Es lief bereits die Schlussminute im Franz-Beckenbauer-Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Beim Stand von 1:2 aus Sicht des BVB kochten die Emotionen auf dem Rasen des Signal Iduna Parks noch einmal richtig hoch.
Im Mittelpunkt des Geschehens stand dabei Ramy Bensebaini. Der algerische Abwehrspieler der Dortmunder setzte zu einer rücksichtslosen Grätsche gegen Bayern-Neuzugang Ismael Saibari an und traf den Münchner mit offener Sohle knapp oberhalb des Knöchels.
Schiedsrichter Schlager zögert keine Sekunde
Schiedsrichter Daniel Schlager stand unmittelbar daneben und fackelte nicht lange. Ohne zu zögern, zückte der Unparteiische die Rote Karte und schickte den 31-Jährigen vorzeitig zum Duschen. Eine Entscheidung, die auf Seiten der Hausherren für reichlich Diskussionsstoff sorgte.
BVB-Sportdirektor Nils-Ole Book äußerte sich nach der Partie in der Mixed Zone äußerst kritisch zu dem Platzverweis. "Ich fand die Rote Karte sehr hart für ihn", gab der Funktionär zu Protokoll.
Expertenmeinung stützt den Platzverweis
Patrick Ittrich, der mittlerweile als Schiedsrichter-Experte für Sky im Einsatz ist, lieferte eine detaillierte Einschätzung der Szene. "Es gibt drei Kriterien für eine Rote Karte: Dynamik, Trefferbild und Chance, den Ball zu spielen. Hier sind eigentlich zwei erfüllt. Der Ball ist längst weg und das Trefferbild ist auch übel", analysierte der Ex-Referee.
Dennoch räumte Ittrich ein, dass der Schiedsrichter einen gewissen Ermessensspielraum gehabt hätte. "Hätte er sich für Gelb entschieden, hätte diese Gelbe Karte auch Bestand gehabt", erklärte der Experte, der sich in der Gesamtbetrachtung jedoch für den Schutz der Spieler aussprach.
Kimmich pflichtet Schiedsrichter bei
Bayerns Antreiber Joshua Kimmich teilte diese Sichtweise derweil uneingeschränkt. "Ich pflichte da absolut bei. Also von der Dynamik und wie das im Spiel gewirkt hat, auch auf den Schiedsrichter, auf uns Spieler, ist es eine Rote Karte", resümierte der Nationalspieler.
Doch welche Konsequenzen hat der harte Platzverweis nun für den Dortmunder Pechvogel? Die gute Nachricht für den BVB lautet, dass Bensebaini zum Start in der Bundesliga definitiv nicht fehlen wird.
Sperre greift ausschließlich im Pokal
Gemäß den Regularien des DFB wirken sich Strafen aus dem Supercup nicht auf den Liga-Alltag, sondern ausschließlich auf den DFB-Pokal aus. Ein ähnliches Schicksal ereilte im Vorjahr bereits den Leverkusener Martin Terrier nach dessen Supercup-Platzverweis.
Somit wird das DFB-Sportgericht zeitnah über das genaue Strafmaß entscheiden. Fest steht jedoch bereits, dass Bensebaini das Erstrundenspiel der Borussia beim Fünftligisten HEBC Hamburg am 1. September verpassen wird.
Ob er aufgrund einer Rippenverletzung, die er sich in der zweiten Halbzeit zuzog und die direkt im Krankenwagen behandelt werden musste, ohnehin ausgefallen wäre, bleibt zunächst abzuwarten.
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