgleich erzielt und wirkten bereit, sogar noch mehr zu holen. Mit zwei Mann weniger wurde ihnen dann aber endgültig der Wind aus den Segeln genommen.

Auch Trainer Vincent Kompany, der während des Spiels bereits die Gelbe Karte gesehen hatte, äußerte sich deutlich zur Entscheidung gegen Diaz: "Warum er die Rote bekommt, weiß keiner im Stadion. Wahnsinn. Einer muss mir erklären, warum das Gelb ist."
Selbst Christian Dingert bewertete die Szene im Nachhinein anders: "Aus dem Spiel heraus habe ich wahrgenommen, dass der Spieler Diaz abhebt. Den anschließenden Treffer am Fuß habe ich nicht so wahrgenommen. Wenn ich die Bilder sehe, sage ich: kein Elfmeter, das ist klar und Gelb-Rot sehr hart. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben", erklärte er bei Sky Sport.
Paradebeispiel für die Kritik am VAR
Nicht nur der Schiedsrichter selbst, auch die Nutzung des Video Assistant Referee wurde nach dem Spiel erneut kritisiert. Zum einen sah Dingert den Platzverweis gegen Diaz selbst als Fehler an, konnte diese spielentscheidende Szene aber nicht korrigieren, weil der VAR bei Gelben Karten nicht eingreifen darf.
Zum anderen ging es um die aberkannten Tore wegen Handspiels. Mit Blick auf den vermeintlichen Treffer von Kane, bei dem dieser den Ball zuvor mit komplett angelegtem Ellenbogen blockte, sagte Ersatz-Torwart Sven Ulreich: "Die Entscheidungen mit dem Videoschiedsrichter sind manchmal fragwürdig. Bei ganz klaren Entscheidungen kann man gern eingreifen. Aber nicht beim Block, ob da ein bisschen Hand dran ist oder nicht. Er schießt ihn aus einem Meter an."
Damit dürfte das Spiel auch in den kommenden Tagen noch für viele Diskussionen sorgen. Dank des großen Puffers der Bayern haben die strittigen Entscheidungen am Ende aber immerhin keinen entscheidenden Einfluss genommen.
