Die Pressekonferenz, die Florentino Perez, seines Zeichens Präsident von Real Madrid, kurz nach dem Clasico abhielt, ist schon jetzt legendär – allerdings vor allem aufgrund Perez' teilweise unglaublicher Vorwürfe, seiner verdrehten Argumente oder seiner Arroganz.
Vor allem der FC Barcelona bekam es auf der Wut-PK des 79-Jährigen und in einem anschließenden Interview besonders ab. Perez arbeitete sich dabei wiederholt am Skandal um den ehemaligen Schiedsrichter José María Enríquez Negreira
, der von Barça über mehrere Jahre bezahlt worden sein soll. Bewiesen ist das allerdings nicht.
Barca kündigte bereits kurz nach der Pressekonfgerenz an, rechtliche Schritte zu prüfen. Jetzt hat sich auch Präsident Joan Laporta zu Wort gemeldet.
Laporta schießt zurück
"Es sollte von zwei Jahren ohne Titel ablenken (...) und der beste Weg dafür ist, Unruhe zu stiften und alles auf Barcelona abzuwälzen. Das werden wir nicht zulassen."Joan Laporta
Dabei sieht der 73-Jährige in der PK laut der Marca vor allem eine strategische Aktion. "Ich halte das für eine Farce, aber es war strategisch", erklärte Laporta und ging dann auf Angriffskurs: "Es sollte von zwei Jahren ohne Titel ablenken, und das beunruhigt sie sehr. Irgendwie müssen sie das Ungerechtfertigte rechtfertigen – und der beste Weg dafür ist, Unruhe zu stiften und alles auf Barcelona abzuwälzen. Das werden wir nicht zulassen."
Real erlebte in der Tat eine Saison zum Vergessen. Nahezu das komplette Jahr über bestimmten zwischenmenschliche Querelen die Schlagzeilen, gleichzeitig blieben die Blancos zum ersten Mal seit fünf Jahren titellos.
Eiszeit zwischen Barça und Real
Barça hingegen gewann in dieser Saison die spanische Meisterschaft. Laporta zeigte Perez und Real zudem eine klare Linie auf: "Solange sie Barça nicht benutzen, um ihre Probleme zu vertuschen, respektiere ich ihn. Wenn sie Barça instrumentalisieren, reagieren wir. In dieser Pressekonferenz versuchten sie, Barça auf groteske Weise zu instrumentalisieren, indem sie Lügen verbreiteten und Dinge behaupteten, die nicht der Wahrheit entsprechen."
Es wird spannend zu sehen sein, wie Perez auf die giftige, aber berechtigte Reaktion Laportas reagieren wird. Die Beziehung zwischen den beiden Teams ist seit Reals Auftritt im Negreira-Fall ohnehin schon nahe dem Gefrierpunkt – besser geworden ist sie in den zurückliegenden Wochen allerdings wohl kaum.
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