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Nach Atletico-Ohrfeigen: Wie geht es für Barça und Real Madrid im Alvarez-Werben weiter?

Die spanischen Schwergewichte sind mit ihren Angeboten für Julian Alvarez bei Atletico krachend abgeblitzt.
Quo vadis, Julian Alvarez?
Quo vadis, Julian Alvarez? | Visionhaus/Chris Brunskill/Fantasista/Getty Images

Der FC Barcelona hat Julian Alvarez als Wunsch-Nachfolger von Robert Lewandowski auserkoren. Auch Real Madrid hat Interesse an einer Verpflichtung des argentinischen Angreifers. So weit, so gewöhnlich in der heutigen Fußballwelt.

Doch die Transfer-Saga um den Atletico-Superstar ist anders. Zum einen, weil Alvarez Teil eines Wahlversprechens von Real-Präsident Florentino Perez ist und die Königlichen ihr abgegebenes Angebot offiziell kommunizierten. Vor allem aber, weil die Rojiblancos ungewohnt scharf und öffentlich auf die Offerten aus Barcelona und vom Stadtrivalen reagierten.

Was bisher geschah

Barça trat als erstes auf den Plan, als es um einen möglichen Blockbuster-Transfer von Julian Alvarez ging. Die Katalanen suchen nach dem Abschied von Lewandowski einen neuen Weltklasse-Torjäger und haben den Argentinier als Wunschkandidaten ausgemacht.

Ende Mai überhäuften sich die Berichte, wonach Barça ein Angebot von rund 100 Millionen Euro für den 26-Jährigen abgegeben habe. Atleticos Veto folgte auf dem Fuß. Doch nicht nur das. Die Colchoneros gingen selbst in die Offensive und trollten Barça auf X.

Dort wurden Fake-Angebote für die Stars der Katalanen gezeigt, u.a. für Lamine Yamal und Pedri. Zu sehen waren sie im Atleti-Trikot, inklusive dem berühmten 'Here we go' von Fabrizio Romano. Zudem wurden Barça Lügen vorgeworfen und allerhand an den Kopf geschmissen.

Vor den Präsidentschafts-Neuwahlen bei Real Madrid vergangenen Sonntag machte Florentino Perez dann eine Transfer-Ansage. Mit einem Angebot für einen unbekannten Spieler in Höhe von "mindestens 150 Millionen Euro" wolle er für einen neuen Rekord-Neuzugang bei den Blancos sorgen. Der vollmundigen Ankündigung ließ der 79-Jährige nach seiner Wiederwahl Taten folgen. Zumindest veröffentlichte Real ein Statement, in dem man mitteilte, Atletico jene 150 Millionen Euro für Alvarez geboten zu haben. Inklusive sofortiger Absage des Stadtrivalen mit Verweis auf die Ausstiegsklausel in Höhe von 500 Millionen Euro.

Atleticos mediale Reaktion folgte umso bissiger. Der Stadtrivale bringe sie "noch mehr zum Lachen als der FC Barcelona", hieß es unter anderem.

Ist ein Alvarez-Wechsel damit endgültig vom Tisch?

Atletico legt nach

Die Rojiblancos haben alle vermeintlichen Angebote bisher stets genutzt, um zu betonen, dass der noch bis 2030 gebundene Alvarez nicht zum Verkauf steht. Es sei denn, ein Klub zahlt die utopische Ablöse von 500 Millionen Euro.

"Julian steht nicht zum Verkauf", erklärte Vereinspräsident Enrique Cerezo gegenüber El Chiringuito als direkte Antwort auf das Angebot von Real Madrid.

Klar ist, dass das erstaunliche Ausmaß der Ablehnungen seitens Atletico – die sowohl Barcelona als auch Real Madrid offen provozieren – zeigt, dass man es den Rivalen so schwer wie möglich machen möchte.

Wird Real Madrid ein weiteres Angebot abgeben?

Das Real-Statement über das 150-Millionen-Euro-Angebot für Alvarez kam überraschend. Eine solche Praxis ist schließlich äußerst ungewöhnlich. Viele Beobachter denken, dass sich der Real-Präsident damit besonders in Szene setzen wollte. Vor allem, um zu beweisen, dass er seine Rekord-Transfer-Ankündigung wahrgemacht hat.

War das alles also nur ein PR-Gag oder will Real Madrid Alvarez wirklich verpflichten? Nur ein Mann kennt die Antwort darauf.

Fabrizio Romano hat inzwischen betont, dass Real Madrid kein verbessertes Angebot für Alvarez unterbreiten wird, da man sich durch die krasse Reaktion von Atletico gekränkt fühlt.

Es sieht also so aus, als wäre diese Angelegenheit so schnell vorbei, wie sie begonnen hat. Die Echtheit des Angebots wird weiterhin in Frage gestellt werden, was dieser zunehmend bizarren Transfer-Saga zusätzliche Mystik verleiht.

Kann Barça Alvarez noch verpflichten?

Wir stehen jetzt bei 150 Millionen Euro und Atletico hat keinen Millimeter nachgegeben. Wenn Barça diesen Deal unter Dach und Fach bringen will, müssen die Katalanen wohl noch mehr zahlen.

Nach dem 80-Millionen-Euro-Deal für Anthony Gordon gab es schon große Zweifel, ob sich Barcelona überhaupt weitere 100 Millionen Euro für Alvarez leisten kann. Für ein verbessertes Angebot bräuchte es definitiv Star-Verkäufe, um einen Alvarez-Deal gegenfinanzieren zu können.

Mit dem Real-Angebot haben die Königlichen Atletico sicher geholfen. Damit konnten die Rojiblancos den Preis für Alvarez auf jeden Fall massiv nach oben treiben.

Die Barça-nahe Mundo Deportivo berichtet allerdings, dass die Blaugrana sich von den aktuellen Ereignissen nicht beunruhigen lässt. Barça sieht Real nicht als echte Bedrohung im Werben um ihren Wunschstürmer an und glaube weiterhin, dass sie Atletico zum Verkauf überzeugen können.

Im Mittelpunkt des Optimismus von Barcelona steht eine letzte dramatische Wendung in dieser Angelegenheit. Der La-Liga-Meister ist überzeugt, dass Alvarez nach Barcelona wechseln möchte und dies auch schon in Madrid deutlich gemacht hat.

Atletico hatte dies zwar bei ihrer Antwort an Barça Ende Mai dementiert. Was wirklich stimmt, bleibt damit aber nur umso unklarer. Erneut bleiben wir fragend zurück, was wirklich der Wahrheit entspricht.

Das Warten darauf dürfte noch über den Sommer hinweg andauern. Klar scheint, dass ein Barça-Wechsel des Argentiniers nur möglich ist, wenn er bei Atletico nachdrücklich darauf drängt. Weiteres Alvarez-Drama ist also fast schon garantiert!


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