Nach Beförderung zum Sport-Geschäftsführer: Kesslers 4-Punkte-Plan für den 1. FC Köln

Thomas Kessler ist beim Effzeh zum Sport-Geschäftsführer aufgestiegen. Die Geißböcke will er künftig nach seinen Vorstellungen ausrichten. Dafür soll ein Vier-Punkte-Plan umgesetzt werden.
Thomas Kessler hat große Pläne mit dem Effzeh
Thomas Kessler hat große Pläne mit dem Effzeh / picture alliance/GettyImages
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Vor knapp einer Woche gab der 1. FC Köln bekannt, was schon länger erwartet wurde: Thomas Kessler wurde vom Sportdirektor zum Geschäftsführer Sport befördert. Nach der Trennung von Christian Keller war dieser Posten beim Effzeh vakant. Das neu gewählte FC-Präsidium um Präsident Jörn Stobbe löste damit ein Wahlversprechen ein.

"In den vergangenen Monaten haben wir gemeinsam eine klare sportliche Ausrichtung und Struktur erarbeitet. Jetzt geht es darum, diese Inhalte konsequent mit Leben zu füllen und nachhaltig weiterzuentwickeln", hatte Kessler zu seiner Beförderung gesagt.

Nach der Bundesliga-Rückkehr verpflichtete Kessler mit Lukas Kwasniok einen neuen Cheftrainer. Jetzt sollen die Geißböcke gemeinsam wieder ein stabiler Klub im Oberhaus werden. Vier Punkte stehen dabei auf Kesslers Agenda ganz oben - wie die Sportbild in ihrer neusten Print-Ausgabe berichtet.

Kesslers Vier-Punkte-Plan

Der erste Punkt wird als 'Authentizität' beschrieben. Kessler geht es vor allem darum, den 1. FC Köln stabil zu halten. Tabellenplätze im (unteren) Mittelfeld sollen keine Enttäuschung mehr sein - sondern Ausdruck dessen, dass sich die Geißböcke als konstanter Erstligist etablieren.

In den vergangenen Jahren gab es zwar immer mal wieder erfolgreiche Ausschläge nach oben. Genauso aber mussten bittere Abstiege verkraftet werden. Diese Schwankungen will Kessler künftig vermeiden und will den Effzeh berechenbarer machen.

Damit einher geht Punkt zwei: 'Verlässlichkeit'. Nicht nur das sportliche Abschneiden soll konstanter werden. Auch die Wahrnehmung des Klubs unter den Spielern. Vor allem aufstrebende Talente sollen sich dadurch angezogener fühlen. Für Youngster-Hoffnungen soll der Effzeh zum "Ziel-Verein" werden.

Mit Said El Mala verfügt der Klub aktuell über ein leuchtendes Beispiel. In Köln soll solchen Talenten der Schritt auf die Bundesliga-Bühne ermöglicht werden. Im Bestfall sorgt die sportliche Führung dann auch für eine rasante Weiterentwicklung. Am Ende würde das vor allem der Kölner Kasse guttun.

Ein solches Modell ist bei vielen Bundesliga-Klubs das gewünschte Prinzip. Kessler will es in Köln nun erfolgreich umsetzen. Der FC-Sportchef ist sich bewusst, dass der Klub sportlich und wirtschaftlich nur mit klugen Transfers wachsen kann.

Punkt Nummer drei wird als 'Positionierung' bezeichnet. Gemeint ist der Fokus auf das Sportliche. Gerade in Köln geht der Blick gerne mal über das Geschehen auf dem Rasen hinaus. Man denke nur an die Karnevalszeit. Der Sport soll unter Kessler noch deutlicher im Vordergrund stehen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit - gerade beim Effzeh aber in der Vergangenheit nicht immer Praxis.

Als vierter und letzter Punkt gilt 'Pragmatismus'. Auch dieser Punkt wurde in Köln schon häufig aus den Augen gelassen. Statt Träumereien nachzujagen und unrealistische Pläne zu schmieden, will Kessler zielgerichtet vorgehen und realistische Ziele mit Flexibilität und, wenn nötig, mit kurzfristigen Korrekturen erreichen.

Vorgänger Keller scheiterte etwa mit dem Wunsch, allen Trainern bis zur Profi-Mannschaft vertraglich festzuschreiben, dass sie ein einheitliches Spielsystem umsetzen sollen.


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