Sportlich feierte Werder Bremen am Samstag einen immens wichtigen Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Mit 1:0 gewannen die Grün-Weißen bei den Wölfen dank des goldenen Tores von Justin Njinmah und distanzierten die Wolfsburger auf sieben Punkte.
Allerdings stand nicht nur der Sieg im Fokus, sondern auch (erneute) Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei. Die Bremer Ultras blieben aufgrund von aus ihrer Sicht "unrechtmäßigen Kontrollen" dem Spiel fern. Der VfL Wolfsburg sowie die Polizei sahen die Schuld für die Eskalation im Anschluss bei den grün-weißen Fans. Jetzt hat sich auch Werder zu den Vorfällen geäußert.
Werder nimmt Wolfsburg in die Pflicht
"In den vergangenen Tagen haben wir uns umfassend mit den Abläufen auseinandergesetzt (...) Dabei hat sich einmal mehr gezeigt, dass solche Situationen in ihrer Dynamik vielschichtig sind und sich einer einfachen oder einseitigen Bewertung entziehen."Anne-Kathrin Laufmann
Sport-Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann widerspricht dabei den Schilderungen der beiden anderen Parteien und erklärt, dass eine einfache Schuldzuweisung in diesem Fall nicht funktioniere. "In den vergangenen Tagen haben wir uns umfassend mit den Abläufen auseinandergesetzt und dazu zahlreiche Gespräche mit unserer Fanszene, den zuständigen Behörden sowie den Verantwortlichen vor Ort geführt. Dabei hat sich einmal mehr gezeigt, dass solche Situationen in ihrer Dynamik vielschichtig sind und sich einer einfachen oder einseitigen Bewertung entziehen", sagt die 46-Jährige in einem offiziellen Statement.
Auch beim Auslöser für die Eskalation widerspricht sie dem bisher gezeichneten Bild der Wolfsburger: "Entgegen der teilweise öffentlich vermittelten Darstellung ging es im Kern nicht um generell verbotene Fanmaterialien. Vielmehr entwickelte sich die Situation aufgrund der Frage der konkret zulässigen Anzahl von Fahnenstangen, deren Mitführung grundsätzlich genehmigt war."
Diese Differenzierung sei für die "Bewertung der Gesamtsituation von wesentlicher Bedeutung", erklärte Laufmann, weil sie verdeutliche, dass es sich um eine "Auslegungs- und Abstimmungsfrage" handele.
Dialog als Weg zur Lösung
Im gesamten Statement weisen die Bremer die Vorwürfe weder von sich, noch bestätigen sie diese – vielmehr sieht Laufmann ein grundsätzliches und strukturelles Problem. "Ebenso sehen wir auf Seiten der gastgebenden Organisation und der eingesetzten Kräfte die Verantwortung, mit der notwendigen Verhältnismäßigkeit und mit einem klaren Fokus auf Kommunikation zu agieren. Aus unserer Sicht erfordern insbesondere große, strukturierte Fanszenen ein hohes Maß an Augenmaß, Flexibilität und Dialogbereitschaft", erklärt sie.
"Wiederkehrende Konflikte an vergleichbaren Schnittstellen deuten darauf hin, dass bestehende Abläufe und Abstimmungsprozesse weiterentwickelt werden müssen“, ergänzt die 46-Jährige und nimmt damit auch die Wolfsburger Polizei in die Pflicht. Abschließend betont Laufmann: "Wir werden den eingeschlagenen Dialog mit allen Beteiligten konsequent fortsetzen."
