Die Roten Teufel setzten sich in der ersten Runde des DFB-Pokals durch einen Last-Minute-Treffer in der Verlängerung von Ibrahim Kanate mit 1:0 bei Erzrivale Waldhof Mannheim durch. Trotz einiger sehenswerter Zweikämpfe und auch Torchancen rückte das Sportliche in einer hitzigen Begegnung für längere Zeit in den Hintergrund.
Waldhof 0-1 n.V. FCK: Die Highlights im Video
Nachdem bereits 96 Minuten Fußball gespielt waren, wurde es unangenehm: Zuerst gerieten die Spieler beider Seiten heftig aneinander, danach kam es zu schweren Ausschreitungen der Fanlager, sodass Schiedsrichter Robert Schröder nichts anderes übrig blieb, als die Männer auf dem Rasen für fast 40 Minuten in die Katakomben zu schicken. Außerdem schritt die Polizei sofort ein und ritt mit Pferden auf den Platz. Durch die Randale von den Rängen seien laut Angaben der Polizei 35 ihrer Ordnungshüter leicht verletzt sowie 85 weitere Personen medizinisch versorgt worden.
Auch nach dem Spiel wurde es hitzig
Doch damit nicht genug: Nach dem Spiel kam es vor den Mikrofonen zu einem weiteren Duell zwischen FCK-Profi Ritter und Mannheims Sportdirektor Mathias Schober, der in Kaiserslauterns Kapitän einen Auslöser der unschönen Szenen sah.
"Kurz vor Ende der Partie hat sich der Ritter da bei jeder Ecke so viel Zeit gelassen und das wirklich provoziert. Das muss man einfach so sagen", meinte der 50-Jährige und fügte hinzu: "Was dann so abgegangen ist, gerade von der Seite, wie hier provoziert wurde von der Nummer 7 [Ritter], gehört sich nicht."
Ritter kontert Schober
Eine Sichtweise, die der Beschuldigte naturgemäß nicht unterschreibt. "Ja schön. Jeder darf seine Meinung haben, das ist legitim", sagte Ritter lediglich dazu und hielt dagegen: "Ich glaube, die Bank vom Waldhof geht auch nicht jeden Sonntag um zehn in die Kirche und betet dreimal, wie lieb sie sind."
Im Interview mit Sky legte Ritter einen noch schärferen Ton an den Tag und konterte die Schober-Vorwürfe mit einem flotten Spruch: "Ist mir relativ egal, was er sagt. Hätte er damals den Ball weggeschlagen, wäre Schalke Meister geworden."
Damit bezog sich Ritter, mit dem Hintergrund der Knappen-Vergangeheit des Waldhof-Chefs, auf den legendären Meisterschaftskampf im Jahr 2001. Ex-Torhüter Schober war damals von Schalke an den HSV ausgeliehen. Am letzten Spieltag nahm er gegen den FC Bayern in der Nachspielzeit einen Rückpass mit der Hand auf - den folgenden indirekten Freistoß verwandelten die Münchner und entrissen Schalke damit in letzter Sekunde die bereits sicher geglaubte Meisterschaft.
Ein Jahr später wechselte Ritter in die Jugend des FC Schalke, wo er sechs Jahre in der Knappenschmiede verbrachte und daher heute noch als S04-Fan gilt.
