Am Ende war es ein Spaziergang für Bayern München – mal wieder. Mit 4:2 schlug der deutsche Rekordmeister den VfB Stuttgart und machte damit den 35. Titel der Vereinsgeschichte perfekt. Dabei präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany so dominant wie vielleicht noch keine Mannschaft vor ihr.
Die Bayern brachen den Torrekord aus der Saison 1971/72 und haben immer noch vier Spiele Zeit, um ihn weiter nach oben zu schrauben. Die Münchner könnten die Spielzeit mit 91 Punkten abschließen – damit würde die Mannschaft zu den Guardiola-Bayern aus der Saison 2014/15 aufschließen, die ebenfalls auf diese Ausbeute kam.
Es zeigt: Die Bayern spielen in ihrer eigenen Liga – zum Leid aller anderen. Das haben sie auch beim VfB Stuttgart erkannt. Und so waren Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle vor allem um den Zustand der Bundesliga besorgt.
Wohlgemuth und Wehrle kritisch
"Die Chancen für die Mitbewerber um die deutsche Meisterschaft waren auch diese Saison wieder nur theoretischer Natur. Da muss man auch insgesamt über die Qualität der Liga nachdenken. Wenn es nur noch darum geht, an welchem Spieltag die Meister werden, dann muss man sehen, dass wir als Mitbewerber schnelle Schritte machen", sagte Wohlgemuth.
Im Interview mit der Bild sagte Wehrle in der vergangenen Woche: "Insgesamt hat der FC Bayern mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten einen enormen Vorsprung. Da gilt es für alle anderen Klubs, in den nächsten Jahren die Lücke zu verringern. Wobei ich annehme, dass das eher Jahrzehnte dauern dürfte, bis andere Klubs aus der Liga auf Augenhöhe mit den Bayern sind."
Langeweile vorprogrammiert?
Für die Spannung in der Liga ist das natürlich fatal – und damit auch für die Attraktivität der Bundesliga und des deutschen Fußballs allgemein. Bayerns Kader alleine ist nahezu genauso viel wert wie die von Borussia Dortmund und RB Leipzig zusammen. Das alleine verdeutlicht noch einmal die Machtverhältnisse deutlich.
Spielzeiten wie 2023/24, in denen die Bayern nur Dritter bzw. einfach nicht Meister werden, dürften somit weiter die Ausnahme bleiben. Denn wenn diese Saison bislang eins gezeigt hat, dann dass die Münchner in dieser Form nirgendwo hingehen. Die Fans müssen sich also vermutlich weiterhin auf gähnende Langeweile im Meisterkampf einstellen.
