Das 1:4-Debakel zum Bundesliga-Auftakt beim SC Freiburg war für den SV Werder Bremen ein herber Rückschlag, doch die eigentliche Hiobsbotschaft erreichte den Klub schon beim Abschlusstraining. Leistungsträger und Top-Scorer Jens Stage erlitt eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel und wird den Hanseaten laut Sportchef Clemens Fritz in diesem Jahr definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
Dieser monatelange Ausfall trifft die Bremer mitten ins Mark und wirft die gesamte Transferplanung wenige Stunden vor dem Schließen des Transferfensters am Dienstagabend (20 Uhr) noch einmal komplett über den Haufen. Statt wie geplant nur noch auf den Außenbahnen nachzubessern, muss Werder nun zwingend auch einen zentralen Mann für das Mittelfeld finden.
Die finanziellen Grenzen bei Werder
Cheftrainer Daniel Thioune forderte angesichts der drastischen Situation eine hochkarätige Lösung: "Der Ausfall von Jens tut weh, aber wir müssen ihn ersetzen. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir Jens Stage mit einem Qualitätsspieler ersetzen."
Das große Problem in Bremen bleibt jedoch die angespannte wirtschaftliche Situation. Zwar stehen Moussa Ndiaye vom RSC Anderlecht und Youri Regeer von Ajax Amsterdam kurz vor einem Wechsel an die Weser, doch ein dritter hochkarätiger Transfer – wie etwa der erhoffte Deal mit Cameron Puertas – sprengt das Budget. Fritz brachte die knappen Kassen bildlich auf den Punkt: "Wenn du zehn Euro in der Tasche hast, kannst du nicht 20 ausgeben."
Doch Werder sei laut kicker und Bild nun bereit, ein gewisses Risiko einzugehen. Um dringend benötigtes Gehaltsbudget für einen neuen Mittelfeld-Antreiber freizumachen, rückt deshalb ein schneller und durchaus überraschender Spielerverkauf in den direkten Fokus der Verantwortlichen.
Blitz-Abgang von Mbangula als Ausweg?

Der Name Samuel Mbangula fällt an der Weser derzeit besonders oft, wenn es um mögliche Abgänge geht. Der belgische Flügelstürmer wurde vor einem Jahr für rund zehn Millionen Euro von Juventus Turin verpflichtet, konnte die hohen Erwartungen jedoch bislang zu selten erfüllen.
Zuletzt geriet der 22-Jährige sportlich ins Hintertreffen. Beim DFB-Pokalspiel wurde er von Thioune nach schwacher Leistung bereits zur Halbzeit ausgewechselt, beim Ligastart in Freiburg saß der hoch veranlagte Belgier 90 Minuten lang nur auf der Bank.
Laut Informationen des italienischen Transfer-Experten Gianluca Di Marzio weckt Mbangula nun konkretes Interesse in der italienischen Serie A. Vor allem der FC Bologna und Atalanta Bergamo beschäftigen sich demnach intensiv mit dem jungen Außenstürmer.
Fritz schließt einen Verkauf nicht aus

Ein Verkauf des einstigen Millionen-Einkaufs könnte Werder auf einen Schlag die dringend benötigten finanziellen Mittel verschaffen, um den monatelangen Ausfall des Vize-Kapitäns Stage adäquat abzufedern.
Darauf angesprochen, ob sich bei Mbangula noch ein schneller Wechsel anbahnen könnte, ließ Sportchef Clemens Fritz tief blicken: "Gerade hinten heraus ist auf dem Transfermarkt eine unglaubliche Dynamik drin – da kann immer etwas passieren. Deswegen will ich grundsätzlich nichts ausschließen."
Sollten die Abgänge von Mbangula sowie der Streichkandidaten Dawid Kownacki und Skelly Alvero in den nächsten Stunden über die Bühne gehen, darf an der Weser noch einmal kräftig investiert werden. Es versprechen hochspannende Tage für alle Werder-Fans zu werden.
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