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Nach Medina-Verpflichtung: Diese Baustellen und Transfers muss Bayer jetzt noch angehen

Mit Facundo Medina hat Bayer die nächste wichtige Baustelle geschlossen – dennoch bleibt bis zum Ende der Transferperiode einiges zu tun.
Nach der Verpflichtung von Facundo Medina ist Leverkusen hinten links bestens aufgestellt
Nach der Verpflichtung von Facundo Medina ist Leverkusen hinten links bestens aufgestellt | Frederic Scheidemann/GettyImages

Der Kader von Bayer 04 Leverkusen nimmt für die neue Saison immer mehr Gestalt an. Nach einer enttäuschenden Spielzeit sowie den prominenten Abgängen von Kerim Alajbegovic zu Juventus Turin und Double-Held Alejandro Grimaldo zu Atletico Madrid war der Handlungsbedarf bei der Werkself groß.

Zusätzliche Herausforderungen brachte die Systemumstellung von der Dreier- auf die Viererkette unter dem neuen Cheftrainer Carles Martinez mit sich. Mit den Verpflichtungen von Afonso Moreira für die Offensive, Miguel Gutierrez für die linke Abwehrseite und zuletzt Facundo Medina hat Bayer bereits wichtige Weichen gestellt.

Trotz der bisherigen Verpflichtungen wartet auf Geschäftsführer Simon Rolfes bis zum Ende der Transferperiode noch einiges an Arbeit. Einige Baustellen im Kader sind weiterhin offen. Wir zeigen, welche Transfers und Personalentscheidungen Bayer 04 noch treffen muss, um wieder ganz oben anzugreifen:

1. Moussa Diaby zurückholen

Moussa Diaby steht vor einer Rückkehr zu Bayer
Moussa Diaby | DeFodi Images/GettyImages

Eigentlich könnte dieser Punkt schon bald von der Liste gestrichen werden. Nach übereinstimmenden Medienberichten steht Bayer 04 unmittelbar vor einer Rückholaktion von Moussa Diaby. Mit dem Franzosen soll bereits eine grundsätzliche Einigung erzielt worden sein, auch die Verhandlungen mit Al-Ittihad befinden sich offenbar auf der Zielgeraden.

Zwar zeigt Inter Mailand weiterhin Interesse und Diaby stand zuletzt noch für seinen saudischen Klub auf dem Platz, dennoch gilt eine Rückkehr nach Leverkusen als wahrscheinlich.

Sportlich wäre der Transfer ein Volltreffer. Im 4-3-3-System von Carles Martinez fehlt Bayer noch ein schneller, konstanter Rechtsaußen. Zudem wird Bayers etatmäßiger Rechtsaußen Montrell Culbreath den Saisonstart verletzungsbedingt verpassen. Diaby kennt Verein und Bundesliga bestens und könnte ohne lange Eingewöhnungszeit sofort helfen – genau das Profil, das der Werkself aktuell noch fehlt.

2. Rechtsverteidiger-Frage klären

Arthur und Lucas Vazquez gelten als die besten Optionen auf Rechtsverteidiger
Arthur und Lucas Vazquez gelten als die besten Optionen auf Rechtsverteidiger | Jörg Schüler/GettyImages

Auf der Rechtsverteidiger-Position hat Bayer aktuell zwar mehrere Optionen, aber keinen Spieler, bei dem zweifelsfrei feststeht, dass er die Position dauerhaft auf hohem Bundesliga-Niveau ausfüllen kann. Arthur dürfte momentan die wahrscheinlichste Lösung sein. Der Brasilianer hat erst vor Kurzem vorzeitig bis 2031 verlängert und besitzt großes Potenzial, war seit seinem Wechsel zur Werkself allerdings immer wieder von Verletzungen ausgebremst und konnte zudem nicht durchgehend konstante Leistungen zeigen.

Mit Axel Tape steht ein weiterer hochveranlagter Spieler bereit. Der 19-Jährige bringt enormes Potenzial mit, kam in der vergangenen Saison unter Carles Martínez' Vorgänger, Kasper Hjulmand, jedoch kaum zum Zug und konnte sich bislang noch nicht nachhaltig für einen Stammplatz empfehlen. Auch in der aktuellen Vorbereitung lief es für ihn nicht optimal, zuletzt wurde er zudem von einem Infekt ausgebremst.

Lucas Vazquez bringt dagegen jede Menge Erfahrung mit und kann sowohl defensiv als auch offensiver auf der rechten Seite eingesetzt werden. Mit 35 Jahren und seiner Verletzungshistorie ist er allerdings keine Lösung, die Woche für Woche jede Belastung auffangen kann. Stand jetzt spricht vieles für Arthur – die Frage nach einer klaren Nummer eins bleibt dennoch offen.

