Nach HSV-Abschied: Weshalb Kuntz für Irritationen sorgte
Von Fabian Küpper

Es war eine Nachricht, die aus dem Nichts kam: Stefan Kuntz legt sein Amt als Vorstandsvorsitzender nieder und verlässt den Hamburger SV mit sofortiger Wirkung. Eigentlich sollte er sich gemeinsam mit Sportdirektor Claus Costa um den Winter-Transfermarkt der Hanseaten kümmern.
Doch aufgrund von familiären Problemen bat Kuntz um eine sofortige Auflösung seines Vertrags, dem der HSV auch sofort entsprach. Kuntz meldete sich anschließend nochmal per Microsoft Teams und WhatsApp bei Mitarbeitern und Spielern. Dabei bedankte er sich für die Zusammenarbeit, die schönen gemeinsamen Momente und wünschte allen Beteiligten viel Erfolg für die Mission Klassenerhalt.
Allerdings werden dem 63-Jährigen nicht alle Mitarbeiter eine Träne nachweinen, denn während seiner Zeit beim HSV sorgte Kuntz mit einigen Aktionen für ordentlich Irritation.
Eigenartige Entscheidungen
Dazu gehärte unter anderem die Trainersuche nach der Entlassung von Steffen Baumgart im November 2024. Kuntz wollte zuerst Bruno Labbadia als Nachfolger haben. Als sich das Engagement des 59-Jährigen in der Hansestadt jedoch zerschlug, geriet Lukas Kwasniok in den Fokus, der damals noch den SC Paderborn trainierte. Erst als die Ost-Westfalen dem Wechsel einen Riegel vorschoben, beförderte er Merlin Polzin zum Cheftrainer.
Für genauso viel Verwunderung sorgte Kuntz' Gebaren in der Causa Claus Costa. Der 41-Jährige stand Ende 2024 ebenfalls vor dem Aus, da Kuntz lieber den Labbadia-Vertrauten Jörn Wolf als Transfer-Experten haben wollte. Zum Glück aus Hamburger Sicht verlief dieser Plan im Sande.
Nicht alles Gold, was glänzt
Zu diesen Aktionen kommen noch Berichte, denen zufolge Kuntz mehreren Mitarbeitern der Geschäftsstelle offen misstraute. Weshalb er dies tat, ist jedoch nicht bekannt.
Es war also nicht alles Gold, was glänzte in Kuntz' Amtszeit beim HSV. Dennoch muss man ihm zu Gute halten, dass er eine der treibenden Kräfte beim Wiederaufstieg war und die Hanseaten unter seiner Regie ein deutlich besseres und harmonischeres Bild in der Außendarstellung abgaben, als noch in den Jahren zuvor.
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