Der Pflichtspiel-Auftakt ist dem SV Werder Bremen ergebnistechnisch geglückt. Mit einem ungefährdeten 3:0-Erfolg beim Fünftligisten Lüneburger SK Hansa zogen die Grün-Weißen souverän in die nächste Runde des DFB-Pokals ein.
Doch der rein sportliche Erfolg rückt an der Weser schnell in den Hintergrund. Ein fader Beigeschmack bleibt, denn die personellen Entscheidungen von Cheftrainer Daniel Thioune sorgen intern für Zündstoff. Im Zentrum der Diskussionen steht Salim Musah, der plötzlich um seine Perspektive bangt.
Bittere Enttäuschung im Pokal
Salim Musah galt als einer der ganz großen Gewinner der Sommer-Vorbereitung. Der 1,98 Meter große Mittelstürmer spielte sich mit starken und physisch robusten Auftritten in den Vordergrund. Doch beim Pflichtspiel-Auftakt folgte die eiskalte Dusche für den formstarken Youngster.
Thioune setzte im Sturmzentrum überraschend auf den kurzfristigen Rückkehrer Niclas Füllkrug. Der 33-jährige Routinier stand nach nur vier absolvierten Trainingseinheiten direkt in der Startelf. Als Füllkrug nach 60 Minuten ausgewechselt wurde, erhielt zudem Cedric Itten den Vorzug. Für Musah blieben am Ende gerade einmal sechs mickrige Einsatzminuten – ein herber Rückschlag.
Berater schlägt Alarm
Diese unerwartete Degradierung in der internen Stürmer-Hierarchie lässt das Lager des Spielers nun massiv aufhorchen. Gegenüber der Bild-Zeitung machte Musahs Berater Danny Bachmann seinem Ärger überraschend deutlich Luft und drohte offen mit Konsequenzen.
"Salim hat die bisherigen Leistungen in der Bundesliga mit der gezeigten Vorbereitung klar bestätigt. Natürlich müssen wir uns jetzt unsere Gedanken machen", erklärte Bachmann ungewohnt scharf. Der Agent betonte unmissverständlich: "Die Entscheidungen im Pokalspiel passen nicht ansatzweise zu den letzten Gesprächen mit den Verantwortlichen."
Droht das nächste Transfer-Fiasko?

Zwar hatte Werders Sportchef Clemens Fritz einen Abgang oder eine Leihe des deutsch-ghanaischen Angreifers zuletzt noch kategorisch ausgeschlossen. Doch die späte Verpflichtung von Füllkrug hat die ohnehin angespannte Situation im Bremer Sturmzentrum komplett auf den Kopf gestellt.
Für Musah scheint der Weg zu regelmäßigen Einsatzzeiten in der Bundesliga plötzlich versperrt. Auch bei einem geheimen Testspiel am Sonntag gegen den SV Meppen (3:1) kam das Talent wieder nur als Einwechselspieler zum Zug und vergab dabei zu allem Überfluss auch noch einen selbst herausgeholten Elfmeter.
Besonders pikant ist die Personalie des Beraters: Bachmann vertritt auch die Interessen von Nick Woltemade. Das einstige Bremer Talent erhielt an der Weser zu wenig Vertrauen, flüchtete schließlich zum VfB Stuttgart und wechselte wenig später für unfassbare 75 Millionen Euro in die Premier League zu Newcastle United. Ein derartiges Fiasko wollen die Bremer bei Musah nun eigentlich zwingend verhindern – doch die Uhr im Transferfenster tickt noch.
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