Dominique Heintz verbrachte insgesamt sechs Jahre seiner Profikarriere beim 1. FC Köln. Auf den Innenverteidiger, der im Sommer 2023 nach mehreren Zwischenstationen in die Domstadt zurückkehrte, war dabei immer Verlass. In der vergangenen Spielzeit wurde er jedoch weder von Trainer Lukas Kwasniok noch von dessen Nachfolger René Wagner regelmäßig eingesetzt, weshalb sein Abgang in diesem Sommer abzusehen war. Zumal nun auch noch der Vertrag von Heintz endet.
Das neue Ziel des 32-jährigen Routiniers weiß aber dennoch zu überraschen, schließlich zieht es ihn nun ausgerechnet zum Kölner Rivalen Fortuna Düsseldorf. Mit seiner Erfahrung soll Heintz den Rheinländern nach dem Abstieg in die 3. Liga beim Neuaufbau helfen. Doch was genau waren die Beweggründe für den brisanten Wechsel?
Heintz wäre gern in Köln geblieben
Wie es aussieht, wäre Heintz grundsätzlich gerne länger bei den Geißböcken geblieben. "Der FC wollte nicht mit mir verlängern. Wenn man nicht mehr gewollt wird, ist das anders, als wenn man von sich aus geht. Aber am Ende muss man das akzeptieren. So ist das Geschäft", erklärt er im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger offen.
Trotz der Rivalität nahm ihm daher kaum jemand den Wechsel übel. "Ich muss die Fans loben – die Resonanz war bisher verständnisvoll. Viele Kölner Fans schrieben: 'Wir wünschen dem Heintzi viel Glück.' Das zeigt, dass man als Mensch vieles richtig gemacht hat", freut sich der Defensivspieler.
Kwasniok "nicht überzeugt"
Rückblickend betrachtet hat auch der ehemalige Effzeh-Trainer Lukas Kwasniok einen Anteil daran, dass Heintz die Kölner nun verlässt. Denn anders als seine Vorgänger Gerhard Struber und Friedhelm Funkel setzte er in der vergangenen Saison kaum auf den Abwehrhünen. "In der 2. Bundesliga habe ich fast alle Spiele gemacht und hatte großen Anteil am Wiederaufstieg. Mit einem neuen Trainer, der andere Qualitäten bei einem Innenverteidiger bevorzugt, wird es schwierig. Das Vertrauen des Vereins war nicht weg. Aber trotzdem ging es halt nicht weiter", bedauert Heintz.
Kwasniok sei bereits am Anfang "nicht von mir überzeugt" gewesen. "Ich konnte mir nichts vorwerfen, ich habe alles gegeben. Ich kämpfte mich hoch und spielte gut. Dann verletzte ich mich und war schnell wieder raus. Es wäre leichter gewesen, wenn der Trainer mehr auf mich gesetzt hätte. Trotzdem: Es war eine schöne Saison beim FC. Ich habe in jedem Training Vollgas gegeben", versichert er.
Auch aufgrund der emotionalen Verabschiedung im Mai habe Heintz die letzten Monate in Köln dennoch genießen können. Rückblickend war es für ihn "daher die beste Entscheidung, 2023 noch einmal nach Köln zurückzukehren", erklärt er und erinnert sich an das Auf und Ab der vergangenen Jahre: "Der Abstieg war extrem bitter. Aber wir konnten das gemeinsam wieder gutmachen – das war der Unterschied zu 2018, als mich der FC nach dem Abstieg verkaufen wollte."
Wechsel zur Fortuna "passt perfekt"
Und so wurde schnell der Wechsel auf die andere Rheinseite zum Thema. "Sportvorstand Samir Arabi und Trainer Alexander Ende sind zu mir gekommen und haben mit mir gesprochen. Die Wertschätzung war enorm", verrät Heintz. "Zudem kann ich in Köln wohnen bleiben und meine Kinder können in ihrem Kindergarten bleiben. Das passt perfekt. Und ich will vor allem eins: Spaß am Fußball."
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