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Nach Dzeko-Rückkehr: Hat Schalke weiteren Bedarf im Sturm?

In der Theorie ist Schalke im Angriff zahlenmäßig und in den Spielerprofilen divers aufgestellt. Trotzdem bleibt eine personelle Unsicherheit durch Verfügbarkeit und mögliche Abgänge.
Edin Dzeko mit Moussa Sylla
Edin Dzeko mit Moussa Sylla | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Die namhafteste Verpflichtung dieses Sommers, wenngleich es sich auch nicht wie eine erneute Verpflichtung, sondern eher wie eine Vertragsverlängerung anfühlt, hat der FC Schalke mit Edin Dzeko inzwischen über die Bühne gebracht. Nach anfänglichen Zweifeln, ob eine weitere Zusammenarbeit sportlich wie finanziell Sinn ergibt, sind sich Klub und Spieler ein weiteres Mal einig geworden.

Doch abseits vom großen Namen hat der S04 nun einen weiteren Stürmer verpflichtet. Dieser Stürmer bringt auch ein ganz spezifisches Profil mit. So ist Dzeko natürlich kein Umschalt-Angreifer (mehr), der mit seiner Geschwindigkeit nach eigenen Balleroberungen die Tiefenläufe anbietet. Viel eher agiert er als Zielspieler, sowohl grundsätzlich im Offensivspiel, als auch für die Torchancen. Wird der 40-Jährige rund um oder bestenfalls gar im gegnerischen Strafraum gefüttert, hat er noch immer die Qualität, um möglichst viele dieser Torchancen auch zu nutzen. Darauf wird Schalke bauen.

Zumindest in der Theorie hat Schalke verschiedene Stürmer-Typen im Kader

Nun stellt sich jedoch die Frage, ob die Personalplanungen für den Angriff mit Dzeko abgeschlossen sind und wie der Sturm grundsätzlich aufgestellt ist. Neben dem Routinier stehen noch Moussa Sylla, Christian Gomis, Bryan Lasme, Junior Adamu und theoretisch auch Emil Højlund zur Verfügung. Letzterer soll laut Sky im Laufe des Augusts nach Gelsenkirchen zurückkehren und vor Ort an seinem Comeback weiterarbeiten.

Rein quantitativ scheint bei Königsblau also kein weiterer Bedarf an Stürmern vorzuherrschen. Bis zu sechs Angreifer weist der Kader auf, zudem könnten – je nach der weiteren Aufstellung – notfalls wohl auch Kenan Karaman oder auch Zaid Tchibara (insofern er nicht verliehen wird) eine solche Rolle übernehmen.

Ein theoretisches Problem offenbart sich jedoch frühzeitig: Zwar ist Sylla nochmal ein etwas anderer Spielertyp als Dzeko, doch wären die beiden jeweils als klare Zielspieler für die Torchancen angedacht. Sylla ist äußerst fit und ehrgeizig aus seinem Urlaub in die Saisonvorbereitung gestartet und obgleich ein Verkauf nie ausgeschlossen werden kann, scheint er sich zurzeit auf einen Verbleib in Gelsenkirchen zu fokussieren. Die beiden würden in dieser Rolle also schon konkurrieren. Højlund wäre zwar auch tendenziell ein solcher Abschlussspieler, doch war seine Verfügbarkeit über die letzten zwei Jahre schlichtweg nicht gegeben und zugleich bietet er in seinem Profil auch nochmal mehr den mitspielenden Aspekt an, beinahe als eine Art verkappter Spielmacher. Der junge Däne ist nicht einzuplanen.

Emil Højlund
Emil Højlund soll seine Reha zeitnah auf Schalke fortsetzen | NurPhoto/GettyImages

Lasme wäre ein klarer Umschaltspieler, der etwa bei knappen Führungen in die Spitze gestellt werden kann, um schnelle Gegenstöße gegen Mannschaften anzuführen, die ihre Defensive etwas öffnen müssen. Adamu spielte in der bisherigen Vorbereitung kaum in der Spitze, sondern war eher im (zumeist rechten) Halbraum zu finden. Teilweise wich er sogar ganz auf die Außenbahnen aus. Er ist also eher als Wirbelwind rund um die klare Sturmspitze anzusehen. Bei Gomis ist ohnehin noch offen, ob er beim S04 bleibt. Sollte kein (zwischenzeitlicher Leih-)Abnehmer gefunden werden, so müsste sich seine Rolle unter Miron Muslic noch ausdefinieren.

Die Theorie wird S04 nicht in der Bundesliga halten – weiterer Bedarf für den Sturm besteht durchaus

Besteht also noch weiterer Bedarf an Sturm-Verstärkung für die Knappen? Auf den ersten Blick wohl eher nicht, zumindest nicht angesichts der Anzahl an vorhandenem Personal. Allerdings konnte Højlund bislang nie beständig eingesetzt werden und auch Lasme hat immer wieder mit verletzungsbedingten Zwangspausen zu kämpfen. Dazu ist mindestens fraglich, ob Gomis in der Bundesliga überhaupt eine Verstärkung wäre. Er dürfte zudem zu den Abgangskandidaten gehören.

Grundsätzlich kann Schalke also durchaus noch einen weiteren Angreifer gebrauchen. Das gilt insbesondere für den Fall, dass Sylla schlussendlich doch noch abgegeben wird. Dann hätte Schalke zwar noch Einnahmen zu verbuchen, zugleich aber auch einen klaren Bedarf an einem Stammspieler in der Spitze.


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