Nicht wenige Fans des FC Bayern sind sich wohl einig, dass Thomas Müller im Anschluss an seine Spielerkarriere an die Säbener Straße zurückkehren soll. Der 36-Jährige, der im vergangenen Sommer zu den Vancouver Whitecaps in die MLS wechselte, könne dann eine Funktion im Management beim deutschen Rekordmeister übernehmen, heißt es häufig.
Auf ein solches Szenario seitens der Süddeutschen Zeitung angesprochen, hatte Oliver Kahn aber so seine Zweifel. "Selbst wenn du Weltmeister bist und alles gewonnen hast: Als Verantwortlicher eines Klubs brauchst du andere Fähigkeiten. Die sind heute komplexer denn je. Ich bin der Meinung, ohne Erfahrung und Weiterbildung geht es nicht", so der ehemalige Torwart.
Kahn war selbst zunächst für anderthalb Jahre als Vorstandsmitglied und anschließend für etwas weniger als zwei Jahre auch als Vorstandsvorsitzender bei den Münchenern tätig, ehe er zum Mai 2023 freigestellt wurde.

"Ein Verein muss heute selbst Programme und Ideen entwickeln: Was ist der richtige Weg für jemanden in so einer Rolle? Wie wird er wann in welchem Bereich eingebunden? Zu glauben, man holt irgendwann einen ehemaligen Spieler, wegen seiner Vergangenheit: Das greift zu kurz", erteilte Kahn dem Wunschdenken, dass jeder Ex-Spieler mit Bindung zum Verein ganz automatisch gut funktionieren würde, eine Absage.
Damit äußerte er sich aber natürlich nicht gegen Müller selbst. Viel eher ging es ihm um das grundsätzliche Szenario, als dass er dem Offensivspieler die fachliche Eignung absprechen wollte. Deshalb betonte Kahn auch seine Wertschätzung für ihn: "Ich kenne Thomas schon eine Weile. Es gibt nichts Negatives, was man über ihn sagen kann. Ein sehr offener Typ, immer gesprächsbereit, mit klaren Ansichten."