Mit dem gelernten Innenverteidiger Jarell Quansah gibt es eine weitere Option, die zwar im Spiel nach vorne limitiert ist, dafür aber defensiv mehr Stabilität versprechen würde.

3. Transfererlöse generieren und Kader verkleinern

Jonas Hofmann, Martin Terrier und Ernest Poku gelten in Leverkusen als Abschiedskandidaten
Jonas Hofmann, Martin Terrier und Ernest Poku gelten in Leverkusen als Abschiedskandidaten | Jörg Schüler/GettyImages


Bayer 04 hat in diesem Sommer bereits mit mehreren Verkäufen wichtige Einnahmen generiert. Angesichts der bisherigen Transferausgaben und weiterer möglicher Verstärkungen sollte die Werkself diesen Weg jedoch fortsetzen und durch zusätzliche Abgänge weiteren finanziellen Spielraum schaffen. Gleichzeitig ist der Kader vor allem in der Offensive in der Breite überbesetzt. Zwar fehlt auf der rechten Außenbahn weiterhin eine klare Nummer eins, insgesamt stehen für die Offensivpositionen aber schlicht zu viele Spieler zur Verfügung.

Deshalb sollte Bayer weitere Abgänge forcieren, allen voran bei Ernest Poku. Der Niederländer kam erst im vergangenen Sommer, spielte in der Vorbereitung allerdings kaum eine Rolle und wird mit einem Wechsel nach England in Verbindung gebracht. Nottingham Forest und Sunderland sollen Interesse zeigen, im Raum steht eine Ablöse von bis zu 25 Millionen Euro.

Auch Martin Terrier und Jonas Hofmann zählen zu den möglichen Verkaufskandidaten. Terrier kann nahezu jede Position im Angriff bekleiden, findet angesichts der Konkurrenz aber nur schwer einen festen Platz und könnte insbesondere für einen französischen Klub interessant sein. Hofmann besitzt nur noch bis 2027 Vertrag und dürfte unter Carles Martinez ebenfalls keine größere Rolle spielen. Mindestens zwei dieser drei Spieler sollten Bayer noch verlassen, um den Kader zu verschlanken und gleichzeitig weitere Transfers wie den von Moussa Diaby mitzufinanzieren.

4. Palacios unbedingt halten

Exequiel Palacios muss in Leverkusen bleiben
Exequiel Palacios muss in Leverkusen bleiben | KIRILL KUDRYAVTSEV/GettyImages

Ezequiel Palacios sollte für Bayer 04 in diesem Sommer unverkäuflich sein. Der Argentinier ist seit Jahren eine zentrale Figur der Werkself, gehört zu den letzten Double-Siegern und ist als Mentalitätsspieler sowie Publikumsliebling sportlich und menschlich enorm wichtig.

Zwar gibt es Interesse aus England und Palacios soll einen Wechsel dorthin grundsätzlich favorisieren, ein bisheriges Angebot von Ipswich Town konnte ihn allerdings nicht überzeugen. Nach seiner WM-Rückkehr ist der Mittelfeldspieler zunächst fest für die Saison eingeplant.

Ein Verkauf wäre angesichts des Ausfalls von Top-Talent Kennet Eichhorn ohnehin kaum aufzufangen. Mit Robert Andrich und Equi Fernandez fehlt es Bayer an einer gleichwertigen Lösung für die Sechserposition im 4-3-3. Palacios sollte daher mindestens noch eine Saison unterm Bayer-Kreuz bleiben.

5. Tapsoba zum neuen Kapitän machen

Edmond Tapsoba sollte Bayers neuer Kapitän werden
Edmond Tapsoba sollte Bayers neuer Kapitän werden | Christof Koepsel/GettyImages

Edmond Tapsoba wäre der ideale neue Kapitän der Werkself. Der Innenverteidiger ist seit Jahren eine feste Größe in Leverkusen, gilt als absoluter Führungsspieler und genießt bei den Fans enormes Ansehen.

Aktuell steht er als Vize-Kapitän hinter Robert Andrich, der sportlich allerdings längst nicht mehr unumstritten ist und zuletzt eher die Rolle des Rotationsspielers einnahm. Tapsoba ist dagegen gesetzt, überzeugt mit großer Konstanz und dürfte bei voller Fitness nahezu jedes Pflichtspiel bestreiten.

Seine Ruhe, Erfahrung und Persönlichkeit machen ihn zudem zu einer natürlichen Führungskraft. Die Kapitänsbinde wäre deshalb die logische nächste Stufe für einen Spieler, der die Werkself bereits seit Jahren prägt.


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