Nach Augsburg-Pleite im Fokus: Tah und Eberl reagieren auf Urbig-Patzer
Von Leonard Schmidt

Am Samstag war es passiert: Der FC Bayern kassierte seine erste Liga-Niederlage der laufenden Saison. Ausgerechnet zuhause musste sich der Rekordmeister dem FC Augsburg am Ende wohl nicht ganz unverdient mit 1:2 geschlagen geben.
Neben zahlreichen fahrlässig geführten Zweikämpfen und fehlender Abstimmung über weite Teile des Spiels stand nach dem Abpfiff vor allem ein Spieler im Fokus: Jonas Urbig. Der 22-Jährige erhielt erneut die Chance, sich zu beweisen und bekam damit den Vorzug vor Manuel Neuer.
Auffällige Unruhe beim jungen Keeper
Eigentlich war Urbig für die Münchner bislang ein solider Rückhalt, wenn Neuer aus verschiedenen Gründen aussetzte. Gegen Augsburg leistete sich das Torwart-Talent jedoch mehrere ungewohnte Unsicherheiten.
Der erste Patzer blieb noch ohne Folgen. In der 50. Minute ließ Urbig einen Weitschuss von Alexis Claude-Maurice unsauber nach vorne abprallen und brachte damit Anton Kade in eine aussichtsreiche Abschlussposition. Jonathan Tah konnte im letzten Moment entscheidend stören.
Weniger glücklich verlief die Szene in der 76. Minute. Zuvor hatte Urbig noch einen Freistoß der Augsburger stark um den Pfosten gelenkt. Bei der anschließenden Ecke tauchte der Keeper jedoch unter dem Ball durch, sodass Arthur Chaves per Kopf zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf.
Aufmunternde Worte von den Kollegen
Trotz des Patzers und der enttäuschenden Niederlage zeigten sich die Bayern-Spieler geschlossen und stellten sich hinter ihren Torwart. Jonathan Tah, der Urbig bei der Ecke selbst behinderte, erklärte: "Als Verteidiger habe ich an jedem Gegentor wahrscheinlich einen Anteil. Deswegen soll er sich nicht so einen Kopf machen."
Weiter führte er aus: "Das ist bei Torwarten noch extremer, weil du natürlich in jeder Situation sagen kannst: Da ist man früher losgesprungen, da ist man früher rausgekommen, was auch immer. Er sollte sich da nicht so den Kopf machen. Aber ich hatte jetzt auch das Gefühl, dass er sich nicht so den Kopf zerbricht."
Schützende Worte von Eberl
Urbig selbst äußerte sich nicht öffentlich zur Kritik. Dafür fand Sportvorstand Max Eberl ähnlich deutliche Worte: "Wenn du als Mannschaft ein Spiel verlierst, dann hängst du irgendwie mit drin. Jonas weiß, dass er es da vielleicht besser machen kann, aber wie gesagt: keine Schuld von Jonas. Wir gewinnen als Kollektiv, wir verlieren zusammen."
Diese Rückendeckung ist mit Blick auf die Gesamtleistung der Bayern nachvollziehbar. Die Mannschaft zeigte insgesamt keinen stabilen Auftritt, weshalb der Ausgleich nach der Ecke aus Augsburger Sicht bereits verdient war.
Für Urbig wird es nun entscheidend sein, die eigenen Fehler sachlich zu analysieren. Erwartet wird, dass Vincent Kompany dem Torwart-Talent auch weiterhin Chancen einräumt, um in dieser Saison daraus zu lernen.
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