Den bisweilen perfekten Saisonstart hat sich Borussia Dortmund innerhalb von fünf Tagen gleich doppelt zerschossen. Erst wurde daheim eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben, wenige Tage später eine teils schläfrig wirkende und vor allem offensiv viel zu harmlose Leistung mit einer 0:1-Niederlage in der Champions League bestraft.
Auf die Auswärtsniederlage bei Bodø/Glimt folgte, im Hinblick auf das heutige Auswärtsspiel bei Union Berlin, eine deutliche Kritik von Niko Kovac. Mit einer ungewohnten Deutlichkeit bemängelte er die Einstellung seiner Mannschaft vom vergangenen Mittwoch.
"Wir brauchen Aggressivität in den Zweikämpfen. Wenn du nicht den Körper reinbringst, sondern nur mitläufst, wird es schwierig", merkte der Cheftrainer von Schwarz-Gelb rückblickend an und betonte entsprechend (via WAZ): "Das Entscheidende ist die Einstellung."
Charaktertest für den BVB: Bremen und Bodø/Glimt sollen nur zwischenzeitliche Ausrutscher bleiben
Für den BVB geht es am Samstagnachmittag also auch darum, eine deutliche Reaktion zu zeigen. Kovac will seine Spieler griffig sehen, eine positive Aggressivität in den Zweikämpfen soll es geben, ebenso den klaren Siegeswillen. All das hat unter der Woche in der Königsklasse gefehlt. Insbesondere der Start in die zweite Halbzeit verlief erschreckend schwach. Mit einer besseren Abschlussquote hätten die Norweger alleine innerhalb dieser zehn Minuten mindestens noch einen weiteren Treffer erzielen müssen.
An der Alten Försterei geht es also auch um einen Charaktertest. Lässt Dortmund den herbstlichen Schlendrian einschleichen, der sich an die heiße Schlussphase gegen Werder Bremen und die ersten 70 Minuten in Norwegen anschließt, oder geht die Mannschaft mit eben jener Entschlossenheit zu Werke, die sie in den ersten Spielen dieser Saison so effizient gemacht hat?
Eines ist sicher: Alles andere als ein Auswärtssieg beim zurzeit Tabellensechzehnten, bestenfalls möglichst souverän, wäre ein erneuter Rückschlag für Kovac und seine Mannschaft. Doch mit einem solchen Auswärtssieg könnten das unnötige Remis und die verdiente Niederlage als zwischenzeitliches Stolpern eingestuft und zwar nicht ganz vergessen gemacht, aber auch nicht direkt als frühzeitiges Straucheln nach dem ausgezeichneten Start beschrien werden.
